U. I 3. NATIONAL MUSEUM LIBRARY OF Henry Eugene Guernsey AND Amandus Hubbard Schwarz DONATED IN 1902 ACCESSION NO.I-^ IJD. 1.0 Die Pf If ii izenfeinde aus der Klasse der Insekten. Die PFLANZENFEINDE aus der Klasse der I N S F: KTEN. Ein nach Pflanzenfamilien geordnetes Handbuch sämmtlicher auf den einheimischen Pflanzen bisher beobachteten Insekten zum Gebrauch für Entomologen. Insektensammler, Botaniker, Land- und Forstwirtlie und Gartenfreunde J. H. KALTENBACH. Mit 402 charakteristischen Holzschnitt-Illustrationen der wichtigsten Pflan zen f amilien. ^vgg^CT^e«^- Stuttgart. ulius Hoffmann (K. Thieiieiuaini's Verlag.) 1874. y "V^or^v^ort. Die gegenwärtige zweite Auflage des Werkes *über die deutschen Phytophagen« , welches zuerst in den Verhandlungen des naturhistori- schen Vereins der preussischen Rheinlande und Westfalens (in den Jahrgängen 1856—69) in alphabetischer Folge der deutschen Pflanzen- gattungen von A— T veröffentlicht wurde und eine freundliche Aufnahme gefunden hat, erscheint hier, dem Wunsche vieler Gönner und Fach- genossen zufolge, als selbstständiges Werk in einem Bande. Der Verfasser hat sich redlich bemüht, die von Pflanzenkost leben- den Insekten in ihren verschiedenen Entwickelungsständen, Frassweisen, bez. Schädigungen und nach ihrer Erscheinungszeit, soweit ihm das litera- rische Material zu Gebote stand und seiner Freunde und eigene Beob- achtungen reichten, zu kennzeichnen und so einem grössern Leserkreise zu unterbreiten. Nicht ohne einige Schüchternheit tritt derselbe mit dieser reichhaltigen, einen durch seinen Beruf schon sehr beschäftigten Lehrer wahrhaft erdrückenden Arbeit, in den erweiterten Leserkreis ein. Wohl wissend, dass er die mustergültigen Arbeiten eines J. Th. Chr. Ratzeburg über die Forstinsekten, die sorgfältigen, naturgetreuen Beschreibungen und Abbildungen der kleinen Feinde der Landwirthschaft von Dr. G. Noerdliuger, und die preisgekrönte Schrift über die dem Ackerbau verderblichen Insekten von Taschenberg nicht überflüssig machen wird, — hat sich Verfasser ein weit grösseres Feld, nämlich das Gebiet der ganzen deutschen Flora zum Vorwurf genommen, welcher gewaltige Stoff ihm eine gedrängte Kürze neben genügender Klarheit der Darstellung vorschrieb. Hier findet der Botaniker zum ersten Mal die VI Vorn-iirt. Kinder Flora's mit allen bis in die neueste Zeit an ihnen beobachteten, sie ganz oder theihveise zerstörenden Insekten aufgeführt; er Avird so, bei einigem Interesse an dem emsigen Wirken und an dem wunder- baren Instinkt der Insektenwelt, ohne sonderliche Schwierigkeit in ihre Wirksamkeit, in das Verständniss ihres Lebenszweckes eingeweiht und auf eine leichte Weise zur Kenntniss derselben geführt. Der Zoologe, namentlich der Entomophile erfährt aus diesem Buche die Beziehungen, welche die Vegetabilien verzehrenden Insekten zu bestimmten Gewächsen und Pflanzentheilen haben, und lernt somit deren Vorkommen und zu- gleich die Futterpflanze derselben kennen. Mit Hilfe dieses Hand- buches wird der Insektensammler in den Stand gesetzt, sofort die Nah- rungspflanze des gefangenen Käfers, Falters u. s. w. zu erfahren; er wird dadurch gar oft auf eine ihm bis dahin unbekannt gebliebene Pflanze in der Nähe seines Fangplatzes aufmerksam gemacht werden. Dass dieses Handbuch für jeden Lehrer der Naturwissenschaft ein sehr erwünschtes Auskunftsmittel abgeben und als ein zweckmässiges Nachschlagebuch benutzt werden kann, ist einleuchtend. Der rationelle Landmann erkennt nun bald und ohne fremde Beihilfe seine, das Ge- treide, den liaps , die Rüben, den Flachs u. s.w. schädigenden kleinen Feinde. Kennen erst einmal der Agronom, Pomologe, Winzer, Gärtner und Forstmann ihre kleinen Feinde und erfahren sie dann auch noch etwas Näheres über deren Lieblingsfutter, Frassweise und Erschei- nungszeit, so werden sie schon durch eigenes Nachdenken auch auf die geeigneten Abwehr- oder Vertilgungsmittel geführt und können s o oft selbst die Erfinder höchst erwünschter und zweckmässiger Ausrottungs- mittol des lästigen Ungeziefers werden. Bei Umschau nach dem einschlägigen Material zu dieser Arbeit wurde der Verfasser inne, dass der richtige Zeitpunkt für eine umfas- sende Biologie der Pflanzenkost geniessenden Insekten noch nicht ge- kommen sei. Viel darüber ist zwar bereits seit einem Jahrhundert in periodischen Schriften und in umfangreichen Werken in die Oeffent- lichkeit gelangt. Reaumur, De Geer, Roesel, v. Gleichen, und in der neuesten Zeit Kollar und Schmidberger haben uns ihre mit bewunderns- würdiger Geduld und grosser Genauigkeit angestellten zahlreichen Be- obachtungen als Muster hinterlassen, von welchen mehrere erst in der neuesten Zeit wieder hervorgeholt und recht gewürdigt worden sind. Vurwort. > ll Im der jüngsten und gegenwärtigen Zeit sind es die Herren Bouche, Brisclike, Prof. Frey, v. Frauenfeld, A. Gärtner, Heeger, Fried, v. Hey- den, üttm. und Ernst Hofmann, G. G. Miihlig, Dr. Roessler, Prof. Rosen- hauer, Ant. Schmid, Snellen van Vollenhoven, ZcUer u. A., welche durch ihre werthvollen, mit Umsicht und grosser Sachkenntniss gemachten Beob- achtungen die Biologie der Insekten sehr gefördert haben. Neben diesen und andern dankenswerthen Angaben findet sich je- doch eine nicht unerhebliche Zahl solcher Schriften und Mittheilungen, welche mit grosser Vorsicht und nur mit gründlicher Sachkenntniss be- nutzt werden können, und wieder andere, welche, aus Unkenntniss der Pflanzen oder Thiere, gar nicht zu verwerthen sind. Dieser höchst interessante Zweig der Naturforschung, die Kntwicke- lungsgeschichte der Insekten, hat gegenwärtig wieder viele Liebhaber, namentlich unter den Lepidopterologen und insbesondere unter den Mikro- Lepidopterologen gefunden, und durch deren wissenschaftlichen Erfolge sind auch sammeleifrige Naturfreunde darauf geleitet worden, diesem fesselnden und die Wissenschaft fördernden Gebiete der Naturforschui-g ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Doch bleibt auf diesem, längere Zeit vernachlässigten Felde der Naturforschung noch sehr Vieles zu thun übrig: zahlreiche Beobachtungen sind zu wiederholen, zu berichtigen, und gar Manches ist noch zu entdecken, welche Mängel durch diese Mittheilungen des Beobachteten, sowie durch Aufzählung des bereits Bekannten und Nichtbekannten hoffentlich binnen wenigen Decennien bedeutend in Wegfall kommen werden und an deren Stelle Licht und Klarheit treten wird. Sollte das Naturstudium, wie ich zu hoffen berechtigt bin, durch diese Arbeit gefördert werden und in immer weiterem Kreise Jünger gewinnen, welche durch das Avachsende Interesse an dem wunderbaren Ineinandergreifen und Wirken der erschaffenen Dinge um uns sich an- gezogen und gefesselt fühlen, dann würde der Verfasser sich gern der vieljährigen Arbeit und Mühe getrösten. Möge diesem aber auch von Gelehrten und Fachmännern, für die er ebenfalls noch manches Neue und Interessante zu bringen vermeint, in Anbetracht des reichhaltigen Stoffes eine nachsichtige Beurtheilung zu Theil werden, während er im Interesse der Wissenschaft wohlgemeinte Winke und jeden einschlägigen Beitrag freundlich willkommen heissen und Mittheilungen über etwaige VllI VorwcM. Versehen und Inthiimer, sowie Zusätze und neue Beobachtungen über Lebens- und Entwickelungsweise der Kerbthiere gern entgegennehmen und in einer etwa nöthig werdenden nächsten Auflage getreu und dank- bar benutzen wird. Schliesslich dankt seinen lieben Freunden noch verbindlichst für alle freundlichen Mittheilungen von Beobachtungen und für die gefällige Uebermittelung von Druckschriften, aus denen er wertlivollo Beiträge hat entnehmen kcinnen. AalchtMi, /.u W<'ihiinclit(>n 1873, der Verfasser. Klasse I. Zweisamenl)lättrige Pflanzen. Dicotylecloneae. I. Familie. Hahnenfussgewächse. Kanunciüaceae. 1. Gattung. Waldrebe. Clematis. a. Käfer. 1. Bostrichus bispinus, 3If/l Larve und vollkommenes Insekt werden vom Herbst bis zum Frühling in den abgestorbenen Zweigen und stärkern Aesten und Stämmchen der Waldrebe zwischen Holz und Rinde gefunden, die sie fast ganz zu Staub zernagen. 2. Laemopliloeus Clematidis, A>. Ständiger Begleiter des Vorigen, nährt sich von den Abfällen und Rückständen, welche Bostrichus bispinus in seinen Gängen zurücklässt. Als Feind des Bostrichus wird Pteromalus Gra- venhorstii Efzh. bezeichnet. .3 Argopus hemisphaericns , Dft. Dieser seltene Käfer wurde von Heecrer auf der in Oesterreichs Gärten angepflanzten Clematis maritmia odorata, von°Frauenfeld auch auf dem wildwachsenden Clematis erecta gefunden. Doch soll Clem. Vitalba von ihrem Frasse verschont bleiben, selbst wenn die Blätter der Clem. erecta bereits verzehrt und ausgehöhlt waren. Die Larve minirt die Blätter, die sie gewöhnlich ganz ausweidet, was stets der Fall ist, wenn ihrer 3 — 4 beisammen wohnen. Zur Verpuppung begibt sich die ausgewachsene Larve in die Erde, woraus sie nach drei Wochen (August) als vollkommenes Lisekt hervorgeht (Sitzungsb. d. k. königl. Akademie der Wissensch., math.-nat. Classe 1858, p. 109.) b. Falter. 4 Thyris fenestrina, Hh. Die bei der leisesten Berührung sehr übel- riechende Raupe nährt sich im Juli und August von den Knospen und Blüthen der Clematis Vitalba. Sie wohnt in einer Blattrolle, die sie anfertigt, indem sie ein Blättchen von der Spize bis zur Mitte durchschneidet, das Rand- stückchen trichterförmig aufrollt, hierauf diese Rolle senkrecht mit der breiten Basis auf die andere Blatthälfte stellt und festspinnt. Diese Wohnung ver- zehrt sie ganz oder theilweise, knäuelt und spinnt später auch wohl 2 bis 6 K iilten'bacli , PfianzeiifeJnde. Elasse I. Zweisamenblüttrige Pflanzen. 7. erzocren benachbarte FiederLlättclien mit ihrer Behausimg zusammen und geht Ende August zur Verwandlung in die Erde, woraus der Falter bei Zimmerzucht Anfangs Mai, im Freien Anfangs Juni hervorgeht. Raupe 4 bis 5 Linien lang, IGfüssig; Kopf schwarz, glänzend, ebenso der Nackenschild, die 6 Brust- füsse, die Nachschieber, das Aftersegment und zahlreiche. Punktwärzchen des Kückens. Grundfarbe des Körpei's graugrünlich, fettgläiizend ; auf dem zwei- ten und dritten Brustringe 4 grössere Pusteln in einer Querreihe stehend und 2 kleinere an jeder Seite in schräger Stellung. Auf den Leibesringen stehen je 10 in einer Wellenlinie geordnete Wärzchen; auch an der Bauchseite finden sich ähnliche, jedoch kleinere Reihen solcher Püstelchen. Jedes Wärzchen der Oberseite trägt ein grauliches Haar. 5. Urapteryx sambucaria, L. (Siehe Prunus.) G. Geometra Vernaria, L. (Vergl. Prunus.) Cidaria tersata, SV. Die Raupe von Treitschke und mir oft wird von Mitte September bis Mitte October auf Clematis Yitalba gefunden, deren Blätter sie verzehrt. In der Ruhe gerade weggestreckt , und nur mit den kräftigen Haftern aufsitzend, rollt sich dieselbe spiralig auf, wenn sie, heftig erschüttert, zur Erde herabfällt. Der Falter erscheint im näch- sten Juni, Juli, bei Zimmerzucht schon Anfangs Mai. 8. Cidaria vitalbata, »S'F. Raupe von August bis October auf der gemeinen Waldrebe. Der Falter entwickelt sich Ende April oder im Mai , im Zimmer schon im Februar. 9. Cidaria aquata, Hh. Dieser seltene Spanner soll seine Eier wie die beiden vorigen Nach G. Kochs Versicherung, gemäss glaub- würdiger Mittheilung, wurde die Raupe im Juli daran gefunden. Dr. Rössler bezw^eifelt das Vorkommen der Aquata auf dieser Pflanze, doch ist auch ihm die echte Futterpflanze noch unbekannt. Derselbe theilt mit, dass der Falter im Mai und Juni im Walde bei Mombach gefangen worden sei. Er vermuthe die Raupe auf Anemone ranunculoides et Pulsatilla, in Ermangelung derselben vei'zehre sie auch Clematis Viltalba. 10. Cidaria proeellaria , SV. Nach Dr. Rössler lebt die Raupe an Clematis Vitalba, was auch hier der Fall zu sein scheint, da ich den Falter im Juni häufig aus Clematis-Büschen herausklopfe und in deren Nähe fange. 11. Eupitheeia pumilata, Hb. Die Raupe finde ich in hiesiger Gegend, doch seltener als die folgende an Clematis Vitalba, in deren Blüthenknospen und halbgeöffneten Blumen sie wohnt. Ihre einzige Nahrung besteht in den Fructifications-Organen, die sie, vom Perigon geschützt, ganz auffrisst. Die erwachsene Larve lässt sich durch ein Seitenloch, früher zum Auswurf des Kothes bestimmt, zur Erde herab, um ihre Verwandlung anzutreten. Der Falter erscheint gewöhnlich im nächsten Juni, doch fing ich denselben in Folge des heissen Sommers 1857 schon im September. Ich bedaure sehr, nähere Angaben über diese und die folgende Raupe Clematis Yitalba. auf der Waldrebe absetzen. Haliucnfussgewilchse. Kanunculaceae. ö noch immer nicht mittheileu zu können, indem ich nicht ganz sicher hin, welcher Art die eine oder andere Beschreihung angehört. 12. Eupithecia Begrandaria (?) = ? Isogrammata, Tr. Führt als Raupe dieselhe Lebensweise der puinilata, 1I(/. Ich brachte die zu dersel- ben Zeit mit den Blüthenknospen eingetragenen Larven glücklich zur Ent- wickelung; doch ei'schien pumilata nicht jedes Jahr darunter. Nach Dr. Rössler soll nur die von Freyer angegebene Pflanze (Valeriana oificinalis) die Futterpflanze der Begrandaria sein. Meine vermeintliche Begrandaria dürfte somit eine andere Art, nach ihm isogrammata Tr. sein, die von Heine- niann kaum verschieden von jener, eher für eine Varietät, hält. 13. Eupith. coronata, Hh. Die Raupe dieses seltenen Spanners lebt im Juli, August an den Blüthen der Waldrebe, deren Fructifications- Oroane sie anfänglich in den Knospen, später auch an den geöffneten Blumen verzehrt. Kach 0. Wilde soll sie auch an Lythrum salicaria vorkommen. Ich erhielt den Falter nur einmal aus der Raupe, doch wurde er von einem liiesi^en Sammler und mir selbst aus einem Clematis-Busch aufgescheucht und aefaugen. Nach Dr. Rössler fliegt dieser Spanner im Mai. A. Gärtner traf die Raupe am Eupatorium cannabinum. 14. Acidalia diliitaria, Hb. — interjectaria, B. Die Raupe kenne ich nicht: den Falter klopfe ich Mitte Juli an sonnigen Stellen häufig aus Wald- rebenbüscheu. 15. Tortrix ameriana, FIi., — podana. Sc. (Siehe Rosa). 16. Tort, pilleriana, SV. Nach A. Schenk's Mittheilung lebt die Raupe dieses Wicklers zwischen den Blättern der Waldrebe. c. Blatt Wespen. 17. Monophadnus croeeiventris, Klr/. Die acht Linien lauge, weiss- bereifte Raupe lebt im September und October auf Clematis Vitalba, von deren Blättern sie sich nährt. Die Grundfarbe ist blass gelblich, der Kopf matt- gelb, ein grosser Scheitelfleck und ein Hof um die Augen schwarz, Mund braun ; der Körper ist von zahlreichen Querfalten runzelig. Die Verwand- lung erfolgt in der Erde; die Wespe erscheint bei Zimmerzucht im April. Eine zweite Generation erhielt ich im günstigen Jahre 1857 aus Larven, welche ich im halben Juli einsammelte und schon im nächsten Monat das vollkommene Insekt gaben. Darunter fanden sich einige Varietäten mit ganz rothem Thorax ; andere hatten nur ein rothes Schildchen, wieder andere einen rothgefleckten Brustrücken. Sämmtliche Stücke der Sonnnergeneration waren, kleiner als die von übei-winterten Puppen ; auch mangelte allen der schwarze Brustfleck. 18. Athalia abdominalis, lüg. Hylotoma abdominalis, Fb. Die Flugzeit dieser seltenen Blattwespe ist im Mai. Das Weibchen bohrt die jungen Stengel und Blattrippen von Clem itis erecta an und legt seine Eier hinein, worauf sich in kurzer Zeit blasenähnliche Anschwellungen bilden, worin die braunköpfigen Larven bis zur Halbwüchsigkeit (14 — 20 Tagen) leben. Nach dieser Zeit bohren sich dieselben heraus, nehmen eine braungrüne Farbe au 1* 4 Klasse I. Zweisamenblättrige Pflanzen. und benagen den Rand der Blätter, bis sie sich nach abermals 14 — 20 Tagen zur Verwandlung in die Erde begeben, wo sie den Winter zubringen. (Bouche, Stett. entom. Zeit. Jahrg. VII. p. 290). d. Fliegen, 19. Phytomyza Clematidis ni. Die Larve findet sich im Juli, August einzeln zwischen dem GrifFelbündel der Waldrebenblüthe , wo sie auch die Verwandlung besteht. Die von ihr bewohnten Blumen behalten auch nach dem Verblühen die Fructifications-Organe der Mitte, welche dann die Puppe schützend umschliessen. Die Fliege erscheint Mitte August und später. Die Fliege ist der Phytora. nigricornis Meig. verwandt, doch bedeu- tend kleiner und durch gelbe Hüften und Schenkelringe der Vorder- beine, sowie durch eine gelbe Makel am Seitenrande des zweiten Hinterleibs- ringes ausgezeichnet. Sie gehört der Meigen'schen Abth. B. b. an und hat ihre Stelle in der Nachbarschaft der Phytom. scutellata, der sie sehr ähnlich ist. Colorit schwarzgrau; am Kopfe sind die Fühler, am Scheitel ein rundes Fleckchen und der Hinterkopf schwarz, die Fühlerborste gross, bis zur Hälfte bedeutend dicker als die Spitzenhälfte. Augen im Leben rothbraun mit gold- grünem Schimmer. Vorderbrust zwischen den Beinen gelb , ebenso sind die Hüften der Vorderbeine , die- Kniee und der Seitenrand des Hinterleibes ge- färbt; letzterer an den beiden ersten Segmenten übergreifend und daselbst gelbe Randflecke bildend. Legeröhre stark, glänzendschwarz. Alle Ein- schnitte des Hinterleibs sind zart weiss gesäumt; der Hinterrand des After- segments breiter weiss als der der vordem Ringe; Flügel glashell, der Randabschnitt zwischen der zweiten und dritten Längsader nicht ganz die Hälfte des Saumtheiles zwischen der dritten und vierten erreichend. Die vierte Längs- ader sehr fein, genau in die Flügelspitze mündend. 20. Phytomyza Vitalbae m. Die Larve minirt die Blätter in kurzen aber breiten Gängen. Die Mine ist oberseitig, beginnt plötzlich an der Blatt- spitze oder am Rande, begleitet zuerst den Blattrand, entfernt sich dann, an Breite immer zunehmend, erreicht aber die Mittelrippe höchst selten oder überschreitet sie gar. Durch ein Löchlein an der untern Blattfläche verlässt die Larve die Mine und fällt zur Erde, wo sie die Verwandlung besteht. Im Jahre 1862 fand ich Ende Juni meist nur verlassene Minen. Die feine Kothlinie führt nicht durch die Mitte des Ganges, sondern an der Seite des- selben entlang. Die erste Fliege entwickelte sich am 20. Juli; im Freien fino- ich sie an der Futterpflanze noch Mitte August. Fliege: in die Meigen'sche Abtheilung F. b. gehörend, der Phyt. scutel- lata Mg. sehr ähnlich, ^/n — 1 Linie lang, dunkelgrau; der Kopf, eine Mittel- strieme des Schildchens, die Unterseite der Brust und des Bauches und ein Seiten- strich vom Hals bis unter die Flügel blassgelb ; Fühler schwarz "ebenso die Taster und Legeröhre des 9- Brust- und Hinterleibsrücken sowie 2 Flecke an den Sei- ten des Schildchens grau, alle Füsse schwarz; die Schienen der Vorderbeine schwärzlich angeflogen, die der Hinterbeine dunkler. Schenkel uud Hüften schmutzig bräunlichgelb; Flügel glashell. H^huonfussgcwfichse. Eanunculaceae. f. Schnabelkerfe. 21. Aphis Clematidis, Koch. Gegen Ende Mai und im Juni findet man sie häufig auf Clem. erecta. Sie saugt sich an der Spitze der Triebe und an den Blütheustielen an und bedeckt diese Pflanzentheile fast ganz (Koch). Im Innern einer geschützten Gartenlaube, von Clematis Vitalba umrankt, fand ich einst alle Zweige und Blätter mit dieser Blattlaus bedeckt. g. Milbe n. 22. Typhlodromus Frauenfeldi, Hccg. Auf den Blättern von Clematis erecta L. fand Ritter von Frauenfeld auf der Unterseite die Rippen stark wulstig aufgetrieben, welche auf der Oberseite entsprechende runzelige, feine Spalten zeigten, darin zahllose Milben wohnten, die Urheber jener Gallen, die Heeger mit obigem Namen belegte. (Verh. der k. k. zool. -bot. Ges. in Wien, 1864 p. 791). 2. Gattung. Alpenrebe. Atragene. 3. Gattung. Wiesenraute. Thalictrum. b. Falter. 1. Calpe capucina, Esp. — Thalictri, Hb. Die Raupe lebt nach F. Schmidt in Laibach im Juni, Juli auf Thalictrum minus, flavum und angustifolium. Die Verwandlung erfolgt in der Erde in einem lockern Gespinnst, die Entwickelung des Falters im Juli. Stett. ent. Zeit. Jahrg. XII, p. 76). 2. Agrotis e-nigrum, L. Die überwin- terte Raupe ist Anfangs Mai erwachsen und lebt an Primeln, Taubnesseln, Miere, Weidenröschen und Mäuseöhrchen. Sie verzehrt die Blätter derselben, ruht am Tage unter dürrem Laub und geht Abends auf die Nahrungspflanze. 3. Plusia concha, Hb. Die Raupe lebt im südlichen Deutschland auf Thalictrum aqui- legifolium und liefert den Falter im Juli, August. 4. Plusia deaurata, Esp. erzog F. Schmidt in Laibach aus der Raupe, welche auf Thalictrum flavum lebt und derjenigen von Plusia concha gleicht. AI. Rogenhofer erzog diese schöne Plusia auch aus Raupen, die er im Frühling bei Wien auf Th. flavum fand. 5. Plusia Cheiranthi, Tausch. — PI. eugenia, Ev. Die Raupe lebt im Mai auf Thalictrum und Aquilegia, in der Jugend zwischen den zusam- mengesponnenen Blättern und verwandelt sich in einem feinen Gespinnst. Die Entwickelung des Falters erfolgt im Juni (Wilde). 6. Hadena Genistae, BrlJi. (Siehe Genista). 7. Ammoconia caecimacula, SV. Die Raupe wird im Frühjahr erwachsen auf niedrigen Pflanzen, als: Taraxacum, Rumex, Stellaria, Cichorium,^ Tha- Uctrum etc. gefunden, geht im Juni in die Erde und verwandelt sich in Thalictrum flavum. 6 Klasse I. Zweisameiililattrige Pflanzen, einem lockern Erdgespinnst, aus welchem im August und Sept. der Falter hervorgeht (Wilde, Koch). S. Calocampa vetusta, Hb. Die Raupe soll auf Thalietrum, Juncus efFu- sus und J, gloraeratus leben; Herr Dahl nährte sie mit Carex- Arten; nach Hering kommt sie auf Gräsern, besonders Festuca, ferner an Rumex hydro- lapathura vor. G, Koch, welcher die Raupen im Juni und Juli bei künst- licher Zucht mit den Blättern von Polygonum persicaria und den zarten Stammschossen von Populus italica fütterte, wobei sie gut gediehen, behauptet, dass sie bei Fütterung mit Carex zu Grunde gegangen seien. Die Verwand- lung gellt in der Erde, die Entwickelung des Falters im August oder Sept. vor sich. f. Schnabelkerfe. 9. Aphis Thalictri, Koch lebt in zahlreichen Gesellschaften auf der kleineu Wiesenraute zur Zeit der Blütlie. Ihr Aufenthalt ist an dem obern Theile des Stengels in der Blüthenrispe und an den Aestchen der Rispe (die Pflzl. von C. L. Koch, Nürnberg 1854, p. 81). 4. Gattung. Windröschen, Waldhähnchen. Anemone. a. Käfer. 1. Leiosomus ovatulus, Ol. Der kleine Rüsselkäfer lebt an der Ane- mone nemorosa, auf welcher ich ihn im Mai einst an einer schattigen Wald- stelle in grosser Anzahl fand. Er zerfrass die Blätter siebartig. 2. Epuraea (Nitidula) aestiva, III. Diesen gelben Käfer findet man häufig in den Blumen des Waldröschens (Anem. nemorosa). Er scheint sich nebst vielen Andern vorzüglich vom Nectar und Blüthenstaub zu nähren und der Pflanze keinen Nachtheil zuzufügen. b. Falter. Anemone nemorosa. in der Wohuunff selbst. 3. Adela Degee- rella, Hb. Die Rau- l^e nährt sich, nach Treitschke , von den Blättern der Anemone nemorosa. Sie wohnt in einem Sack und frisst nur das 'Blatt- fleisch (Chlorophyll). Der Sack ist birnför- mig, flachlich und aus mehreren Blattstücken zusammengesetzt. Die Verwandlung erfolgt Die langhörnige Motte fliegt im Juni Anemone pulsatilla. Hahnenfussgowilclise. Eanmiculaceae. • 4. Tortrix ochreana, SV. Nach Mann leht die Kaupe auf der bevüclitigten Küchenschelle (Anemone Pulsatilla). 5. Tortrix rigana, Sod. Die Raupe wurde von Verwalter Mühlig aus Frankfurt auf Aneni. Pulsatilla entdeckt, an welcher sie in einem röhrigen Gespinnste wohnt. Der Falter fliegt von Mitte April bis halben Mai und zum zweiten ]\Jalc im Juli. ß. Geometra vernaria, L. (Siehe Prunus;. 7. Callimorpha dominula, L. Die Raupe findet sich im April und Mai auf Cynoglossuin, Lamium, Salix caprea, Fraxinus, Sorbus aucuparia, Urtica, Rubus fructicosus, Fragaria, Prunus spinosa und Anemone nemorosa. Der schone Falter erscheint im Juni. d. Fliegen, ]Mücken. 8. Limnobia distinctissima, 3Ieig. Die Raupe lebt nach Zeller auf Anemone nemorosa, nach Justizrath Boie auf den BLättern von Stellaria nemorum. Ich fand sie im October des Jahres 1856 an einer feuchten, schattigen Waldstelle in Anzahl auf letzterer Pflanze. Ein andermal fand ich die erwachsenen, 8 — 9 Linien messenden, 14füssigen Larven an Caltha palustris, Valeriana officinalis und Ranunculus repens. Sie sassen auf der obern Blattfläche und nagten das Blattfleisch bis auf die Epidermis der Unterseite ab. Die Verpuppung erfolgte nach einigen Tagen, indem sich die raupenähnliche Larve mit dem Hintertheile an ein Blatt heftete, die Haut zurückschob und nun als Puppe fast in senkrechter Stellung aufsass. Am 21. Juli (Meigen und Zeller fingen die Mücke im Mai und Juni, wonach sie wohl in zwei Generationen vorkommen muss) erschien die erste Mücke, bei welcher die Rückenflecke, ungeachtet ihrer sonstigen Blässe und Zartheit, doch bereits ausgefärbt waren. Zellers musterhafte Beschreibung der Larve und Puppe findet sich Isis 1842, p. 808 — 810. 5. Gattung. Adonisröschen, Teufelsauge. Adonis. 6. Gattung. Mäuseschwänzchen. Myosurus. 7. Gattung. Hornköpfchen. Ceratocephalus. 8. Gattung. Hahnenfuss, Butterblume. Ranunculus. a. Käfer. 1. Helodes marginella, L. Dieser kleine Käfer wird in feuchten "Wiesen gar nicht selten in den Blüthen von Caltha palustris und Ranun- culus repens, bulbosus und acris gefunden, deren Fructifications-Organe er be- nagt. Die Larve soll eine ähnliche Lebensweise führen, wie ich solche bei der Folgenden, Helodes aucta, an Ranunculus bulbosus beobachtete. Die Ver- wandlung der Larve erfolgt in der Erde. 2. Helodes aucta, Fb. Die Larve lebt in den Blüthen des knolligen Hahnenfuss (Ranunculus bull)osus), seltener in denen des scharfen H. (Ran. acris), frisst die Staubgefässe, Blumenblätter, auch wohl die obern Stengel- blätter. Sie verpuppt sich in der Erde und entwickelt sich im Juli zum 8 Klasse I. Zweisamenbliittrige Pflanzen. vollkommenen Insekt, das ebenfalls häufig in den Butterblumen gefun- den wird. * Larve: 1 '/•) — 2 Linien lang, sechsfüssig, olivengrün, mit zahlreichen Höckevchen und schwarzen Fleckchen. Kopf glänzend schwarz, rundlich, bedeutend kleiner als der Halsring. Dieser oben mit braunem, querläng- licliem Schildchen versehen; zweiter und dritter Brustring jederseits mit einem schwarzen Höcker, der das Stigma trägt. Auf dem Mittelfelde derselben stehen sechs schwarze kleine Wärzchen, die ein Sechseck einschliessen. Seitlich unter den Lüfterwülsten befinden sich noch zwei kleine, schwarze Fleckchen. Auf jedem Flinterleibsringe sind zehn schwarze Höckerchen, in zwei Querreihen geordnet, wovon die vier kleinern die erste, die sechs grössern die zweite Reihe bilden. Die Bauchringe zeigen 5 braune, in einer Längsreihe liegende Makeln. Das kegelförmig verjüngte Aftersegment bildet einen gelben, lap- pigen Haftfuss. b. Falter. 3. Paedisca sinu- ana, Hb. — parma- tana, Tr. fliegt An- fangs Juni. Die Raupe lebt nach Fischer v. Röslerstannn von Mitte Mai bis Ende Juni in zusammengespon- nenen Blättern auf Birken, Haseln, Espen und Salweiden. In Livland ist sie an Espen gemein. A. Hartmann aus Mün- chen theilt mit, dass er die Larve auch an Ranunculus acris finde. Die Ver- wandlung geht an der Erde in einem weissen Gespinnst vor sich. 4. Ptyeholoma (Tortrix) sylvana, Tr. (Siehe Potentilla). 5. Coleophora Wockeella, Zell. Die Raupe ist nach Frey polyphag: an Stachys hirta, Betonica officinalis und an Ranunkeln auf lichten Wald- stellen. Die überwinterte Larve verpuppt sich im Mai und liefert im Juni oder Juli den Falter, welcher in Schlesien, in der Schweiz und im Rheingau gefangen wurde. 6. Orthosia Pistacina, SV. (Siehe Prunus). c. Blatt Wespen. 7. Cimbex laeta, Fb. wurde bei Boppard wiederholt und in Anzahl in den Blüthen von Ranunculus bulbosus gefunden. Larvenstände noch un- bekannt. — Ich traf Anfangs Juni eine 10 — 11 Linien messende Afterraupe an Ranunculus repens, die sich von den Blumen und Knospen desselben nährte, deren Zucht mir jedoch misslang. Sie ist lehmgelb mit 3 dunkeln Rückenstreifen, Kanuuculus flammula. Itanunculus bulbosus. Hahnenfussgewiichse. Kaimnculacoae. «7 von denen der mittlere am schmälsten ist. An jeder Seite zeigen sich zwei Lilngs- reilien schwärzlicher Fleckchen, wovon die obere Zeile aus eilf, die untere Reihe aus sieben Fleckchen bestellt. Der Kopf ist honiggelb, flaumig behaai't, die Augen und ein Scheitelfleckchen schwarz. Jedes Segment ist mit zwei Querreihen weisser, sehr kleiner Dörnchen besetzt, welche erst bei massiger Yergrösserung bemerkbar sind. 8. Dineura despeeta, Klg. Die Larve ist eine Minirraupe, die ich im Mai und Juni und zum zweiten Male im Sej)tember in den Blättei'n von Ranunculus repens fand. Die hellbraune Mine ist länglich und nimmt einen grossen Fleck in der gebräunten Blattfläche, oft auch noch einen oder gar zwei Zipfel des Blattes ein. Die Yerpuppung geht in der Erde vor sich ; die Entwickelung der Wespe erfolgt bei künstlicher Zucht schon im Api'il. Larve: 2 — o'" lang, kahl, fast gleich breit, Bauchseite flach, Rücken sauft gewölbt, Colorit gelblich, mit grün durchscheinendem Nahrungscanal, fettglänzend. Kopf flachlich, weingelb, glänzend, Mund und Punktaugen (Ocellen) braun. Die sechs Brustfüsse klar, hellgelblich; Bauchfüsse sehr kurz,, zitzenförmig ; Afterring vom durchscheinenden Koth dunkelgrün; Haft- füsse wenig entwickelt, seicht zweilappig; Bauch- oder Seitenrand gekerbt mit gestreckten, gekerbelten Ausbuchtungen. 9. Monophadnus albipes, Hrt. Ich fand die Larve wiederholt und in Anzahl vom Juni bis Juli an Ranunculus rejjens et acris. Sie liebt schat- tige Plätze, ruht am Tage an der untern Blattfläche, die sie am Rande benagt oder stellenweise durchlöchert. Die Verpuppung erfolgt in der Erde, die Entwickelung der Wespe bei Zimmerzucht im März und April. Larve: in der Jugend weisslich, behaart; Kopf gelblich ; Mund, Augen und Augenrand (Hof) braun bis schwarz. Aelter ist sie lauchgrün, kahl, fein querrunzelig; Kopf glänzend schwarz. d. Mücken. 10. Phytomyza Ramineuli m. — ? flava FU.— 'i Ranunculi iioö. Desi'. Die winzige Larve minirt die Blätter verschiedener Hahnenfuss - Arten, vor- züglich von Ranunculus Flammula, repens et acris. Die weisse oberseitige Mine ist sehr fein, lang und vielfach geschlängelt. Die erwachsene Made \erlässt die Wohnung, lässt sich zur Erde herabfallen und verwandelt sich daselbst in ein beinfarbiges Tönnchen, das sich zuletzt braun färbt. Die Anfangs Juni eingebrachten Blattminen lieferten schon nach 14 Tagen das vollkommene Insekt. Fliege: blassgelb; Augen im Leben grüngoldig, das dritte Fülllerglied nebst Borste schwarz. Ein Scheitelpunkt, drei Striemen auf dem bedufteten Brustrücken, der Hinterrücken unter dem Schildcheu, ein kleines und grösseres Fleckchen an jeder Seite unter der Brust und die Legeröhre des 9 schwarz. Schienen und Taster bräunlich; Flügel glashefl, Randader bis zur Mündung der 3. Längsader reichend. Sie gehört in die Abtheilung B.b. nach Meigen. Länge : '/2 — '^/4 '"• 10 Klasse I. Zweisamenblättrige Pflanzen. e. Gradflügler. 11. Melanothrips obesa, IM. Dieser Blasenfuss hält sich nach Hali- day in den Blüthen verschiedener Butterblumen auf, wo er sich von deren Pollenkörnern nährt. f. Schnabelkerf e, 12. Aphis Ranunculi, Kalt, lebt im Sommer in grossen Gesellschaften auf Eanunculus acris und repens, vorzüglich unten am Stengel und an der Wurzel unter der Erde. (Kaltenbach, Monographie der Familie der Pflan- zenläuse, p. 69)*). 13. Pemphigus Ranunculi, Kalt. Die gesellig lebende Pflanzenlaus findet sich im Juni an den wurzelständigen Blättern, an den Blattstielen und Blattachseln von Ranunculus bulbosus, repens et flammula. Sie verräth ihre Anwesenheit durch die ^Menge der weissen, abgestreiften Häute und durch das weisswollige Sekret ihres Körpers, (Vergl. Monogr. d. Farn. d. Pflan- zenläuse, Aachen 1843). 9. Gattung. Kuhblume, Dotterblume. Caltha. a. K ä f e r. 1. Donacia discolor, Hopp,, 2. Donac. rustica, Schupp., 3. Donac. dentipes, Fh. und 4. Donac. Lemnae, Fb. fressen an verschiedenen Ufer- und Wasser- pflanzen, Die Larven und Puppen derselben werden in der Wurzelnuhe unterhalb des Wassers gefunden. Donacia discolor wurde von Gyllenhal auf Caltha palustris, die Puppe von Dr. M. Bach an den Wurzeln dieser Pflanze gefunden; Ahrens traf den Käfer an Sparganium und Arundo Phragmites; Dr. Suffrian an Carex- Arten. Donacia rustica wurde von Düppel, Schmidt und Schaum auf der Dotterblume und an Carex filiformis beobachtet. Donacia dentipes lebt nach Gyllenhal auf Caltha und Carex, nach Suffrian auch auf Typha und Sparganium. Don. Lemnae soll mit den Vorigen, nach Letzner auch auf Lemna vorkommen. 5. Helodes marginella, L. (Siehe Ranunculus.) 6. Helodes Phellandrii, L. lebt nach Panzer und Gyllenhal auf Phel- landrium aquaticum, nach Boie und Andern auf Sium latifolium, in dessen Stengel die Larve dicht über der Wurzel wohnt; Dr. Suffrian hat sie auch im Stengel der Kuhblume gefunden, auf welcher ich den Käfer im Mai nicht selten antraf. Lehrer Cornelius fand die Larven, welche er (Stett. entom. Zeitung, Jahrgang XVIIL, p. 404) sehr sorgfältig beschreibt, am 20. Juli an Cicuta virosa. Die Verpuppung erfolgte im hohlen Stengel im August. 7. Helodes hannoverana, Fh. wird in hiesiger Gegend mit der Vorigen auf der Dotterblume gefangen. Hr, Cornelius aus Elberfeld traf den *) Ich las wiederholt in Bücher- Catalogcn, dieses Werk sei vergriffen und somit nicht mehr durch den Buchhandel zu beziehen, was jedoch nicht der I'all ist, da der Verkauf nur wegen Falliment des Verlegers in's Stocken gerieth, von meiner Monographie aber noch etwa 200 Exemplare in meinen Händen und durch alle solide Buchhandlungen zu beziehen sind. Hahnenfussgewiichs IJanunciilaceae. 11 Käfer schon am 18. April auf clor blühenden Pflanze in Paarung. Das Weib- chen legt die Eier in ein ausgebissenes Loch des Stengels. Der Larvenstand dauert etwa -i Wochen. (Stett. ent. Zeit., Jahrg. XVIII, p. 405.) d. Mücken. 8. Limnobia distinetissima, W/cd. (Siehe Anemone.) f. Schnabelkerfe. 9. Aphis Calthae, Koch. Kreisforstrath Koch fand diese Pilattlaus in ßaiern im Juni auf der Unterseite der Blätter, zuerst geflügelte, später auch flügellose Mütter auf den Blättern saugend. (Die Pflanzläuse, Heft II, p. 48). 10. Dorthesia Urticae, JSr;;?. Dieses weiss- flockige Ungeziefer fand ich im Juni einzeln an den Blattstielen und Stengeln der Dotterblume; in zahlreichern Gesellschaften aber an Teucrium scarodonium und Stellaria holostea in den ver- schiedensten Alterstufen. Die von ihnen befal- lenen Gewächse sehen wie weiss bepudert aus. Ob diese Art dieselbe ist, welche auf Euphorbia Characias und Urtica dioiaa lebt, wage ich nicht zu entscheiden, da sie mir auf letztern Pflanzen noch nicht begegnet ist. Caltka palustris. 10. Gattung. Trollblume, Kugelranunkel. Trollius. b. Falter. 1. Acronycta Euphorbiae, Hb. Bei Frankfurt a. M. findet man die Raupe, nach G. Koch, im Mai und Juni auf der Wolfs- milch und dem Wollkraut (Verbascum Thap- sus), und die der zweiten Generation Ende August und im September fast nur auf der Cypressen - Wolfsmilch (Euphorbia Cyparissias), seltener an den Blüthen des Spitzwegerich (Plantago lanceolata). Nach Treitschke frisst sie im Juli und August auch auf Sambucus Ebulus, nach 0. Wilde an Trollius europaeus. 11. Gattung. Winterstern. Eranthis. 12. Gattung. Nieswurz. Helleborus. d. Fliegen. 1. Phytomyza Hellebori ii. sp. Ernst Hofmann in Stuttgart entdeckte die Larve Anfangs Mai an den Blättern von Helleborus niger minireud. Sie Trollius europaeus. 12 Klasse I. Zweisamenbliittrige Pflanzen. Helleborus viridis. weidet grosse Plätze aus, welche meist die ganze Spitzeuhcälfte eines Blattes einnehmen. Fliege: in die Meigen'sche Abtheil. B. b. gehörend. Sie ist '/4 — '/o Linie lang; Kopf gelb, ein kleiner Scheitelfleck, die Augen, star- ken Fühler, die am Grunde dicken, fast knie- förmig abwärts gebogenen Fühlerborsten und die Tasten schwarz. Die Scheitel-, Stirn- und spärlichen Knebelborsten tiefschwarz. Brust- und Hinterleibsrücken, die Seitenränder des Schildchens dunkelbraun bis schwarz ; die Brust- seiten, ein breiter Mittelstreif über das Schild- chen blassgelb, die Unterseite des Thoi-ax braun. Hinterleibsringe oben braun, letztes Segment mit lichterm Hinterrande, Legeröhre des 9 glänzend schwarz, von doppelter Länge des End-Segments, sehr dick, stumpf und fast prismatisch ; Schwinger weiss, Flügel sehr gross, wasserklar. Beine schmutzig graugelblich, Schienen braun, Füsse noch dunkler gefärbt. 13. Gattung. Tolldocke. Isopyrum. 14. Gattung. Schwarzkümmel. Nigella. 15. Gattung. Akelei. Aquilegia. b. Falter. 1. Polia Chi, X. lebt in 2 Generationen im Mai , Juni und im August , Sej^tember an Aquilegia, Lactuca, Sonchus etc. Sie verwan- delt sich an der Erde innerhalb eines zarten, weissen Gesj)innstes. Die Falter von überwin- terten Puppen erscheinen im Mai ; die der ersten Generation entwickeln sich im Juli. (Wilde). 2. Mamestra dysodea, SV. Die Raupe nährt sich im Sommer von Artemisia , liactuca, Aj)ium, Akelei und andern Gartenkräutern und vex'wandelt sich in einer geleimten Erdhöhle. Die Entwickelung des Falters erfolgt im Juli oder August. 3. Polia dysodea, Tr. (Siehe Apium.) Hb. Die Raupe dieses seltenen Falters fand E. Hofmann im Mai bei Kufstein in zusammengelegten Blättern von Aquilegia vulgaris. Die Verpuppung geht an der Nahrungspflanze und die Entwick- lung Mitte Juni vor sich. 5. Pterophorus Cosmodactylus, Hb. Die Raupe verzehrt nach Frey die Samen der Akeley, indem sie die Kapseln mit rundlichem Loche anbohrt und durch dasselbe mit dem Vorderkörper eindringt. Die Verwandlung geht Acxuileg. vulgaris. 4. Olindia ulmana. llalinenfussgewacliso. Rananculacoae. lö an dei" Nahrungspflanze selbst vor sich; die Puppe hängt frei an den Frucht- stielen oder Kapseln und liefert nach 14 Tagen bis 3 Wochen den Falter. c. Blattwespen. C. Nematus Aquilegiae, Voll. Nach Dr. 8. C. Snellen von Vollen- hoven (Teydschrift voor Entomologie, 18G6, I. Deel, 5. Aflevering, Taf. 9) lebt die Larve in Gelderland Anfangs Mai auf Aquilegia vulgaris L. Sie hat* 20 Füsse , der Kopf ist nach der letzten Häutung glänzend , bräunlich- grün, die Augen von schwarzem Hof umgeben; der Scheitel mit kurzen Börstchen besetzt. Das Colorit ist oben hellgrün, unten blässer. Die nackte Haut zeigt zahlreiche Querrunzeln und ist auf jedem Segment mit 2 Eeihen äusserst klehier dunkelgrüner Dörnchen besetzt. — Die Verjjuppung begann schon in der letzten Hälfte des Mai, die Wespen erschienen Anfangs Juni. — Ich fand die Rauj)en der Sommergeneration Ende September i^nd Anfangs October in verschiedener Grösse auf derselben Pflanze am Bahnhofe in Maestricht und im Brühl er Park. Die Jüngern frassen im Zimmer bei reich- lichem Futter noch 12 — 14 Tage fort, worauf sie sich in die Erde verkrochen und verpuppten. Schon im nächsten Februar erhielt ich die ersten Wespen, welche im Freien erst gegen Ende Ajiril erscheinen mögen. — Die Eaupen benagen den Blattrand, an dem sie meist gesellig sitzen. cl, Mücken. 7. Phytomyza Aquilegiae, Tlardij. — ? Phyt. albiceps, Me'ig. — ? minuscula, Gonr. — ? aneholiae, Hol). Dcsv. Die Larve minirt nach eigener Beobachtung im Juni die Blätter von Aquilegia vulgaris. Sie macht anfangs weisse, oberseitige, geschlängelte Gänge und zuletzt grosse unregel- mässige Flecke, die sie zur Zeit der Reife verlässt und sich zur Verwandlung in die Erde begibt. f. Schnabelkerfe. 8. Hyalopterus (Aphis) Aquilegiae, Koch. Diese Blattlaus findet sich im Mai vereinzelt auf der Unterseite der Blätter des Akelei. Im Juni erscheinen Larven und geflügelte Mütter in grösserer Zahl. Letztere sind gelbgrün ; der Kopf, die Beulen des Brustrückens und Querstreifen auf den letzten Hinterleibsringen schwarz. Honigröhrchen kurz und wie das längere Afterstielchen gelb. — Ich fand diese Pflanzenlaus 1866 bei Maestricht noch Ende September in grosser Menge in flügellosem Stande. 16. Gattung. Rittersporn. Delphinium. b. Falter. 1. Charielea Delphinii, L. Ist nach G. Koch in Frankfurt a. M. ein Zugvogel, der, dem südlichen Frankreich angehörend, nur bei anhal- tend warmen Sommern sich bis zum Main und nach Hering selbst noch nördlicher verirrt und alsdann die Raupe im Juli oder August auf dem Feld- Rittersporn (Delphinium consolida) zurücklässt, deren Samen und Blätter ver- zehrend. Der schöne Falter erscheint im Mai und Juni. 14 Klasse. I. Zweisamenblättrige Pflanzen. 2. Dianthoeeia Eehii, Brich. Raupe nach Treitschke im September und Oktober an Sileue otites, nach 0. Wilde im Juli auch an Echium vul- gare und Del2:)hinium consolida, nach Dr. Rössler noch an Gypsophila f'astigiata. Der Falter in Oesterreich und Ungarn, und auch dort nicht häufig. Herr Brahm fand ihn (wohl die Raupe!) bei Mainz im August und September unter den Blättern des Natterkopfs (Echium vulgare). 3. Mamestra Pisi, Hb. (Siehe Trifolium.) 4. M. cappa, IIb. Herr Dahl entdeckte die Raupe in Dalmatien im Juni an Delphinium Sta- phisagria , welche Pflanze auch schon in Istrien auftritt. Der Falter erscheint daselbst im März und April. 5. Aniphipyra tragopoginis, /.. fliegt in den Frühlingsmonaten; die Raupe nährt sich im Mai und Juni auf dem Bocksbart (Tragopogon pratensis), Spinat (Spinacea oleracea), der Kratz- distel (Cirsium arvense), dem Ampfer (Rumex), dem Rittersporn und auf Peucedanum Oreose- linum. 6. Hydroeeia umbra, H]n. — jnarginata, F. (S. Ononis.) d. Fliegen. 7. Agromyza maura, Mg. Zeit. Die Larve minirt, nach v. Frauenfeld, in den Blättern von Delphinium Staphysagria (in Dalmatien). Delpl). consolida. Aconitum Napellus. 17. Gattung. Aconitum. Eisenhut. Sturmhut. a. Käfer. 1. Haltica (Crepidodera) alpicola, Ulr. Dieser kleine Käfer benagt die Blätter des Eisen- huts. Er ist von F. Schmidt aus Laibach in den Krainer Alpen auf dieser Pflanze entdeckt wor- den. (Jahresb. des Vereins des Krain. Landes- Museums, p. 29.) 2. Haltica cyanescens, Duft, lebt im deutschen Hochlande auf xVconitum Napellus und Veratrum album. b. Falter. 3. Arctia Caja, L. (Siehe Rubus), 4. Amphipyra tragopoginis, L. (Siehe Delphinium.) 5. Plusia illustris, Fb. Die Raupe wurde in der Schweiz und im südlichen Deutschland auf dem 'NVolfs-Sturmhut(Acon. Lycoctonum) gefunden. Hahnoiigev.iichs Rauunculaceae. 15 (;. Plusia moneta, Fb. Die Raupe soll im Mai und Juni auf dem blauen und gelben Sturmhut (Aconitum Napellus et Lycoctonum) gefunden werden. Im Mai, wo sie noch klein ist, hält sie sich an den Jüngern Trie- ben auf, später greift sie auch die untern, altern Blätter an. Die Verwand- lung erfolgt im Juli zwischen zusammengezogenen Blättern der Nahrungs- pflanze. Der Falter entwickelt sich im Sommer. d. Mücken. 7. Phytomyza nigrieornis, Meig. Die Larve dieser kleinen Fliege minirt, nach Dr. Scholz, in den Blättern des Sturmhuts. Die Minen befinden sich gewöhnlich in den B latt zip fein , wo sie schon aus einiger Entfernung als braune Flekeu dem Blicke erscheinen. f. S chnabelkerfe. 8. Aphis Napelli, Sclik. Paula Schranck fand diese Blattlaus in zahl- reichen Gesellschaften an den Blättern von Aconitum Napellus. 18. Gattung. Christofskraut. Actaea. b. Falter. 1. Lobophora appensata, Eversm. Herr C. F. Hofmann fand die Raupe im Juli bei Regensburg auf Actaea spicata zwischen Gesträuch. Die junge Raupe bohrt sich in die unreifen Früchte ein, ver- lässt dieselben aber bald und greift nun die Blätter an, die sie in der Nähe des Blattstieles durch- löchert. Ihr Aufenthalt ist in einem Gespinnste, das sie weitläufig zwischen Blättern , Blüthen und Früchten anlegt. Ende Juli und Anfangs August begibt sie sich behufs ihrer Verwandlung an die Erde , wo sie sich in einem Erdcocon verpuppt. Der Falter erscheint im Zimmer im April oder Mai (Wien, entom. Monatscrift Bd. VIII. Nr. 1.) 2. Eupithecia argillacearia, //6'c7i. Die Raupe bei Regensburg Mitte Juli in den Beeren des Christofskrautes und nährt sich wie die Vorige von den unreifen Früchten. Nach ihrer VoUwüchsig- keit verlässt sie ihre Wohnung und verpuppt sich darauf in einem Sandcocon. Der Falter entwickelt sich im nächsten Frühjahr, im Zimmer schon im J\Iärz. natschrift VIII. Nr. 11.) 3. Eupith. actaeata, Speyer. Die Raupe entdeckte Robert Grentzen- burg bei Danzig im August auf Actaea spicata. Sie benagt die Blätter am Rande und in der Mitte, ist Ende August erwachsen und bereitet ein enges Gespinnst an der Erdoberfläche. Die Entwickelung des Falters erfolgt im März oder April folgenden Jahres (Stett. entom. Zeit. XXX. Jahrg. p. 395 bis 400). Actaea spicata. (Wien entom. Mo- 16 Klasse I. Zweisamenblättrige Pflanzen. 19. Gattung. Wanzenkraut. Cimicifuga. 20. Gattung. Pfingstrose. Päonie. Paeonia. b. Falter. 1. Tortrix Klugiana, Fr. B. Die Raupe, deren Beschreibung Fr. Schmidt in Laibach in Fr. v. Roeslerstamm's Beiträgen gehefert hat, wurde von Mann und Schmidt im April und Mai zwischen den zusammengesponnen Blatt- und Blüthenknospen von Paeonia officinalis entdeckt. Der Falter erschien im Juni. 2. Hepialus heetus, H. Xach G. Koch lebt die Raupe an den Wurzehi der Primeln und verschiedener Gräser. Herr Mühlig vollendete die Zucht mit Ampferwurzeln. Sie lebt am Tage an den Wurzeln dieser Pflanzen, macht von einem Wurzelstocke zum andern Gänge in der Erde, welche sie Nachts zu verlassen pflegt, um auch die grünen Stengel und Halme zu kosten, und kann dann mit der Laterne gefun- den werden. Der Falter erscheint Mitte Mai und im Juli. Paeonia officinalis. II. Familie. Sauerclorngewächse. Berberideae. I. Gattung. Berberitze. Berberis. b. Falter. 1. Hadena thalassina, Brlh. Die Raupe kommt nach G. Koch im August und September erwachsen auf Spartium, nach Dahl u. A. auf Bir- ken und Berberitzen vor. Die Verwandlung geht in der Erde unter der Nahrungspflanze vor sich; der Falter der überwinterten Puppe im folgenden Mai und Juni. 2. Hadena contigua, Fb. Die Raupe dieser Eule soll nach Hüb ner auf Berberitzen, nach Treitschke an Genista germanica, pilosa, sagittalis und linctoria, Chenopodium bonus Henricus, Senecio Jacobaea, Vaccinium Myrtillus, nach G. Koch im September und October auf Ginsterarten, vor- züglich auf Spartium, nach Wilde auch auf Achillea, nach Dr. Rö ssler an Solidago Virgaurea und Rubus-Arten leben. Die Verwandlung geschieht in der Erde; der Falter erscheint im Mai allenthalben in Deutschland, jedoch nicht häufig. 3. Rhizogramma petrorhiza, Brich. Die überwinternde Raupe nährt sich nach Treitschke auf dem Berberitzenstrauch und von mehreren niedrigen Sauerdorngowächse. Berbcriileae. 17 Pflanzen , imd erreicht Ende Mai ihre volle Grösse von fast 2 Zoll. Zur Verwandlung macht sie in der Erde eine geleimte Höhle, worin sie sich ver- puppt. Der Falter entwickelt sich sehr ungleichmässig, vom .Tuli bis in den August. 4. Orgyia selenitica, Esp. (Vergl. Prunus, Erica.) 5. Eupithecia exiguata, Ilh. Die Raupe dieses kleinen Spanners lebt nach Treitschke und 0. Wilde im August und September auf dem Sauerdorn und verwandelt sich im Herbst zwischen zusammengesponnenen Blättern. Die Puppe überwintert und liefert den Falter im Mai, Juni. (), Cidaria Berberata, Hh. Die Raupe lebt nach Schwarz in zwei Varietäten auf der Berberitze. Mitte Juli ist sie zur Verwandlung reif, die zwischen zusammengezogenen und mit weisslichem Gewebe ausgekleideten Blättern stattfindet. Nach G. Koch's Angaben erscheint die Raupe in zwei Generationen , einer im Juni und einer im August ; der Falter der Herbst- generation fliegt im Mai, der der Sommergeneration im Juli. 7. Acidalia certata. Hb. Die Raupe lebt nach Hüb n er und Koch im März und April, nach Speyer auch im Juni und Juli auf dem Sauerdorn. Der Falter erscheint zweimal, im Mai und dann im Juli. 8. Exapate Gelatella, L. Die Larve dieser Motte lebt nach Senator V. Heyden Anfangs Mai zwischen zusammengesponnenen Blättern auf Ulmen, "Weissdorn, Schlehen, Himbeeren u. A. Sie zieht die Blätter kraus zusammen und macht sich röhrenförmige, zolllange Gänge von weissem Gewebe, das fest, hart und netzartig durchlöchert ist. I;i diesem Gewebe verpuppt sie sich in dem Zwinger. Der weitverbreitete Falter erscheint nach zwei- bis drei- monatlicher Puppenruhe oft schon im Spätherbst oder zu Anfang des Winters und nach Ueberwinterung noch im Februar und März. 9. Doloploea punctulana, SV. Raupe nach Dr. Rössler auch an Berberis vulgaris. 10. Tortrix vulpisana, HS. wurde von Major v. Reichlin aus Raupen erzogen, die Anfangs Mai in versponnenen Blättern an Cornus und Berbe- ris lebten. 11. Gelechia Pedisequella, Hh. — Gel. MoufFetella , Ti\ Nach V. Tischer lebt die Raupe im Mai in einem Gewebe zwischen zusammen- gezogenen Blättern der Zweigspitzen auf Lonicera Xylosteum und Periclyme- num und Berberis vulgaris. Erwachsen ist sie schwarz, am Kopfe, der Nackenschild, die Brustbeine und die Afterklappe blaugrau; der Halsschild ist fein weiss gerandet, und die Seiten der zwei letzten Ringe führen einen weissen Längsstrich und oberwärts ein kurzes Querstrichelchen (Lienig, V. Tischer). Der Falter fliegt in Sachsen und Oesterreich Ende Juni und Anfangs Juli. 12. Gelechia Scopiilella, Hh. Die Larve dieser Schabe lebt, nach V. Geyer in Augsburg, im Juni auf Berberis vulgaris, zwischen zwei zu- sammengezogenen Blättern , deren Innenseite sie benagt. Der Falter er- scheint im Juni, Juli. 13. Anchinia (Carposina) Berberidella, HS. 14. Hypsolophus quadrinellus , HS. Kaltenbach Pflanzenfeiude, ^ 18 Klasse I. Zweisamenblättrige Pflanzen. c. Blatt Wespen. 15. Hylotoma Berberidis, SchJc. Die Larve dieser Blattwespe leLt von Ende Mai bis halben Juni auf dem Sauerdorn, dessen Blätter sie verzehrt. Brischke traf die Larve bei Danzig in der ersten Hälfte des September 1858; ich selbst beobachtete sie um dieselbe Zeit bei Boppard in verschiedener Grösse, und in solcher Häufigkeit, dass die um den dortigen Bahnhof angepflanzten Berberitzenbüsche theils entblättert, theils durch Raupenfrass ganz verun- staltet dastanden. Noch im September gingen sie in die Erde zur Verwand- lung und erschienen im nächsten Frühling als Wespe. Nach Nördlinger ver- puppt sie sich in einem maschigen Cocon an der Erde. Die Wespe der zweiten Generation, aus überwinterten Puppen, entwickelt sich im Mai des nächsten Jahres, die aus Frühlingsraupen erscheinen im Juli. 16. Hylotoma enodis, tilg. (Siehe Rosa.) Die Raupe soll in Frank- reich häufig die Berberitzensträucher ihres Blätterschmuckes berauben. — Sollte tier nicht ein Bestimmungsfehler obwalten ? Erneuerte Züchtung und gründ- liche Vergleichung des erzielten vollkommenen Insektes wäre desshalb höchst erwünscht. d. Mücken. 17. Lasioptera Berberina, SchrJc. Diese winzige Mücke soll nach Schranck's Beobachtung in kropf- föi-migen Auswüchsen leben. Dr. L. Kirchner sagt, dass diese Gallen vielkammerig , höckerig,, rauh und von rothbrauner Farbe seien und an den Stengeln zwischen den Dornen sitzen. Die Mücke erscheint Mitte Mai. (Lotos, Jahrg. V. 1855). 18. Trypeta Cerasi, L. — signata, Meig. (Siehe Prunus.) 19. Trypeta Meigenii, Locw. Die Made die- ser Bohrfliege lebt nach Justizrath Boie aus Kiel (der sie in seinen Angaben über die Lebens- weise verschiedener Insekten in der Stett. entom. Zeit, als Trypeta alternata bestimmt hatte), in den Beeren der Berberis vulgaris. Dieselbe Beobach- tung machten auch Dr. Dahlbom und Justizrath Staeger; letzterer fand die Larven häufig, doch in jeder Beere nur eine. Die Verwandlung geschieht in der Erde. Goureau erzielte neben 50 Exem- plaren der Trypeta Meigenii auch 20 Stück der von ihm als neu aufgestellten Alysia-Art (Alysia ferrugator Gour.), den Schmarotzer der Fliege. f. Schnabelkerfe. 20. Aphis Berberidis, Kalt. Diese gelbe Blattlaus findet sich nicht selten im August an kränkelnden Berberitzen -Büschen, gesellig unter den Blättern der gemeinen und auch verschiedener cultivirter Sauerdornarten. Die Blätter behalten zwar ihre gewöhnliche Form, bleichen und entfärben Berberis vulgaris. Seerosengewiielise. Nymphaeaceac. 1 • ' sich caber bald und fallen vor der Zeit ab. (Kalt. Monogr. der Pflanzen- läuse p. 95). 2 1 . Psylla ? Ritter v. Frauenfeld fand wiederholt im Spätsommer auf der Unterseite der Blätter des Sauerdorns eine Psylla-Larve, die durch ihr Saugen daselbst eine Vertiefung verursacht, welche auf der Oberseite sehr auffallend bemerkbar wird. Sie zeigen sich hier als nadelknopfgrosse Pusteln von lich- terer Farbe, oft zu 30 — 40 auf einem Blatte. Die Erziehung soll eine schwie- rige sein. (Verhandl. des zool.-bot. Vereins. 1866, p. 979.) 22. Lecanium Berberidis, ScJirk., eine kleine Schildlaus, die nach P. Schranck an den Blättern der Berberis vulgai-is saugt. Die grössere Mehr- zahl der Arten dieser, den Gewächsen so lästigen Rhinchoten-Gattung sitzt an den (ein- und zweijährigen) Zweigen ihrer Nahrungspflanze, G. v. Frauen- feld fand diese Schildlaus an den holzigen Zweigen des Sauerdorn. III. Familie. Seerosengewächse. Nymphaeaceae. 1. Gattung. Seerose, Wasserrose. Nymphaea. 2. Gattung. Nixblume, Teichrose. Nuphar. a. Käfer. 1. Galeruca Nymphaeae, L. (Siehe Comarum.) 2. Donacia crassipes, F, lebt nach Gyllenhal, Dr. Sufi'rian, Lehrer Letzner und eigener Beobachtung auf den grossen Blättern der Seerose und der Nixblume, nach Dr. Rosenhauer auch an Typha latifolia. 3. Donacia Menyanthidis , F. In hiesiger Gegend häufig auf den Blättern der Seerose. b. Falter. 4. Nymphula potamogalis, L. — IST. nymphaealis, SV. Die Raupe lebt nach Reaumur auf Nymphaea alba und Nuphar lutea, vorzüglich aber auf Potamogeton natans unter einem elliptischen, auf der obern Blattfläche angeleimten Blattstücke. Ich fand sie im September und October theils auf der Ober-, theils an der Unterseite der Blätter, deren elliptisch ausgebuch- tete Ränder ihre Gegenwart sehr bald verriethen. Der Falter erscheint im nächsten Mai und Juni. 5. Nymphula nymphaealis, L. Die Raupe führt nach Linne auf Lemna eine ähnliche Lebensweise wie die Vorige und wird gewiss auch noch auf andern Wasserp^anzen leben. Fliegt in hiesiger Gegend nur da häufig, wo Nymphaea alba in Menge, Lemna aber gar nicht vorkommt. * 20 Klasse I. Zweisamenbliittrige Pflanzen. f. Schuabelk erf e. 6. Aphis Nymphaeae, L. lebt in zahlreichen Gesellschaften an ver- schiedenen Wasserpflanzen, als: Hydrocharis, Ilydrocotyle, Nuphar luteum, Nymphaea alba, Alisma plantago , Butomus und Potamogeton , deren einge- rollte junge Blätter, Blüthen und Blüthenstiele sie ansaugen. IV. Familie. Molmgewächse. Papaveraceae. 1. Gattung. Mohn, Klatschrose. Papaver. a. Käfer. 1. Ceutorhynchus maeula-alba, Hhst. Der Käfer wird auf allen deutschen Mohnarten gefunden. Der weibliche Käfer legt seine Eier (nach Klingelhöffer) an die Fruchtkapseln des Feldmohn und Gartenmohn (Pa- paver somniferum), von deren jungen Samen sich die Larven ernähren. Es finden sich oft 6 — 7 Larven in einem Fruchtknoten, die zur Verwandlung ihre Wohnung verlassen und sich in die Erde begeben. Die Entwickelung des Käfers findet im nächsten Frühlinge statt. (Stett. entom. Zeit. 1843. p. 88.) 2. Ceutorhynchus albovittatus, Germ, und 3. Ceutorhynchus abbreviatus, Fh. werden bei Wien häufig auf dem Feldmohn gefunden. Die Larven dürften in den Kapseln desselben zu fin- den sein. Mohngewiicliso. l'aiiaveraceae. 21 b. Falter. 4. Mamestra Brassicae, L. Der Falter fliegt im Mai und Juni und wie seine meisten Verwandten des Nachts. Die jungen Räui^chen benagen die Obei'haut der Blätter; älter und stärker geworden, fressen sie Löcher hinein und graben sich fressend immer tiefer in das Herz der Pflanze, be- sonders an dem Wirsing und weissen Kopfkohl, an denen ihr Frass sehr merklich und lästig auftritt. In ihren Gängen häuft sich der ekelhafte Un- rath au, so dass, wenn sich mehrere Raupen in einem und demselben Kopfe zusammenfinden, derselbe ausgehöhlt wird und bei nasser Witterung leicht in Fäulniss geräth. Die Raupe der Kohleule zieht die ver- schiedenen Kohlarten allen übrigen Garten- gewächsen vor, doch wurde sie auch schon an Salat und Ampfer angetroffen. Sie findet sich nach Nördlinger von August bis October, nach Bouche von Juli bis September. Zur Yerpuppung begibt sie sich in die Erde und verwandelt sich nach 14 Tagen in eine hell- braune Pupj)e, welche nach Ueberwinterung im Mai den gemeinen Schmetterling liefert, 5. Seiaphila Wahlbomiana , Hb. Die Raupe dieses gemeinen Wicklers wohnt im Mai und Juni zwischen zusammengezogenen Gipfel- blättern mancherlei Krautgewächse als : Veronica Beccabunga, Lamium, Plantago, Paj)aver Rhoeas, Carduus, Lysimachia vulgaris. Ich finde sie häufig im Juni in dem Blüthenboden der Wucher- oder grossen Gänseblume , deren Raudblümchen sie über sich deckt und festspinnt. Der Falter entwickelt sich Ende Juni oder im Juli. Papaver somniferum. c. Wespen. 6. Cynips (Aylax) minor, Hrt. Die Larven leben nach Hartig, Dr. A. Förster und eigener Beobachtung in Samengehäus-Gallen des Feldmohn (Pa- paver Rhoeas). 7. Cynips (Aylax) Rhoeados, M. — Kl. (Ob verschieden von der vo- rigen ?) Die Larve lebt in harten , vielkammerigen Gallen , die sie in den Samenkapseln des Feldmohn erzeugen. College Dr. A. Förster erzog als Feinde und Schmarotzer der Gallwespe: Pezomachus Papaveris Fr st., Rap- trocnemis Papaveris Frst.., Pteromalus Papaveris, Frst. und Camtoptera Papa- veris Frst. d. Fliegen. 8. Phytomiza albiceps, Meig. Die Larve von dieser gemeinen Fliege nrjnirt im Juni auch die Blätter der rothen Kornblume (Papaver Rhoeas) und 22 Klasse I. Zweisamenblättrigo Pflanzen. verpuppt sich am Ende des geschlängelten schmalen Ganges an der untern Blattflilche, Die Fliege entwickelte sich in meinem Zimmer Anfangs Juli. 9. Cecidomyia papaveris, Whm. und 10. Cecidomyia callida, Wimi. deformiren im Larvenstande die Samenkapseln des Feldmohn, Papaver Rhoeas et dubium. Die Larven er- zeugen durch ihr Saugen eine starke Verdickung der Fachwände, so dass die Samenfächer nach und nach enger und ganz unkenntlich werden. Es finden sich gewöhnlich beide Mückenarten in derselben Frucht zusammen, die sich auch darin verpuppen; College Dr. A. Förster erzog ausser der Mücke auch mehrere Schmarotzer der Larven (Linnaea entom. Band VIIL pag. 229). Aus der überwiegenden Anzahl von Cecidom. papaveris in jeder Galle sollte man zu schliessen geneigt sein, dass C. callida W. nur Inqui- line, C. papaveris aber Urheberin der Deformation sei. A. Laboulbenes lie- fert in den Annal. de la soc. Entom. de France 1857, p. 565 eine ausführ- liche Beschreibung der Letztern in allen Ständen. f. Schnabelkerfe. 11. Aphis papaveris, Fb. (Siehe Vicia). 2. Gattung. Schölkraut, Goldwurz. Chelidonium. b. Falter. 1. Polia flavicincta, SV. Die Raupe überwintert und wird im Früh- ling bis zum Juli an verschiedenen Krautpflanzen, als: Ampfer, Beifuss, Schölkraut, Kreuzkraut u. A. gefunden. Sie verwandelt sich in der Erde und liefert den Falter im August oder September. 2. Euplexia lucipara, L. (Siehe Meli- lotus.) 3. Tortrix consimilana , Hb. — semi- albana, Gnen. Die Raupe soll nach Dr. Breyer aus Bruxelles in gerollten Blatttheilen von Che- lidonium majus leben. f. Schnabelkerfe. 4. Aleurodes Chelidonii, Lafr. — pro- letella, L., ein winziges vierflügeliges, weiss- bestäubtes Insekt, das sich im Sommer unter den Blättern des Schölkrautts in kleinen Gesell- cwidonium majus. Schäften findet. Daselbst legt sie auch ihre gelb- lichen, mit weissem Duft bedeckten Eierchen. Die ausschlüpfenden Läivchen saugen sich, wie das vollkommene Insekt, an der untern Blattfläche fest, verursachen aber keine Deformation am Blatte. 5. Aphis Chelidonii, Kalt, eine gelblich-lauchgrüne, etwas weisslich Erilrauchgewächso. Fumariaceae. 2a bestäubte Blattlaus, welche von August bis October gesellig an den Blüthen- stielen des Schölkrauts saugt. (Vergl. Brassica.) 3. Gattung. Hörnermohn. Glaucium. y, Familie. Erdrauchgewäclise Fumariaceae. 1. Gattung. Erdrauch. Fumaria. 2. Gattung. Lerchensporn. Corydalis. b. Falter. 1. Doritis mnemosyne, L. Die Raupe lebt im April und Mai am knolligen Lerchen- sporn (Corydalis bulbosa L. — C. solida -SV>?,), am Tage an der Erde zwischen Laub verbor- gen, woselbst sie sich Mitte Mai in einem dich- ten Gespinnst verwandelt. Corydalis bulbosa. YI. Familie. Kreuzblümler. Cruciferae. 1. Gattung. Levkoye. Mathiola. 2. Gattung. Goldlack. Cheiranthus Cheiri. a. Käfer. 1. Baridius picinus, Genn. Die Larven leben in Rapsstengeln und in denen von Chei- ranthus Cheiri. Die weissen Maden finden sich ge- wöhnlich gesellschaftlich, graben Gänge im Marke der Nahrungspflanze und verwandeln sich darin ohne Cocon zum Käfer. b. Falter. 2. Agrotis pronuba, L. IIb. Die über- ^ \Y /K winterte Raupe findet sich im April und Mai cheiranthus Cheiii. 24 Klasse I. Zweisameublättrige Pflanzen. auf Goldlack, Kohl, Yeilclien, Ampfer, Levkoyen und andern Krautgewächsen. Bei Tage liegt sie verborgen und frisst des Nachts. Die Verwandlung geht in der Erde in einer zei'brechlichen, leicht geleimten Erdhülse vor sich ; der Falter ei'scheint im Juni und Juli und schwärmt Nachts gern um Kleeblumen. 3. Brotolomia meticvilosa, L. Hb. (Yergl. Rubus). 4. Plutella cruciferarum, Zell. Die Eaupe dieser gemeinen Schabe ist polj'phag und nährt sich am liebsten auf Cruciferen. Ich erzog den Falter aus Raupen, welche in den Blüthen von Diplotaxis tenuifolia lebten; ein an- dei-es Mal fand ich die Räupchen zwischen den Käschen des Blumenkohls. Mr. Focillon traf die grüne Lai've in den Schoten des Rübenkohls, worin sie sich bis zur Verwandlung von deren Samen nährt; zuletzt nagt sie eine der Klappen durch und verpuppt sich in einem lockern Gewebe, woraus nach 14tägiger Puppenruhe der Falter hervorgeht. Hr. Kawall, dem die Raupen den Blumen- und Kopfkohl zerstört hatten, erhielt auch den schmarotzenden Feind dieser Motte (den Campoplex majalis Grv.). 5. Plutella porreetella, SV. (Tin. hesperidella Hh.). Die Raupe lebt nach De Geer und eigener Beobachtung im März, April und Mai auf Hesperis matronalis, nach Linne auf vei'schiedenen Cruciferen, nach Mühlig auf Goldlack. Sie hält sich in Gesellschaft zwischen den zusammengespon- nenen Herzblättern junger Pflanzen auf, die sie nicht selten ganz zerstören. Die Verwandlung erfolgt in ihrem Gespinnst oder an der Unterseite eines Blattes in einem seidenartigen, netzförmigen Gespinnst. Ich ei'hielt die Schabe Ende April und im Mai aus Frühlingsraupen; im Freien fing ich sie häufig noch im Juli, wahrscheinlich von der zweiten Generation. 3. Gattung. Barbenhederich. Winterkresse. Barbarea. d. Fliegen. 1. Ceeidomyia Sisymbrii, Sclüc. Die gelbe Made lebt im Mai und Juni in den Blü- then von Barbarea vulgaris , deren Fruchtkno- ten und Antheren durch ihr Saugen so stark anschwellen, dass die von ihnen bewohnten Blü- then eine gallenartige Deformation erleiden. Aehnliche Missbildungen erzeugen sie vom Juni bis October auf Sisj'mbrium sylvestre. Die Ver- wandlung geht in der Wohnung selbst vor sich, so dass sie erst von der ausgebildeten Mücke verlassen wird. 4. Gattung. Brunnenkresse. Nasturtium. a. Käfer. 1. Haltiea (Phyllotreta) nemorum, L. Die gelbe Larve minirt die Blätter der Hirten- tasche (CapseUa bursa pastoris), häufiger jedoch die Blätter junger Rüben (Brassica Rapa), oft ganze Garteubeete verheerend und nicht selten zu 5 bis 8 Barbarea vulgaris. Kieuz'blümldr. Cruciferao. 25 Nasturtium officiualis. in einem Blatte lebend; ich traf sie auch in Sinapis arvensis und alba. Zur Verwandlung verlässt die Larve ihre weisse oberseitige Mine und geht in die Erde. Die Entwickelung des Käfers (Erdilohs) erfolgte im Juli. Larve: Gfüssig, orangengelb, 1 '/j Linie lang, Kopf schwarz, schmäler als der Halsring. Fühler kegelförmig, kürzer als die Kiefertaster. Auf dem Halsring ein breiter, brauner, schild- förmiger Fleck, auf dem zweiten und dritten Brustringe befinden sich 8 braune Schwielchen, von denen die äussern seitlichen halbmondför- mig, das zweite und fünfte rundlich und grösser sind, die vier inneren stehen genähert, paar- weise hinter einander. Auf jedem Leibesringe sind viele punktförmige braune Schwielen in 3 Querreihen geordnet, wovon die hintere Reihe 6 — deren 2 mittlere allemal sehr genähert stehen — enthält, die mittlere Reihe nur 2 und die vordere 6 Wärzchen zählt. Der Afterring oben mit schwarzbraunem Schildchen ; der ein- ziehbare Haftfuss gelb. Jedes Bauchsegment ist mit zwei Querreihen brauner Fleckchen versehen (in der vordem Reihe stehen nur 2 , in der hintern 6 solcher Flecke). Brustfüsse schwarz. 2. Haltiea vittata, Bdt. und 3. Haltiea excisa, Bdt. leben nach Fou- dras auf Nasturtium amphibium. 4. Poophagiis Nasturtii, Plc. Dieser kleine Rüsselkäfer wurde von Dir. Suffrian und Lehrer Cornelius bei Dortmund, von Lehrer Miuk auch bei Crefeld auf der gebräuchlichen Brunnenkresse (Nast. officinale) gefunden, 5. Poophagus Sisymbrii. F. Dieser Käfer lebt nach Panzer und Gyllenhall auf Sisymbrium amphibium, nach Lehrer Mink bei Crefeld auch auf Xasturtium officinale. 6. Haltiea Rapa , lU. — Psilliodes Napi, Ent. H. Mr. Goureau fand die Larve im Juni im Stengehnark der Brunnenkresse, oft zu 2 und mehr in einem Stengel unter einan- dei% Anfangs Juli erwachsen, verlässt sie ihre Wohnung und begibt sich in die Erde, woraus nach wenigen Tagen der Käfer hervorgeht. (Ann. d. 1. soc. ent. de France; 1864 p. 668.) d. Fliegen. 7. Ceeidomyia Sisymbrii, Sclik. (Siehe Barbarea.) NasturtiuTii amphibium. 26 Klasse I. Zweisamenblättrige Pflanzen. 5. Gattung. Gänsekresse. Arabis. 6. Gattung. Schaumkraut. Cardamine. a. Käfer. 1. Haltica (Phyllotreta) flexuosa, III. Dieser schöne Erdfloh wird im Frühling auf verschiedenen Kreuzblüthlern angetroffen. Ich fand ihn in hiesiger Gegend fast ausschliesslich an schattigen nassen Waldstellen auf Car- damine amara. Die durchlöcherten, zerfressenen Blätter verrathen bald seine Gegenwart. Cochlearia armoracia scheint er auch nicht zu verschmähen, da ich ihn schon wiederholt daran beobachtete. 2. Phaedon Betulae, L. — Ph. Coehleariae, Fb. wurde von Gyl- lenhall und mir auf Veronica beccabunga gefunden; häufiger traf ich den- selben im Frühling an nassen Waldstellen auf Cardamine amara an. Die Larve entdeckte ich gleichzeitig mit denen von Helodes beccabunga Hellw. an dem Quellen- Ehrenpreis, deren Blätter sie auf der Unterseite benagt. Die Verwandlung geht in der Erde ohne Gespinnst vor sich; die Puppenruhe währt nur 14 Tage. Hr. Cornelius beobachtete zwei Generationen der Larve, die Frühlingslarven fand er im Mai, Juni, die zweite Generation im September. (Stett. ent. Zeit., 1863 p. 123.) b. Falter. 3. Pontia Cardamines, L. Die Raupe dieses gemeinen Tagfalters nährt sich von den Blättern verschiedener Cruciferen, als: Alliaria Cardamine pratensis. officinalis, Cardamine impatiens, Turritis glabra, Brassica campestris u. a. 4. Pontia Brassieae, L. Die Raupe lebt im Sommer und Herbst auf allen Arten von Kohl, Rettig, Meerrettig, Senf, Kresse, Kapuzinerkresse und Levkoyen. Die Eier werden von dem Schmetterling in Klümpchen auf die untere Blattfläche gelegt. Durch ihre oft zahllose Menge wird die Raupe sehr schädlich. Indessen hat sie auch zahlreiche grössere und kleinere Feinde, namentlich unter den Schlupfwespen und Fliegen, welche weit mehr dersel- ben tödten, als durch Menschenhände dem Tode überliefert werden. f. Schnabelkerfe. 5. Cimex festiva, L. und 6. Cimex ornata, Fh. Beide Wanzen saugen im Frühlinge, oft in Mehrzahl, die zarten Stengeltheile und Blätter der Cardamine amara und Card, pratensis an. 7. Gattung. Zahnwurz. Dentaria. b. Falter. 1. Tortrix Steineriana, SV. Von Ernst Hofmann auf Dent. ennea- phyllos gefunden. (Vergl. Sanicula.) Kreuzblümloi'. Cruciferao. 27 Hesperis. Hesperis matronalis. 8. Gattung. Nachtviole, Matronale. b. Falter. 1. Pontia Rapae, L. Rübenwelssling. Nahrungspflanze und Lebensweise dieselbe, wie bei Pont. Brassicae. (Yergl. Cardamine 4.) 2. Pontia Cardaniines, L. Kressen- falter. Aurorafalter. (Siehe Cardamine.) 3. Argynnis paphia, Gnd. Der Silber- strich. (Vergl. Rubus.) 4. Spilosoma lubricipeda, IIb. (Siehe Rubus.) 5. Plutella porrectella, SV. (Siehe Chei- ranthus. 9. Gattung. Rauke. Sisymbrium. a. K ä f e r. 1. Colaphus Sophiae, Schtl. lebt nach Panzer auf Sisymbrium Sophia, doch gewiss auch noch auf andern Cruciferen, da der Käfer hier nur zwischen dem Ge- treide aufAeckern gefunden wird, Sophia aber \insrer Gegend gänzlich fehlt. 2. Poophagus Nasturtii, Pk, und 3. Poophagus Sisymbrii, Fb. (Yergl. Nasturtium.) b. Falter. 4. Pontia Dapli- diee, L. (Vergl. Bras- sica.) 5. Botys margari- talis, Hb. (Siehe ebend.) 6. Botys Sophia- iis, Hb. (Vergl. Rubia, Lysimachia.) 7. Lithostege gri- seata, SV. Die Raupe lebt im Juni und Juli auf Sisymbrium Sophia und fi'isst vorzugsweise die grünen Samenschoten (Wilde). 8. Cerostoma Si- symbrella, SV. — vi- tella, L. Nach dem Wiener Verzeichniss soll die Raupe auf Sisymbrium Sophia in den zusammengezogenen Blättern leben. f. Schnab elk erfe. 9. Aphis Nasturtii, Kalt. (Siehe AUiaria.) Sisymbi-ia officinale. Sisymbrium Sophia. 28 Klasse I. Zweisamenblättrige Pflanzen. 10. Gattung. Lauchhederich, Lauche!. Alliaria. b. Falter. 1. Pontia Cardamines, L. (Siehe Cardamine.) 2. Pontia Napi, L. Repsfalter. Die Raupe lebt im Sommer ein- sam auf Kohl, Reps, Wau (Reseda lutea, luteola et o der ata) , Thurnikraut (Turritis glabra) , Alliaria officinalis. Der Falter erscheint nach 14tägiger Puppenruhe ; Spätlinge überwintern. 3. Arctia caja, L. (Vergl. Rubus,) 4. Botys forfiealis, L. Die grüne Raupe lebt an den grossen wur- zelständigen Blättern, die sie unter&eits anfrisst, durchlöchert, auch wohl bis auf die Mittelrippe verzehrt , ferner an Coch- learia, Brassica, wird nach Bouche in Gärten als schädliche Raupe auf Wirsing gefunden, dessen Blätter sie durchlöchert. Man findet sie im Mai und Juni, dann wieder von August bis October. Sie geht zur Verwandlung in die Erde und liefert den Falter (aus überwinterten Pup- pen) im Mai (nach Bouche), nach eigener Beob- achtung im August (aus Frühlingsraupen). 5. Plutella cruciferarum, Zdl. — Ti- nea Xylostella, SV. (Siehe Cheiranthus.) G. Adela Frischella, IIb. Dr. Rössler fand die Raupe im Mai an den Blüthen des Läuchels. Sie wohnt in einem Sacke, den sie mit sich herumträgt, und verbringt die schlimme Jahreszeit in Ruhe unter den Blättern. f. Schnabelkerfe. Alliaria officinalis. 7. Aphis Erysimi, Kalt. Diese grüne Blattlaus lebt gesellig an den Stengelspitzen und jungen Blättern des Läuchel (Alliaria officinalis). 8. Aphis Alliariae, Kocli. Diese Blattlaus wurde von Kreisforstrath Koch gegen Mitte Juni gefunden. Die Weibchen sitzen an der Rückseite des Blattes. Die geflügelten Töchter belagern die Stengelspitze, welche sie ansaugen. Das geflügelte Insekt ist grün; der Kopf, ein Querstrich über den Hals, die Thorax-Höcker, Querlinien auf dem Hinterleib und die Röhren schwarz. Die schwarzen Fühlerglieder sind am Grunde weisslich. (Koch, die Pflzl. Heft 7. p. 177.) Derselbe Entomologe führt in seinem Werke unter gleichem Namen eine braune Blattlaus auf, welche ausser Läuchel auch Sonchus oleraceus und Lactuca sativa zu Nahrungspflanzen haben soll. Diese ist aber die Linneische Aphis Sonchi, welche ich bereits früher als solche in meiner Monogr. der Familie d, Pflanzenläuse p. 28 beschrieben habe. Kreuzblümlcr. Cniciferae. 29 11. Gattung. Braye. Braya. 12. Gattung. Schotensenf. Erysimum. 13. Gattung. Kohl, Rübe, Raps. Brassica. a. K;lfoi\ (Senf. Sinapis.) 1. Haltica (Psylliodes) ohrysocephala, Ent. IL Dieser schädliche Erdfloh lebt nach Gyllenhall auf Rettigen (Raphanus sativus), nach Panzer und Hellwig auf Raps (Brassica napus), nach Kunze (Isis 1837 p. 52G) in den Stengeln des Rapses. Zur Zeit der Rapsblüthe kann man ihn in hiesiger Gegend in Menge von den Blü- then ablesen und noch reichlicher käschern. Er scheint sich von den zarten Blüthenorganen zu nähren und kann bei grosser Vermehrung der Oelsaat dadurch nachtheilig werden, lieber die frühern Stände vergleiche: Taschenberg, ge- krönte Preisschrift 1SG5 p. 69. 2. Haltica nemorum, L. (Siehe Xa- sturtium.) 3. Meligethes aeneus, Fb. Ileeger veröffentlicht im XIV. Bande der Sitzungsberichte der Wiener Akademie, die Xaturgeschichte die- ses sehr gemeinen und schädlichen Glanzkäfers. Die Eier werden in grosser Anzahl an die Fruchtknoten des Rapses und der Kohlrüben gelegt , so dass die Larven oft ganze Saaten verwüsten. Die grosse Menge des Käferchens, welches sich von dem Pollen und den Fructi- fications-Organen der Rapsblüthen nährt, richtet demnach noch nicht den grössten Schaden an, sondern die den Eiern entschlüpfenden Maden, welche die Hoffnung des Landmanns, die Samen- ernte, vereiteln. — Die Larve ist langgestreckt, gleichbreit, bräunliehgrau mit hornigem Kopf und zwei seitlichen hornigen Schildchen auf je- dem Körpersegmente. Sie leben in den Scho- ten und häuten sich dreimal in Zwischenräumen von 8 — 12 Tagen. Ausgewachsen fallen sie zur Erde, machen sich daselbst ein leichtes Gehäuse, worin sie sich nach 10 Tagen verpuppen und 12 — 16 Tage später als Käfer hervorgehen. Es sollen 2 Generationen stattfinden, 4. Balaninus Brassieae, Fb. Ein win- ziger Rüsselkäfer, welcher nach Gyllenhall in den Blüthen von Kohlarten leben soll, von An- dern auch auf den Blättern und an den Blumen- Brassica aita Brassica tenuifolia. 30 Klasso I. Zweisamcnblättrige Pflanzen. kätzchen der Weiden (Salix) gefunden wurde. Hofgärtner Bouche erzog den Käfer aus Larven, die im Herbst in den Gallen an den Blattrippen der Dot- terweide (Salix vitellina) wohnen. Die Entwickelung des Käfers erfolgt im nächsten Sommer. — Mr. Focillon erwähnt (in den „Comptes rendus") eines Rüsselkäfers, der in Frankreich der Rapsernte oft höchst verderblich werde. Derselbe bohre seinen sehr dünnen und gebogenen Rüssel durch die Schoten- wände und nage Löcher in die jungen Samenkörner. Sei der so angegriffene Same noch nicht reif, so schlage er fehl; sei er reif, so büsse er einen be- deutenden Theil seines Inhalts, gewöhnlich auch den Keim ein. Aeusserlich bemerke man ausser einem kleinen Loche an der Schote keine andere Be- schädigung. Eine noch grössere Verwüstung bewirke die Larve desselben. Sie ist weiss, fusslos, mit glänzend schwarzem Kopfe. Sie bewohnt das In- nere der Schote, in welcher sie 3 — 4 Samenkörner verzehrt. Ihre Anwesen- heit gibt sich durch eine schwärzliche Färbung der Schote kund. Zur Zeit der Verwandlung verlässt sie die bisherige Wohnung und begibt sich in die Erde. Mr. Focillon hält den Käfer für eine nov. sp. und hat ihm den Na- men Grypidius brassicae gegeben. 5. Baridius Lepidii, Germ. Die Larven dieses Rüsslers bilden nach Heegers Beobachtung (Sitzungsb. d. Wien. Akad. Bd. XIV.) Gallen an den Stengeln des Kohls, worin sie sich auch verpuppen und zum Käfer entwickeln. Nach Redte nbacher sollen Käfer und Larve auch in den Strünken des Blumenkohls leben. Wahrscheinlich ist es derselbe Käfer, den ich im Som- mer als Larve und vollkommenes Insekt in der Anschwellung eines Blüthen- stengels des Gartenkohls in Vielzahl fand. 6. Baridius chloris, Pz. Apotheker Hornung und Lüben in Aschersleben erzogen den grünglänzenden Käfer häufig aus dem untern Theile der Rapsstengel (Brassica napus). Hr. Plieninger (Isis 1837 p. 525) fand die Larven in oberflächlichen Beulen der Rapswurzel. Der Centralver- walter der Fürst Colleredo'schen Güter aus Opotschno klagt über das mas- senhafte Auftreten dieser Larve im Stengel des Rapses, welche im Verein mit dem Frass von Meligethes aeneus, Ceutorhynchus sulcicollis und Agriotes segetis die sämmtlichen Oelsamen-Ernten daselbst in Frage stellen. 7. Baridius euprirostris, ScM. Auch dieser Rüsselkäfer wurde von Märkel in Kohlrabenstrünken, von M. Bach im Stengel des Wirsings ge- funden. 8. Baridius ehlorizans, Germ. Dieser Käfer scheint eine ganz gleiche Lebensweise mit den vorigen zu führen. Dr. M. Bach fand ihn am Rhein bei Boppard in den Strünken des Rapses. Hr. Oberlieut. a. D. A. Angerer erhielt diesen Käfer mit dem folgenden aus dem Wurzelstock der Kohlraben. 9. Baridius picinus, Germ. (Siehe Cheiranthus.) 10. Ceutorhynchus boraginis, Fb. Dieser Rüsselkäfer wurde wie- derholt auf Gemüsei^Üauzen, vorzüglich auf Rettigen und Kohlarten gefunden. Die ersten Stände mir unbekannt. 11. Ceutorhynchus assimilis, Fb. Der Käfer hält sich zwischen den Blüthentrauben und in den Blumen des Kohls und Rettigs auf. Mr. Goureau hat ihn wiederholt aus den Schoten verschiedener Kohlarten erzogen, deren Samen die Larve benagte. Zur Verwandlung geht sie in die Erde, woraus Kreuzblümler, C'rucil'erae. öl Ende Juni und im Juli das vollkommene Insekt heirorgeht. (Ann. d. 1. soc. Ent. d. France 18G5, Bullet, p. 11, III.) Nach v. Frauenfeld soll die Larve Gallen an Sinapis arvensis erzeugen, wie Ceutorh. sulcicollis an Brassica. 12. Ceutorhynchus simplex, Schh. Hr. Rector Lüben erzog diesen Käfer aus den märkischen Rüben (Brassica Rap. var.). 13. Ceutorhynchus sulcicollis, Schli. Mr. Guerin, Prof. Nörd- linger und ich erzogen den Käfer häufig aus Larven, welche im Herbst und Winter in kugelrunden Knollen (Gallen) am Wurzelstock des Weiss- und Krausskohls leben. In Oesterreich klagt man , dass sie die Rapsfelder in ungeheurer Menge befallen, doch ohne der Ernte merklichen Eintrag zu thun. Die Galle ist einkammerig, bald nur erbsendick, bald von Flintenkugelgrösse, durch Verwachsung von 2 — 5 benachbai'ten Gallen nicht selten von der Grösse einer Wallnuss, beherbergt nur eine Larve, die Ende März oder im April durch eine gebohrte Oeffnung aus der Galle entschlüpft und sich in der Erde verpuppt. Der ausgebildete Käfer erscheint im August, bei Zimmerzucht früher. Hr. Haimhoffer erzog Taphaeus conformis Wesni., Haliday und Winnertz Taphäus (Diospilus) oleraceus Hai. aus den Gallbewohnern als deren Schmarotzer. b. Falter. 14. Pontia Brassicae, L. Kohlweissling. (Siehe Cardamine.) 15. Pontia Rapae, L. Rüben weissling. Die Raupe findet sich auf vielen Cruciferen und hat mit der vorigen dieselben Nahrungspflanzen gemein. Ihr Hauptfeind und Schmarotzer ist Microgaster. glomeratus Latr.^ der nicht selten wieder von Diplolepis Microgastri Bche. decimirt wird. 16. Pontia Daplidice, L. Resedafalter. Die Raupe lebt im Som- mer und Herbst auf Reseda lutea, nach Freyer auf Turritis glabra und Eru- castrum, nach Borkhausen an Raphanus Raphanistrum , Sisymbrium Sophia, nach Hübner auch auf Capsella bursa pastoris, deren Samen sie frisst. Dr. Zinken erzog die Varietät Bellidice aus einer Raupe, welche er im Sep- tember auf Alyssum iucanum fand. Der Falter entwickelt sich nach 14 Tagen oder erst im folgenden Frühling. 17. Pontia Cardamines , L. Aurorafalter, Kressenfalter. 18. Pontia Napi, i. Repsfalter. (Siehe Alliaria.) 19. Agrotis segetis, L. Die Raupe dieses Nachtfalters ist mehreren Culturgewächsen, namenthch auch den Getreidefeldern sehr schädlich; sie greift Nachts die Wurzeln, Stengel und Blätter des Weizens, Roggens und der Gerste an, wird in Mähren, Schlesien und (nach Hering) auch in Pommern oft den Rapsfeldern verdei'blich, nach G. Frauenfeld in Ungarn ebenso den Rüben, die sie Nachts angreift. Hr. Forstmeister Werneburg lernte sie auch als ein schädliches Forstinsekt kennen. Sie war in Menge in einem Fichten- kamp vorhanden und zerstörte die zweijährigen Pflanzen durch Abfressen der Wurzel fast sämmtlich. Am Tage ruht sie verborgen in der Erde und weicht so ihren Feinden leicht aus. Dennoch wissen winzige Schmarotzerwespen (Pteroraalinen) sie auch in diesem Versteck zu finden. Ritt, v^ Frauenfeld zählte in drei Puppen dieser Eule 158 kleine Schlupfwespen. Die über- ö^ Klasse I. Zweisameuljlilttrige Pflanzen, winterte Raupe verpuppt sich im Mai oder Juni in der Erde und erscheint nach 4 Wochen als Schmetterling. 20. Plusia gamma, L. (Vergl. Ononis, Trifolium.) 21. Mamestra Brassicae, L. Hb. (Siehe Papaver.) 22. Mamestra Chenopodii, Hb. Die Nahrung dieser Eulenraupe be- steht (nach Treitschke) in Sellerie, Gänsefuss u. A. Die Verwandlung erfolgt in einer Erdhöhle; der Falter entwickelt sich im Mai oder Juni des folgen- den Jahres und ist nirgends selten. 23. Mamestra suasa, HO. (Siehe Melilotus, Trifolium.) 24. Mamestra oieracea, Hb. L. Gemüse -Eule. Die Raupe dieses Nachtfalters wird von Juli bis September an verschiedenen Garten- und wild- wachsenden Pflanzen, als: Brassica oieracea, Lactuca sativa , scariola, Beta vulgaris, Polygonum hydropiper, persicaria, Atriplex, Asparagus u. A. gefun- den. Sie verpuppt sich Anfangs September in der Erde und entwickelt sich im Mai, Juni nächsten Jahres. 2.5. Tryphaena (Agrotis) prontiba, L. Hb. (Siehe Cheiranthus.) 26. Zerene fluetnata, Gn. (Vergl. Prunus.) 27. Botys miargaritalis, Hb. — extimalis, Sc. Rübsaatpfeifer. Nach G. Mendel lebt die Raupe dieser Pyralide in den Schoten verschiedener Cruciferen und hatte bei Brunn den Fruchtstand des Gartenrettigs (Rapha- nus sativus) fast ganz verwüstet. Die Schoten werden durchlöchert, die Sa- men und das markige Zellgewebe der Schote verschwinden. Zur Verwand- lung begibt sich die Raupe auf die Erde, doch bringen einzelne auch als Puppe in den mit Gespinnst ausgekleideten Schoten zu. Die überwinterten Raupen verjDuppten sich erst im April und schon nach 26 Tagen erschien der erste Falter. — Die Raupe nährt sich nach Hübner anderwärts auch von den Samen von Sisymbrium und Iberis. Als verheerend durch ihre grössere Menge wurde sie bis jetzt auf Kohlarten, besonders Brassica rapa, dem Rübsenkohl, beobachtet. Ich selbst fand die Raupe im August in Menge auf der Mauerrauke (Dij^lotaxis tenuifolia), deren Blüthen und junge Schoten sie einzeln oder gesellschaftlich unter weitläufigem Gespinnst verzehrten. 28. Botys forficalis, Hh. (Vergl. Alliaria.) 29. Plutella xylostella, SY. — Crueiferarum , Zell. (Siehe Chei- ranthus.) 30. Alucita miotodactyla, Bclie. Die Raupe dieser Federmotte lebt nach Hofgärtner Bouche im Juli von Kohlblättern und hält sich an der Unterseite derselben versteckt. Sie ist grünlich, behaart, mit einzelnen lan- gen weissen Borsten dazwischen. Die Entwickelung des Falters erfolgt nach 3 Wochen (Stett. ent. Zeit. VHI. p. 163). c. Wespen. 31. Athalia spinarum, Fb. — centifoliae, Ps. Die schwarze After- raupe dieser Blattwesjie wurde schon längst in England als sehr schädlich auf Rüben erkannt, während erst im Sommer des Jahres 1853 die Larven in Deutschland als Feinde der Rettige (v. Siebold) und Rüben (Wiunertz), ferner in der Schweiz (Menzel) und Frankreich bekannt wurden. Nach H ar- tig und eigener Beobachtung sind die Wespen in Gärten und Feldern überall Krouzlilüiiilcr. Crucif'erae. häufig. — Ich fand die Raupe Ende October 1857 einzeln auf dem blühen- den Ackersenf (Sinapis arvensis), dessen JJlüthen sie vorzüglich nachstellte. Sie ist der Raupe von Athalia annulata Fb., welche auf dem Quellen-Ehren- preis lebt, sehr ähnlich, doch grösser und dicker als diese. Erwachsen misst sie 8 Linien, ist walzlich, querrunzelig, in der Brustgegend am dicksten, nach hinten kaum merklich verjüngt. Das Colorit ist ein sammtartiges , mattes Schwarzgrün, in den Seiten und am Bauche Aveisslich grün, die hellem Sei- ten durch eine dunkle Strieme der Länge nach getheilt. Der Kopf glänzend schwarz, klein, in den viel breitern Halsring zurückziehbar. Die 6 Brust- und 14 Bauchfüsse glänzend schwarz; von letztern sind die hintere Seite und Sohlengegend, sowie die vorstreckbaren Afterfüsse grünlich weiss. — In den sechsziger Jahren trat diese Raupe auch in hiesiger Gegend sehr verheerend auf und wurde dem Rübenbau höchst verderblich durch ihre Häufigkeit, in- dem sie ganze Rübinfelder ihres Krautes beraubten. Im Jahre 1865 traf ich sie Ende September in verschiedenen Altersstufen auf der Stoppelrübe, die sie anfangs löcherig zerfrassen, später vollständig skeletirten. d. Fliegen. 32. Sargus formosus, Scop. Herr Lehrer Cornelius erzog diese schöne Fliege in grosser Anzahl aus Larven, welche während des Herbstes und AVin- ters in den Rübenknollen (Brassica Rapa) lebten. Ende März fand er die meisten Rüben von den oft zahlreich darin wohnenden Maden bis auf die äusserste Schale aufgezehrt und in Mulm verwandelt. Die erste Fliege er- schien Ende April, die noch übrigen Larven ruhten während des [heisseu Sommers in der Erde und kamen erst wieder hervor, als sie Futter witterten. (Stett. ent. Zeit. Jahrg. XXL p. 203.) 33. Tipula oleracea, L. Die zolllange, walzenförmige, aschgraue Larve dieser grossen Mücke lebt, nach Bouche, an den Wurzeln der Kolil- arten, soll aber nur an solche gehen, die durch andere Larven schon beschä- digt oder gar in Moder und Fäulniss übergegangen sind. Ich selbst erzog verschiedene Tipularien, welche sämmtlich in dem von andern Larven zurück- gelassenen Holzmoder und Koth lebten. 34. Ocyptera Brassicaria, Fhr. Die Larve dieser schlanken schönen Fliege lebt nach De Geer in den Wurzeln des Gartenkohls. — Wahrschein- licher ist sie die Feindin wurzelzerstörender Maden und Raupen, wie ihre Gattungsverwandte (Ocyptera coccinea Mchj.) die Feindin von Cimex grisea ist. 35. Anthomyia guava, Meig. Nach Bouche nährt sich die Larve in den Wurzeln der weissen Rübe (Brassica Rapa). 36. Anthomyia scalaris, Fb. Die Larve dieser gemeinen Fliege, welche sich jährlich aus den modernden Abfällen meiner Zuchtbehälter ent- wickelt, soll auch an den Kohlwurzeln, wahrscheinlich hier nur von den Ueberbleibseln des Raupenfrasses, leben. 37. Anthomyia incisurata, Zeit, soll nach Zetterstedt eine ähnliche Lebensweise wie die vorige führen. 38. Anthomyia trimaeulata, BcliL Die Larven finden sich, nach Hofgärtner Bouche, während des Sommers und Herbstes in Gesellschaft der Anthom. Brassicae an den Wurzeln verschiedener Kohlarten. — Larve 5'" Kaltenbach, Pflanzeufeinde. 3 di Klasse I. ZweisameubUittrige Pflanzen. lang. Bauchringe schwarz murikat; das gerundete Aftersegment hat 2 kleine genäherte, kegelförmige Stigmatenträger. (Nat. I. 80.) 39. Anthomyia eanicularis, i., deren Larve, nach De Geer, in Kloa- ken lebt, soll nach Andern auch im Moder lialh zerstörter Kohlwurzeln ge- funden werden. Die Larve ist oval, platt, mit kleinen Anhängen, wie ästige Stacheln an den Seiten des Körpers. Puppe länglich, geringelt, auf dem Rücken mit zwei Reihen Wärzchen; an den Seiten hat jeder Ring eine Boi'ste und am After stehen mehrere längere gekrümmte Borsten. (De Geer Ins. VL 14. 5.) 40. Anthomyia radicum, L. Die vom Frühling bis in den Herbst überall sehr gemeine Fliege soll im Larvenstande (nach Zetterstedt, einer Angabe Bierk anders zufolge) die Wurzel von Brassica und Raphanus be- wohnen und zerstören. Die Schädlichkeit der Larve wurde auch aus ver- schiedenen Distrikten Oesterreichs nachgewiesen, und besonders an Kohlraben. Der Frass soll am Wurzelhalse der jungen Pflanzen stattfinden. Die Fliege erscheint Mitte Juli, 41. Anthomyia Brassicae, Bouclic. Die Made dieser Fliege lebt, nach Ilofgärtner Bouche, den Sommer hindurch in den Wurzeln und Strün- ken der Brassica oleracea et var. ; worin sie Gänge frisst und Fäulniss erzeugt, wesshalb Bouche sie zu den schädlichen Garteninsekten rechnet. 42. Notiphila (Hydrellia) flaveola, Meig. Die Larve dieser gelben Fliege minirt zweimal des Jahres, Mai und August, die grössern Blätter von Brassica Napus, Brassica Rapa und Cochlearia officinalis und Anthyllis. Die weisse Mine ist oberseitig imd läuft über die Haupt-, streckenweise auch über die Seitenrippen des Blattes hin. Die Verwandlung erfolgt in der Erde in eine schlanke, braune Puppe, die am Kopfende 2 entfernte, mit weissen Börstchen gekrönte Spitzen und eine einseitige Abplattung hat (dem Mund- stück einer Klarinette ähnlich), die sich bei der Entwickelung der Fliege wie ein Deckel aufschlägt. Am Afterende stehen 2 genäherte Hörnchen. — • Xach 8 — 14 Tagen erscheint die Fliege. 43. Cecidomyia Napi ni. Eine der folgenden ähnliche Mücke, welche ich leider zu beschreiben versäumt habe. Ich fand sie im Sommer unter den Blättern des Weisskohls, mitten unter den zahlreichen Gesellschaften der Kohllaus (Aphis Brassicae L.). Es ist dies nicht das einzige Beispiel , wo Fliegenlarven schmarotzend in Blattlaus-Colonien vorkommen. 44. Cecidomyia (Diplosis) ochracea, Winn. Dr. Amerling in Prag entdeckte die Larve im Jahre 1859, sjiäter wurde sie auch von Dr. L. Kirch- ner aus Kaplitz beobachtet. Sie lebt in den Rapsschoten und vei-ursacht das Fehlschlagen der Samen derselben oder unterdrückt deren Wachsthum und Gedeihen, wesshalb sie oft sehr schädlich werden kann. Herr Kirchner erzog mit der Mücke auch ihren Feind, Torymus Napi K. (Siehe Lotos 1860, p. 72.) 45. Cecidomyia Brassicae, Winn. Die Larve lebt, nach Winnertz (Linnea ent. Bd. Till. p. 231) und eigener Beobachtung, in den unreifen Schoten 'des Rapses, oft zu 50 — 60 in einer Frucht. In solcher IMenge ist sie der Oelsaat schädlich, da die Schoten davon auftreiben, gelb und frühreif werden oder gar verkümmern. Die Verwandlung geht in der Erde vor sich; die Mücke erscheint nach 14tägiger Pupi^enruhe. Die Larve ist ^/i — 1'" Kreuzblüraler. Cruciferae. 35 lang, milchweiss luit gelblichem Darmkaiial. Die ganze Oberfläclie ist wie granulirt luul der Ilintcrrand des vorletzten Kinges ist mit IJorstenliaaren bekränzt. 4G. Lasiops oceulta, Wicd. Die Larve dieser Fliege soll (nach Kauf- mann Winnertz aus Crefeld). wie mehrere ihrer Verwandten, in den Wurzeln des Gartenkohls leben. f. Schnabelkerfe. 47. Straehea oleraeea, Hbn. — Cimex oleraceus, L. Diese schöne kleine A¥anze wird im Mai und Juni häufig in (nuten auf Cruciferen , na- mentlich auf blühenden Kohlartea und Eapspflanzen angetroffen , doch sind über ihre Beschädigungen noch keine erheblichen Klagen laut geworden. 4S. Aleurodes Chelidonii, Lair. — Brassicae, h'ocJi. (Vergl. Che- lidonium.) 49. Aphis Brassicae, L. Kohllaus. Eine graugrüne, bläulichweiss bestäubte Ptlanzenlaus , welche von Mai bis September unter den Blättern und zwischen den Blütheutrauben verschiedener Kreuzblümler lebt. Am ge- meinsten und zahlreichsten findet sie sich am Gartenkohl, "Weisskohl, Rüthkohl, Wirsing etc., ferner an Rettigen, auf der Mauerranke (Diplotaxis, Brassica tenui- folia), auf dem Senf (Sinapis arvensis , nigra et alba) , auf dem Waid (Isatis tinctoria) und auf der Hirtentasche (Capsella bursa pastoris). Durch ihr ge- sellschaftliches Auftreten und ihre unglaublich rasche Vermehrung wird sie in manchem Jahre dem Küchengarten sehr nachtheilig und dem Menschen äusserst lästig und ekelhaft. 14. Gattung. Löffelkraut, Meerrettig. Cochlearia. a. K ä f e r. 1. Haltica (Phyllotreta) armoraciae, IL H. Dieser in der Rhein- provinz seltene Flohkäfer lebt nach Letzner und den ,,Entomol. Heften" auf den Blättern des Meerrettigs , die er siebartig anfrisst. 2. Phaedon Coehleariae, Fbr. (Vergl. Cardamine.) Dieser Käfer hat im Jahre 1861 zu Molin in Böhmen an den Blüthen des Meerrettigs grosse Verheerungen angerichtet, so dass ein Misswachs des so weit und breit berühmten Moliner Krenes, von dessen Anbau sich dort viele hundert Fa- milien ernähren, eintrat. 3. Ceutorhynchus coehleariae, Gll. Den Käfer fand Gyllenhal auf den Blättern von Cochlearia armoracia. 4. Gastrophysa Raphani, F. kommt nach Angabe des Hofgärtners Paye sehr oft in den Blütlien des Moliner Meerrettigs vor. 5. Haltica (Phyllotreta) poeciloeeras, Kzp. ist im April nach Co- molli auf Cochlearia armoracia und , nach Foudras , auf Sisymbrium murale zvl finden. 6. Phyllotreta excisa, Bdth., von Foudras auf Meerrettig gefunden. b. F alte r. 7. Pontia (Pieris) Brassicae, L. (Vergl. Brassica.) 36 Klasse I. Zweisameu'bUlttrii'o Pflanzen. 8. Botys forficalis, Hb. (Siehe Bras- 9. Cidaria fluctiiata, Hb. (Vergl. Pru- Coclilearia annoracia. 10. Agrotis herbida, .ST'. (Siehe Eubus.) 11. Eriopus qiiieta, Tr. — Latreillei, Dh}). Die Eaupe dieser Euleuart lebt im Som- mer auf Me errettig (Cochlearia armoracia) und ^vurde bis jetzt nur im südlichen Frankreich und in Dahnatien beobachtet. Der Falter er- scheint im October. c. W e s 2") e n. 12. Athalia spinarum, F(/. — centi- fcliae, Ft. (Siehe Brassica.) d. Fliegen. 13. ISTotiphila flaveola, JLig. (Siehe Brassica.) 15. Gattung. Steinkraut. Äiyssum. a. K ä f e r. 1. Ceutorhynchus suleicollis, ScIiJt. (Siehe Brassica.) Hr. Hain- lioffer erzog diesen Käfer aus Wurzelknoten (-Gallen) des Alyssum incanum. Auch der Feind des Käfers, Taphaeus confoi'- mis }Vesiu. , wurde von demselben Beobachter erzielt. 2. Gymnetron Alyssi, Hainli. Die Larve lebt nach G. R. Ilainhotfer von August bis März in erbsendicken, einkammerigen Gallen an den Wurzeln und Wurzelfasern von Alyssum inca- num L. (Farsetia incana H. Br.). Zur Ver- wandlung verlässt die erwachsene Larve die Galle und geht in die Erde. (Verb. d. zoolog.- bot. Vereins z. Wien, V. Bd. 1865.) b. Falte r, Var. 3. Pontia (Pieris) Daplidiee, L. Bellidice. (Siebe Brassica.) 4. Arctia auliea, L. Ausser Schafgarbe (Achillea millefolium), Hundszunge (Cynoglossum officinale) und Brennnessel (Urtica urens) nennt Ochsenheimer noch Galium aparine, Stellaria media und Lactuca sativa als Futterpflanzen der Bärenraupe. Herrich-Schäffer gibt auch Alyssum montanum, und 0. Wilde Erythraea centaureum als solche an. Alyssum incaninn. Ki-cuzbliunlei'. 37 5. Arotia Hebe, L. (Siehe Ornithopus.) G. Fumea Helix, r. SicbohJ. Die Sackrauj^e miiiirt , nach E. llof- manti, die Blätter von Alyssum montanum, Tencrium und Centaurea in weis- sen Flecken, und spinnt sich dann an den Felsen an, um an den meisten Plätzen nur Weibei" zu ergeben. 7. Pyralis erucalis, IIb. — margaritalis, SV. (Vergl. Brassica.) 16. Gattung. Mondviole. Lunaria. 1j. F alte r. 1. Adela ruümiti'ella , Sc. Die Sackträgerin entdeckte F. Hofmann in Oberaudorf bei Kufstein an den Schoten von Lunaria rediviva, von deren Samen sie sich nährt, mit einem kleinen Säckchen denselben verlässt, um die weitere Entwicklung am Boden durchzumachen. Manche überwintern auch zweimal. 17. Gattung. Scheibenkraut. Peltaria. 18. Gattung. Steinschmückel. Petrocallis. 19. Gattung. Hungerblümchen. Draba. a. K ä f e r. 1. Ceutorhynchus Drabae, Lab. Die Larve lebt in einer länglichen Anschwellung am untern Theile des Stengels von Draba verna, der dadurch verkürzt bleibt. In der Höhlung der Galle lebt nur eine weissliche Larve, welche zur Verwand- lung in die Erde geht und im Mai den Käfer liefert. (Anual. d. la soc. Entom. de France IV. p. 145— 1G8. tab. IV. Fig. 1 — 8.) b. Falte r. 2. Agrotis fimbriola, Us}). Die Raupe soll nach 0. Wilde an Draba venia, Cochlearia und andern Wiesenge wachsen leben und sich in einem Erdgespinnst verpuppen. Der Falter wird in der Schweiz im Juni gefangen. 20. Gattung. Leindotter. Camelina. 21. Gattung. Pfriemenkresse. Subuiaria. 22. Gattung. Täschelkraut. Thiaspi. a. K ä f e r. 1. Ceutorhynchus Drabae, Lab. (V) Anfangs Juli fand ich unter dem Hafer einige schmächtige Exemplare von Thiaspi arvensis in Früchten, deren Stengel eine (auch wohl zwei) längliche Anschwellungen hatte. In der Draba verna. 38 Klasse I. Zweisamen'blättvige Pflanzen. länglichen ubern Galle bemerkte ich die Larve eines Rüsselkäfers (Ceutor- hynchus'?), in den runden Knoten die einer Fliege (AgromyzaV), welche ich beide nicht zur Entwickelung brachte. Am 20. Mai des darauffolgenden Jahres fand ich in den "Weinbergen an der Roer bei Winden, etwa 12 Meilen von dem frühern Fundorte ent- fernt, dieselbe Pflanze in sehr gesunden und kräftigen Exemplaren , deren Stengel 1 — o sol- cher knotigen Anschwellungen zeigten , die im Sinne des Stengels gerippt waren. In einzelnen Gallen war daz Lärvchen noch wenig entwickelt und höchst winzig; andere ältere Knoten bar- gen in ihrer markigen Substanz mehrere Lärv- chen in besondern Kammern ; noch andere Gal- len enthielten Bewohner, die zur Verj)uppung reif waren und im Begriffe standen, sich in die Erde zu begeben. Während des Transports hatten sie ihre Wiege verlassen und wälzten sich nun am Boden der Kapsel umher. Auch diesmal blieb die Zucht leider erfolglos. b. Falte r. 2. Pieris Daplidice , L. (Siehe Brassica.) 0. Pontia (Antoeharis) Cardamines, i. (Yergl. Cardamine.) , 23. Gattung. Bauernsenf. Teesdalia. b. Falte r. 1. Botys margaritalis, Hh. (Vergl. Bras- Tiilaspi arveiisis. Teesdalia nudicaulif Iberis amara. sica.) 24. Gattung. Schleifenblume. Iberis. a. K ä f e r. 1. Psylliodes instabilis, Foudr. Dieser Erdfloh wurde auf Iberis pinnata und Erysimum Cheiranthus gefunden. b. Falte r. 2. Hesperia tages. (Siehe Lotus.) Mr. Donzel entdeckte die Raupe bei Lyon im Juni an Iberis pinnata. 3. Spilosoma lubrieipeda, Hb. (Vergl. Rubus.) 4. Botys margaritalis, SV. (Siehe Bras- sica.) I)ie Raupe soll auch auf Iberis amara befunden werden. KrouzWünilur. Oruciferao. 39 25. Gattung. Hutschinsie. Hutchinsia. 26. Gattung. Hirtentäschchen. Capsella bursa pastoris. a. K ä f e r. 1. Haltica nemorum, L. (Siehe Nasturtium.) b. Falter. 2. Pontia (Pieris) Daplidice, L. (Vergl. Brassica. ) 3. Arctia caja, Hh. (Siehe Ruhus.) f. Schnabelkerfe. 4. Aphis Brassicae, L. (Vergl. Bras- sica.) 5. Aphis Erysimi , Kalt, lebt gesellig au Erysimum officinale, Raphanus Raphanistrum und Capsella bursa pastoris, deren Blüthenstiele sie ansaugen. 6. Aphis Papaveris, Fb. (Siehe Vicia, Papaver.) 7. Aphis Capsellae, Kalt, findet sich im Juni, Juli gesellschaftlich au den Blüthen- trauben der Hirtentasche, jedoch nicht häufig, der Pflanzenläuse, p. 58.) 8. Aphis Pisi, Kalt. — Ulmariae, Sek. (Vergl. Ononis, Trifolium. Capsella bursa pastoris. (Kaltenbach, Monographie 27. Gattung. Steinkresse. Aethionema. 28. Gattung. Brillenschote. Biscutella. b. Falte r. 1. Boarmia einctaria, Hb. (Siehe Prunus.) /^ 29. Gattung. Kresse. Lepidium. a. Käfer. 1. Ceutorhynchus floralis, Pk. Das Weibchen legt, nach Heeger, die Eier einzeln in die Samenkapseln von Lepidium Draba, in- dem es dieselben mit dem Rüssel an der Seite anbohrt. Nach 6 — 8 Tagen entwickeln sich die Larven, welche sich von den Samen nähren. Sie häuten sich dreimal und verpuppen sich in einem ausgefressenen Samenkorn- Gehäuse. Der nach 12 — 14 Tagen entwickelte Käfer be- gibt sich schon Anfangs Juli au die Erde, Lepidium cainpestre. 40 Klasse I. Zweisamenblattrige Pflanzen. um hier bis zum iiächsteu Frühling, wo die Begattung beginnt, zu über- wintern. bÄ )> Isatis tinctorii. Cakilo maritima. 30. Gattung. Feldkresse. Senebiera. 31. Gattung. Waid. Isatis. f. Schnabelkerfe. 1. Aphis Brassioae, L. — A. Isatidis, B. de Fonsc. (Siehe Brassica.) 32. Gattung. Neslee. Neslia. 33. Gattung. Calepine. Calepina. 34. Gattung. Zackenschote. Bunias. 35. Gattung. Meersenf. Caküe. b. Falter. 1. Agrotis ripae. Hb. Die Raupe wurde nach P. C. T. Snellen sowohl an Cakile ma- ritima als an Che- nopodium gefunden. (Siehe auch Stett. ent. Zeit. 1852 p. 584 und 1858 p. 575.) 36. Gattung. Meer- kohl. Crambe. d. Fliegen. 1. Phytomyza ge- niculata, Macqu. Die Larve soll nach Gou- reau in den Blättern des Meerkohl miniren. Crambe maritima. 37. Gattung. Rettig. Raphanus. a. K ä f e r. 1. Ceutorhynchus Boraginis, F. (Vergl. Brassica.) 2. Ceutorhynchus assiniilis, F. (Siehe ebend.) 3. Haltica (Phyllotreta) nemorum, L. (Vergl, Brassica.) 4. Haltica (Psylliodes) chrysocephala, E. II. (Siehe Brassica.) Resedengowilchse. Kesedaceae. 41 b. Falte r. 5. Pontia (Pieris) Brassicae, X. (Siehe Cardamine.) 6. Pontia Rapae, L. (Vergl. Brassicae.) 7. Pontia Napi, L. (Siehe Brassica.) 8. Pontia Daplidice, L. (Vergl. ebeiul.) 9. Botys margaritalis, Hb. (Siehe Brassica.) c. Wespen. 10. Athalia spinarnm, F. — Tenthredo flava, Scop. (Siehe Brassica.) d. Fliegen. 1 1 . Anthomyia floralis, Mcig. Die Larve lebt nach Bouche im Juli im Fleische der Rettig- wurzeln, in Gärten an Raphanus sativus. Die Verpuppung geht in der Erde vor sich ; die Entwickelung der Fliege erfolgt nach 3 — 4 Wochen. (Naturg. d. Ins., Berhn 1858 p. 150.) f. Schnabelkerfe. 12. Aphis Erysimi, A'«/f. (Siehe Capsella.) 13. Aphis Brassicae, i. (Vergl. Brassica.) Kaphauus raplianistrum. 38. Gattung. Rapsdotter. Rapistrum. VII. Familie. Eesedengewächse. Kesedaceae. 1. Gattung. Wau . Resede. Reseda. a. K ä f e r. 1. Baridius morio. Selch. — B. Resedae, Bach. Die Larve dieses Rüsselkäfers entdeckte ich an den Wurzeln von Reseda luteola, vorzüglich zwischen Rinde und Holzkörper, somit im zartern, fleischigen Theile dersel- ben. Sie ist meist in Anzahl vorhanden und bringt die Pflanze durch ihren gemeinsamen Frass zur Frühreife oder gar zum Absterben. Die Verpuppung geht im August oder Anfangs September in ihren Gängen ohne Gespinnst vor sich. Larve 1 '/4 — 1 '/'j Linie lang, fusslos , walzlich, weiss mit rothgelbem Kopf und braunen Kiefern. Fühler fehlen; Augen schwarz; Kiefertaster kegelförmig, Endglied i:)friemlich , die borstig bewehrten Kiefer noch über- ragend; Lippentaster zweigliederig, sehr klein; Kiefer breit, ein gleich- schenkeliges Dreieck bildend, dreizähnig, Zähnchen von vorn nach hinten au 42 Klasse I. Zweisamontlättrige Pflanzen. Grösse abnehmend. Der innere Zahn ist kaum mehr als ein schwacher Höcker. 2. Baridius coerulescens, Scop.. Dieser Käfer soll nach Hammer- schmidt (Isis 1837 p. 325) in dem Wurzelstock und untern Stengel der Re- seda lutea leben, ohne Auswüchse zu veranlassen. 3. Haltiea (Phyllotreta) antennata, E. H. — nodicornis, MrsJu Den Käfer fand College Dr. A. Förster in Anzahl auf der „wohlriechenden Reseda" (Reseda odorata), ebenso Mr. Allard in Frankreich. 4. Urodon suturalis, Fb. Der Käfer findet sich im Sommer häufig in den Blüthen von Reseda luteola, was durch Dr. Suffrian, Heinemann und eigene Beobachtung bestätigt wird. 5. Urodon ruüpes, Fb. Ritter G. v. Frauenfeld hat den Käfer aus den Fruchtkapseln der Reseda lutea erzogen. Die Verwandlung geht in der Erde vor sich, wo die Larve bis tief in den Winter unverwandelt bleibt. -^ 6. Urodon conformis, Chevr. soll bei Coblenz, Ems, Wiesbaden und in Thüringen eine gleiche Lebensweise auf Reseda luteola führen (Bach). 7. Phyllotreta (Haltiea) procera, EdtO. wird im südlichen Frankreich auf Reseda ge- funden. 8. Baridius punetatus, Schh. — abro- tani, Germ, erzog Ritter v. Frauenfeld aus Lar- ven , welche in den Stengeln und Wurzeln der Reseda lutea wohnen. Larve und Puppe hat der fleissige und umsichtige Beobachter in den Verhandlungen der k. k. Akademie der Wissen- schaften etc. (1866 p. 966) beschrieben. b. Falter. 9. Pontia (Pieris) Rapae, L. (Siehe Brassica.) Eeseda luteola. 10. Pontia Napi, L. (Vcrgl. ebendas.) 11. Pontia Daplidice, L. (Siehe Brassica.) 12. Heliothis armigera, Hö. Die Raupe lebt von Juni bis August an Reseda luteola und verwandelt sich in der Erde. Die überwinterte Puppe liefert den Falter im Mai oder Juni. 13. Agrotis polygona, SV. Die Raupe wird nach der Ueberwinte- rung im Mai an Plantago major, Rumex und Reseda getroffen. Im Mai geht sie in die Erde und liefert den Schmetterling im Juli. e. G r a d f 1 ü g 1 e r. 14. Melanothrips obesa, Hai. und 15. Aeolothrips fasciata, L. wohnen in den Blüthen des Wau. Cistns-Gew:ichse. Cistincae. 4a Vlll. Familie. Cistus-Gewächse. Cistineae. 1. Gattung. Sonnenröschen. Helianthemum. a. K ä f e r. 1. Haltica (Graptodera) Helianthemi, All. Die Larve soll nach Perris in Frankreich an Helianthemnm vnlgare leben; die Varietät Poten- tillae .4//. dagegen häufig auf Potentilla verna gefunden werden. 2. Apion aciculare, Genn. benagt die Blätter des gemeinen Sonnen- röschens, auf welchem Aube den Käfer fand. 3. Apion rugicoUe, Genn. erzog Landrichter Eppelsheim aus den Samen von Helianthemum vulgare. 4. Bruehus Cisti, FO. wurde von Walton und Stephens auf dem ge- meinen Sonnenröschen gefunden. 5. Bruehus villosus, jP. findet sich in den Blüthen des Sonnenröschens. Walton klopfte ihn häufig von Spartium scoparium, in dessen Hülsen die Larve nach Panzer, Gyllenhall und Bach leben soll. b. Falte r. 6. Hypochalcia ahenella, SV. — aeneella, Hb. fliegt im Juni, Juli. Die Raupe wohnt bis Juni in einem, röhrigen Gange unter den Wurzelblättern von Helianthemum vulgai'e imd Artemisia campestris (A. Schmid). 7. Zophodia compositella, Tr. führt (nach A. Schmid) mit der vorigen ganz dieselbe Lebensweise. 8. Butalis fuscoaenea, Hiv. Die Raupe soll ebenfalls an Helianthe- mum vulgare leben. Der Falter erscheint im Juli. 9. Butalis dissimilella, HS. A. Schmid aus Frankfurt entdeckte die Rau]De im Juni au Helianthemum vulgare in röhrenförmigem Gespinnst an den Wurzelblättern. Der kleine Falter fliegt Ende Juni oder im Juli. 10. Depressaria Hypomarathri , NlcJc. (Siehe Seseli.) 11. Coleophora ochrea, Haiu. — C. hapsella, Zell. (Siehe Poten- tilla.) 12. Gelechia sequax, Haw. (Siehe Doi-ycnium.) lo. Gelechia scintilella, FE. fliegt Ende Juli und später. A. Gärt- ner fand die Raupe am 21, Juli erwachsen an Helianthemum vulgare, dessen Endtrieb sie zusammenspinnt und in welchem sie sich Ende desselben Mo- nats zur Puppe verwandelt. 14. Gelechia apicistrigella, FJR. (Siehe Dorycuium.) 15. Laverna miseella, *S'K fliegt nach Rössler bei Mainz von Juli bis Mai sehr sparsam. Die Raupe soll nach Stainton in 2 Generationen (im April und Juli) an Helianthemum vulgare leben und deren Blätter miniren. .Heliantlienniin vulgare. 44 Klasse I. Zweisamenblättrige Pflanzen. was Ernst Hofmann für Deutschland bestätigt. Die Mine ist flach, weisslich und wird nach Bedürfniss verlassen und mit einer neuen vertauscht. Die Yerwandlung geht ausserhalb der Mine vor sich. Der Falter wurde auch von Fr. Hofmann bei Regensburg daraus erzogen. 16. LithoooUetis Helianthemella, //. Seh. Die Raupe kommt nach E. Hofmann in zwei Generationen, einer im Juni und einer zweiten im Sep- tember und October, auf dem Sonnenröschen vor. Die Verwandlung erfolgt gewöhnlich ausserhalb der Wohnung in weisslichem Gespiuust; doch wurden auch schon Cocons in der Mine vorgefunden. Die Motte erscheint im Mai und zum zweiten Mal im Juli. (Dr. Ottm. Hofmann.) 17. Nepticula Helianthemella, H. Seh. Die Larve wurde von Gustos Ernst Hofmann gleichzeitig mit der vorigen an Helianthemum entdeckt. f. S c h n a b e 1 k e r f e. 18. Capsus hortulanus, Meier, lebt im Sommer auf dem gemeinen Sonnenröschen (Helianthemum vulgare). IX. Familie. Yeilchengewächse. Yicjlarieae. 1. Gattung. Veilchen. Viola. b. Falter. 1. Melitaea Cynthia, SV. Die Raupe nährt sich von den Blättern des SjDitzwegerichs (Plantago lanceolata) , des Veilchens ; nach Freyer auch von Läusekraut (Pedicularis rostrata). 2. Argynnis Selene, Ilh. Raupe nach Hübner im April an Viola canina, nach M ei- gen auch an Viola tricolor. Der Falter fliegt im Mai und Juni. 3. Argynnis Daphne, Hh. (Siehe Ru- bus.) Nach 0. Wilde soll die Raupe auch an Veilchen gefunden werden. 4. Argynnis Aphirape, Hh. fliegt Ende Juni und im Juli. Die Raupe lebt nach Hüh- ner im Mai, Juni auf Polygonum bistorta, nach Wilde an Viola palustris. Der Falter hat in hiesiger Gegend seinen beliebten Tummelj)latz gerade da gewählt, wo beide genannten Nahrungspflanzen in reichlichster Menge wachsen. 5. Argynnis Niobe, 0. Die Raupe soll im April, Mai auf Viola odo- rata und Viola tricolor leben. Der Falter erscheint im Juli, August. 6. Argynnis Dia, Hb. fliegt im Mai und August; die Raupe nährt sich nach den Theresianern auf Viola odorata. 7. Argynnis Pandora, IIb. Die Raupe nach Wilde im Mai, Juni erwachsen an Veilchen; der Schmetterling fliegt im Juli, August. Viola palustris. Vuiltlicnsre-niU-liso. Violiiriciic. 45 8. Argynnis Pales, Hb. Die Raupe wurde von Schifferaiüllev im April au den P>lätteru vou Yiola, moutana gefuudeu. Der Falter fliegt im Juui, Juli. 1». Argynnis Latonia, L. (Siehe Iledysarum.) Nach (i. Koch nährt sich die Tuvupe an Viola arveusis. 10. Argynnis Paphia. L. (Vergl. Rubus.) 0. Koch bestätigt das Vorkommen der Raupe au Viola im Mai. 11. Argynnis Aglaja, L. Die Raupe (nach Treitschke) im Mai, Juni auf Viola cauina. Der Falter erscheint im Juli und August. 12. Argynnis Adippe, SV. Die Raupe, nach Ochsenheimer und G. Koch, im Mai und Juni erwachsen auf Viola odorata und Viola tricolor. Der Falter fliegt am Waldrande und auf offenen Waldstellen im Juli, August. 13. Argynnis Euphrosyne , L. Die überwinterte Raupe lebt im April, Mai auf Viola canina. Der Falter erscheint im Mai und wieder im August, U. Pleretes matronula, L. Die Raupe frisst in der Jugend auf Corylus, Rhamnus, später auf Viola, Plantage etc.; Ochsenheimer und Hering fütterten sie mit Lactuca sativa und Prunus padus. Sie ist schwer zu er- ziehen, überwintert nicht selten zweimal und häutet sich siebenmal. Der schöne Falter fliegt im Juni. 15. Spilosoma menthastri, SV. Die haarigen Raupen findet man vou August bis Octüber auf Mentha sylvestris, Polygonum persicaria und hydro- piper, Urtica, Nepeta Cataria, Balsamita suaveoleus. Ich traf die jungen Räupchen auf Sambucus racemosa und Teucrium scorodonium, fütterte sie bis zur Verwandlung mit Mentha-, Fraxiuus- und Sambucus-Blättern. Die Verpuppung geht in die Erde, die Fntwickelung des Falters (im Zimmer) im April vor sich. IG. Spilosoma Urticae, Hb. Diese, wie die vorige Raupe, sollen die Futterpflanzen gemein haben und auch beide an Veilchen gefunden werden. Menthastri ist in hies'ger Gegend keine Seltenheit, wohl aber Urticae, welche nur selten hier gefangen wurde. Metopius ist nach Rothlieb aus Ham- burg ihr natürlicher Feind, den Cuitis auch aus Harpyia Fagi erzog. 17. Spilosoma lubricipeda, SV. (Siehe Rubus.) 18. Emydia cribrum, Hb. Die Raupe lebt im Juni auf Viola ca- nina, Plantago, Vacciniüm, Eiica und Anthoxanthum odoratum. 19. Hadena typica, L. Die jungen Raupen liegen (nach Koch) gern unter breitbltitterigen Pflanzen (Verlascum, Cynoglossum) , finden sich nach Speyer im August, September zuweilen in grosser Menge an Epilobium hir- sutum, nach P. J. Püngler aus Burtscheid auf Epheu ; sie leben Ende Mai oder Anfangs Juni auch "auf Urtica, Lamium, Stellaria media und besonders gern auf Ballota nigra, den Tag über unter der Futterpflanze verborgen. Nach Treitschke soll sie auch Salix, Rumex aquaticus und Sonchus oleraceus lieben und im April und Mai den Weinstöcken schädlich werden, indem sie die Augeu und jungen Triebe liei Nacht abfrisst. Zur Verwandlung macht sie ein mit Erdkörnern vermischtes Gewebe. Der Schmetterling wird im Juli und August allenthidben in Deutschland gefunden. 20. Habryntis scita, Hb. (Siehe Fragaria.) 46 Klasse I. Zweisamenliliittrigo Pflanzen. 21. Agrotis pronuba, Hh. (Vergl. Brassica.) 22. Agrotis praecox, Hh. Die Raupe lebt im Herbst und nach Ueberwinterung an Beifuss, Natternkopf, Ochsenzunge, Wolfsmich u. a. , am Tage in der Erde verborgen, und verwandelt sich Anfangs Juni in der Erde ohne Gespinnst. Der Falter fliegt im Juli. 23. Cerastis Vaccinii, Hb. (Vergl. Babus.) 24. Cerastis silene, Hh. Die Baupe wird im Mai an Viola, Plan- tago, nach Dr. Bössler in der Jugend auch an Prunus-Arten gefunden. A. Sjieyer fand sie unter Veilchenblättern zugleich mit Vaccinii und Argynnis Paj)hia. Die Verpuppung erfolgt in der Erde, und die Entwickelung des Falters im September und October, nach Ueberwinterung auch wohl im jMärz und April. 25. Acidalia nigropunctata, Hfii. Baupe an Veilchen. d. Fliegen. 2G. Lauxania aenea, Meig. Die Larve dieser Fliege lebt nach Win- iiertz in den gallig aufgedunsenen Fruchtknoten von Viola ärvensis und V. tricolor. X. Familie. Bitterlinge. Polygalaceae. 1. Gattung. Kreuzblümchen. Po!ygala. b. F alte r. 1. Hesperia alveus, Hh. — fritillum, 0. Hr. v. Hornig fand die Baupe bei Wien im April auf Polygala chamaebuxus. Sie wohnte in einer Höhle, die sie aus mit wenigen Fäden zusam- mengezogenen Blättern gebildet hatte. Die glanzlose, schagrinartig rauhe Puptpe ist mit vie- len kurzen hellbraunen Borsten besetzt. Der Schmetterling erscheint Ende Juni. (Verh. d. zool.-bot. Vereins in W^ien, IV. Bd.) , 2. Pempelia palumbella, -ST. Hr. v. Hornig entdeckte die Baupe im September und October auf derselben Nahrungspflanze wie die obige. Sie überwintert in halberwachsenem Zustande; im März und April fand er sie im Freien erwachsen. Sie lebt einsam, dicht über der Erde in einem zarten , hellen Schlauche, welcher zwischen den niedrigen Blättern und Stengeln oder zwischen Steinen angelegt, mit Erdkörnern verwebt und ungewöhnlich lang ist. Die Verwandlung geschieht in einem weitläufi- Polygaia vuigiris. g^n^ ziemlich dichten, weissen Gespinnst. Bei lUtterlingo. Polygahicu lo Nolkoiigewiirlise. Cai-yopliyllaooae 47 Zimmerzucht erscheint der Falter im Mai oder Juni, im Freien erst im Juli, August, (Verh. d. zool.-botan. Vereins in "Wien, IV. ]•». IG.) 3. Pyralis citrinalis, Scop. — Hypercallia Christiernana, L. Die Eaupe lebt nach Bremi in Zürich auf Polygala chamaebuxus, deren Blätter sie verzehrt. Sie hält sich zwischen den versponnenen jungen Gipfelblättern auf, verlässt diese und verpuppt sich ähnlich ^vie ein Tagfalter in ein saft- grünes Püppchen. XL Familie. Nelkengewäclise. Caryopliyllaceae. 1. Gattimg. Nelke. Dianthus. a. K ä f e r. ' 1. Phytonomus Polygoni, L. Die fusslose Larve bohrt sich in die Xelkeutriebe und höhlt sie aus; der Käfer benagt nach Panzer die Blätter und jungen Triebe von Polygonuni aviculare. Pfarrer Büttner bestätigt erstere Angabe, b. Falte r. 2. Heliothis dipsacea , IIb. Nach Treitschke wird die Eaupe an Eumex acu- tus , Dipsacus fullonum , sylvestris und pilosus, Cichorium Intybus, Centaurea nigra, jacea, Sca- biosa und Calcitrapa, Plantago major, media und lanceolata, Lychnis dioica, Cucubalus bac- cifer, Silene inflata; nach 0, Wilde auch von Juli bis Septembei' auf Dianthus carthusianoi'um -= gefunden. Hr. Koppe will in den Blüthen von Ilypochoeris radicata und maculata ihr rechtes Futter gefunden haben. 3. Naenia typiea, L. (Siehe Viola.) 4. Dianthoeeia capsincula , Hb. Die Raupe soll nach Ochsenheiraer und Hering im Juni in den Fruchtkapseln von Lychnis dioica, nach Bouche auch in denen der Nelken, besonders der Gartennelke (Dianth. caryophyllus) gefunden werden. T). Dianthoeeia Saponariae, 0. Die Raupe frisst die unreifen Samen von Dianthus armeria, carthusianorum, Silene inflata, Cucubalus baccifer und Saponaria officlnalis. 6. Dianthoeeia conspersa, SV. Die Raupe bewohnt wie die der capsincula und compta im Juni und Juli die Samenkapseln der Tag-Lichtnelke (Lychnis dioica). Die Verwandlung findet unter der Erde, die Entwickelung des Falters Anfan/. Die Raupe wurde von Reutti auf den Rheininseln Badens in den Trieben und Knosi:)en der Tamarix germanica und zwar in doppelter Generation gefunden. Der Falter erscheint auch im Freien in zwei Generationen, im Juni und October, letztere Brut überwintert. 9. Pterophorus Tamaricis, Zell, und 10. Agdistis meridionalis, Zell. Tamarix germanica. XV. Familie. Hartheugewächse. Hypericineae. 1. Gattung. Johanniskraut, Hartheu. Hypericum. a. Käfer. 1. Chrysomela varians, Fö. Larve und Käfer hier allenthalben im Sommer auf Hyp. perforatum ^und quadrangulare , nach Panzer auf Mentha Hiirtheugowächso. Hypericiiioae. 63 llypericuiu perfoiatum. und Centaurea. Hr. Letzner beobachtete die Larve auf Hyper. perforatum, im Gebirge auf quadrangulare und tetrapterum. Sie frisst vom Rande nach der Mitte des Blattes zu und weidet so jedesmal ein Blattstückchen heraus. Die Verwandlung geht Anfangs Juli, die Entwickelang »des Käfers nach 14 Tagen vor sich. 2. Chrysomela geminata, Pk. findet sich in hiesiger Gegend auf Hyp. dubium und perforatum, doch minder häufig als der vorige Käfer. 3. Chrysom. fucata, Fb. soll, wie die beiden vorigen, auf dem Johanniskraut leben, wurde in hiesiger Gegend jedoch noch nicht darauf beobachtet. 4. Chrysom. duplicata, Germ. Nach Lehrer Cornelius und Dr. Stachelhausen lebt Käfer und Larve bei Bax'men auf Hyp. hirsutum und perforatum. Der Larvenstand dauert etwa 3 Wochen und die Verwandlung geht in der Erde vor sich ; die Pujipenruhe währt kaum 14 Tage. 5. Cryptocephalus moraei , L. lebt nach Panzer und eigener Beobachtung auf Hyp. perforatum und quadrangulare, doch wurde er von V. Heyden und mir auch schon auf Galium mol- lugo und Spartium gefunden. Dr. Rosenhauer ernährte die Sackraupe mit Euphorbia. 6. Cryptoceph. 10-punctatus, i., nach Gylleuhall auf Salix cinerea, nach Panzer auf Hypericum und Corylus. 7. Apion sinaum, Germ. Die Larve frisst, nach G. v. Frauenfeld, Gänge im Stengel von Hyp. perforatum, und zwar meist in den dün- nen Verzweigungen der Blüthenrispe mitten im Centrum der Stengel , deren Wandung braun erscheint. Sie verpuppt sich auch daselbst und entwickelt sich, nach einer mehrwöchentlichen Puppenruhe , im hohen Sommer zum vollkom- menen Insekt. 8. Cassida thoracica, Kug. Hr. Kunze fand den Käfer auf Cynanchum Vincetoxicum ; Dr. Scholtz traf die Larve desselben auf Scor- zonera humilis, Apez auf Hieracium an. Nach Pflüger aus Hildesheim soll der Käfer auch auf Hypericum leben.* b, Falter. Hypericum pulchrum. 0. Cleophana hyperici. Hb. Raupe nach Treitschke im südlichen % 04 Klasse I. Zweisamenblültrigö Pflanzen. Deutschland auf Hyp. perforatum , am Tage an der Erde verborgen. Die überwinternde Puppe liefert den Schniettei-ling im folgenden Frühjahr. 10. Cleophana radiosa, Esj). und 11. Cleophana perspicillaris , Hb. Beide Raupen kommen, nach Treitschke und G. Koch, in 2 Generationen, einer im Juli und einer zweiten im September und October, auf Acer, Prunus, Hypericum hirsutum, quadran- gulare und perforatum vor, wo sie bei Tage frei auf den Samenkapseln sitzen. Die Verwandlung erfolgt in der Erde ; der Falter fliegt im Juni und wieder Ende August, 12. Scoria dealbata, JL, Die überwinterte Raupe lebt, nach G. Koch, Ende April und Anfangs Mai erwachsen auf Hyp. perforatum, Achillea, So- lidago virgaurea, Lamium, Trifolium und Spartium und verwandelt sich nach Art der Zygaenen in einem länglichen festen Gespinnst. Nach Keller aus Reutlingen findet sie sich im Mai auch an Wegerich und Geisklee. 13. Anaitis plagiaria, L. Die Raupe lebt nach G. Koch Ende März und im April, nach eigener Beobachtung auch Anfangs Juli, auf Hyp. per- foratum und dubium, und liefert Ende Mai und zum zweiten Male (von Raupen der 2. Generation) im August und September den Falter. 14. Anaitis cassiata, Tr. — Praeformata , Hb. Die Raupe fand Dr. Roessler Anfangs August an Hypericum perforatum, zwischen den Samen- kapseln versteckt. Nach der Ueberwinterung sind sie an Grösse und Farbe den verwelkten Blättern dieser Pflanze gleich. (Nass. Jahresb. des Vereins f. Nat. Heft X. p. 356.) 15. Geometra bupleuraria, SV. ■ — Fimbrialis, Scop. (Siehe Lo- tus.) Nach G. Koch werden die Raupen am besten mit Hyper. perforatum und Achillea millefolium gefüttert. Treitschke's Angabe hinsichtlich der Futterpflanze soll irrig sein. — Dr. Roessler behauptet, es gebe nur eine Generation im Freien. 1(). Boarmia cinctaria, Hb. Die Raupe nährt sich auf Achillea, Anthemis , Erica, Biscutella, Hypericum u. A. und verwandelt sich in der Erde. Die Puppe überwintert und liefert den Schmetterling im März, April. 17. Eupithecia castigata, Hb. — pimpinellata. Fr. Nach 0. Wilde lebt die Raupe im August und September an Galium, Hypeiikum und Hiera- cium und verwandelt sich in einem leichten Gespinnst. Die übei'winternde Puppe liefert im folgenden Mai oder Juni den Falter. 18. Grapholitha liohenwartiana , SV. Die Raupe führt auf Hype- ricum quadrangulare eine ähnliche Lebensweise wie die folgende. Auf Sumpf- und Waldwiesen häufig. 19. Graphol. hypericana. Hb. Ich finde die Raupe schon im Mai und Anfangs Juni in den zusammengesponnenen Gipfelblättern an Hypericum dubium und perforatum. Zum zweiten Mal traf ich sie in den versponnenen Blüthenknospen, die in Folge dessen verkümmern oder gänzlich zerstört wer- den. Der Falter erscheint Ende Juli und im August, wogegen die Raupen des Mai und Juni den Falter einen Monat früher liefern. 20. Depressaria liturella, SV. (Nach 0. Wilde an Hypericum per- foratum.) Hartheugewiuhse. Hypericineiic. 65 21. Depressaria hypericella, Hb. Ich erzog die Motte aus der Raupe, welche die Blüthenknospen und Blüthen von Hypericum perforatum zusannuenspinnt und auslVisst. 22. Nematois Dumeriliellus, St/. Die weisse, schwarzköpfige Larve lebt Ende Juni und Anfangs Juli in den unrei- fen Samen der Malva sylvestris und rotundi- folia. Sie verwandelt sich in der ausgefressenen Samenhöhle und entwickelt sich noch in demselben Monat. Ich fand Mitte Juli noch Larven in 5* Malva sylvestris. 63 Klasse I. ZweiaamenUättrige Pflanzen. allen Grössen vor; von Malva rotundifolia erhielt ich die Käfer Anfangs August. 5. Apion aterrimum, Gll. — Ap. radiolus, Germ, lebt nach Gyl- lenhall auf Disteln , nach Walton auf Malva sylvestris. Ich erzielte den Käfer aus Larven, welche im Sommer Gänge im Stengelmark der Lavatera, Althea und Malva minirten. Die Verwandlung geht in der Nahrungspflanze, die Entwicklung im Herbst und nächsten Frühling vor sich. 6. Apion Malvae, Fb. wurde ebenfalls an Malven gefunden. Die ersten Stände noch unbekannt. 7. Apion curvirostre, Schh. Die Larve bewohnt nach Heeger die Garten-Malven. Das Weibchen legt seine Eier, an 50 — 60, in einen Stengel, indem es mit dem Rüssel ein Loch bis zum Marke bohrt. Die Larven sind nach 30 — 40 Tagen erwachsen und liefern die Käfer nach 10 — 14tägiger Puppenruhe. Das vollkommene Insekt entschlüpft aus den in die Rinde ge- bohrten Fluglöchern. 8. Haltica Malvae, III. Hier fehlend. Der Käfer soll in Baiern und Preussen auf Malva rotundifolia, im südlichen Frankreich auf Malva ni- caensis und sylvestris leben. 9. Haltica fuscipes, F. lebt nach Bach mit der Vorigen auf ver- schiedenen Malvengewächsen. 10. Haltica fuscicornis, L. Der Käfer kommt erst im Mai zum Vorschein, nährt sich von den Blättern der Malva rotundifolia und M. syl- vestris, die er oft in Mehrzahl an der Oberfläche zwischen den Rippen git- terartig zerfrisst und ganz skeletirt. Das Weibchen legt nach Heeger die Eier an die Basis der Stengel. Die Larven nagen Anfangs an der weissen Rinde des Wurzelhalses, beissen sich dann aber durch die holzige Masse bis an das Mark, um sich von demselben bis zur Verpuppung zu nähren. Da ihrer gewöhnlich eine grössere Anzahl im Stengel vorhanden ist, so höhlen sie denselben bis an den Wurzelstock aus und verbringen hier den Winter- schlaf. Gegen Ende März und Anfangs April des folgenden Jahres erreichen sie ihre volle Grösse und gehen dann heraus in die Erde, um sich dort zu verpuppen. In Frankreich wurde der Käfer auch auf Althaea officinalis beobachtet. b. Falter. 11. Vanessa Cardui, L. Die Raupe ist nach G. Koch polyphag. Derselbe fand sie schon an Cirsium oleraceum, C, arvense, Carduus nutans, Malva rotundifolia, Gnaphalium arenarium , Achillea millefolium, Artemisia vulgaris. Von Andern wurde sie auf Filago arvensis, Onopordon acanthium, Cynara scolymus, Centaurea benedicta, Urtica dioica angetroffen. Zeller fand sie im September an Gnaphalium luteoalbum, zwischen den untern Blättern in einem Gehäuse wohnend, worin sie auch ihre Verwandlung besteht. Die Entwickelung des Falters erfolgt im Juli, August. 12. Hesperia malvarum, Gml. Die Raupen leben wicklerartig inner- halb eines umgeklappten und versponnenen Blattlappens. Die Herbstraupen überwintern und verwandeln sich erst im nächsten Frühling in der Erde. Der Falter erscheint zweimal, im Frühling und im Sommer. Malvengewäcbse. Malvaceae. 69 13. Hesperia alveolus. Hb. (Siehe Coniarum.) 14. Hepialus sylvinus, L. Die Raupe lebt nach Ver Huell te Arn- hem und P. E, F. Snellen in den Wurzehi von Plantago major, nach Asman in Leipzig in den Wurzeln von Althea rosea , Malva moschata und Lava- tera communis. Der Falter entwickelt sich nach 22tägiger Puppenruhe im August. 15. Aeontia Malvae, Hb. Die Raupe soll in Ungarn und Italien an verschiedenen Malvengewächsen fressen. 16. Aeontia solaris, SV. Die Raupe lebt nach Vieweg und Fabri- cius auf Klee, nach Frey er auf Convolvulus, Taraxacum officinale und Che- nopodium. 0. Wilde nennt ausser diesen noch Malva alcea, sylvestris und rotundifolia, worauf auch Hr. Funk in Mainz sie gefunden hat. 17. Ortholita cervinata , SV. Die Raupe, welche sich im Juni und Juli zeigt und zur Verwandlung in die Erde begibt , lebt nach Zeller bei Frankfurt a. 0. auf Malva alcea, nach Andern auf verschiedenen Malven- gewächsen. Sie liegt am Tage ruhig am Boden oder in der Erde versteckt, kommt Abends hervor und zerfrisst die Blätter bis auf die stärkern Mittel- rippen. Ende Juli beginnt sie ihre Verwandlung in der Erde, woraus sie nach 3 Wochen als Falter hervorgeht. 18. Gelechia Malvella, Hb. Die Larve lebt nach Stainton in den Samen von Althea rosea und wahrscheinlich auch noch anderer Malvaceen. Im September ist sie erwachsen, besteht ihre Verwandlung in der Erde und liefert die Schabe Mitte Juli nächsten Jahres. f. Schnabelkerfe. 19. Aphis Cardui, L. bewohnt vom Juni bis September nicht blos verschiedene Disteln (Carduus crispus, nutans, Cirsium lanceolatum), sondern auch Malven (Malva sylvestris, rotundifolia), Kreuzkraut (Senecio vulgaris, Jacobaea), und saugt gesellschaftlich an den Aesten, Stengelspitzen oder an den Achseln der Zweige. 20. Aphis Urticaria, Kalt, lebt in gros- sen Gesellschaften auf Urtica dioica, deren Gipfel- triebe sie ansaugen und die jungen Blätter da- durch deformiren, kräuseln und zui'ückrollen. Ich fand sie auch schon an Parietaria effusa, Rubus idaeus, R. fruticosus, Althea officinalis und Malva sylvestris. G. L. Koch traf sie noch auf Malva rotundifolia. 2. Gattung. Eibisch. Althaea. a. Käfer. 1. Apion radiolus, Mrsli. (Vergl. Malva.) b. Falter. 2. Tortrix althaeana, Mn. Die Raupe wurde von Mann in Wien auf der Stockrose Althaea offlcinalis. 70 Khisse I. Zweisamenblättrige Pflanzen. (Althaea rosea) gefunden. (Verli. d. zoolog.-botanischen Gesellsch. in Wien, 1855.) 3. Ortholitha eervinata, SV. (Siehe Malva.) e. Gradflügler. 4. Helioth.rips haemorrhoidalis, Be. Dieser schwarze Blasenfuss macht sich oft durch seine Häufigkeit an Treibhausgewächsen lästig und ist sehr schwer zu vertilgen. Er greift die Blätter an, saugt sie aus und macht sie schwindsüchtig und hinfällig. Die allermeisten Blasenfuss-Arten sind harmlose Thierchen, welche sich im Blumen- staub wälzen und den Honigsaft naschen. An heissen, schwülen Sommertagen werden sie oft dem Menschen dadurch lästig, dass sie ihm un- aufhörlich auf Wangen und Stirne fliegen und daselbst ein beständiges Jucken verursachen. f. Schnabelkerfe. 5. Aphis Urticaria, Kalt. (Siehe Malva.) 3. Gattung. Lavatere. Lavatera. a. Käfer. 1. Apion aeneum, Germ. (Siehe Malva.) 2. Apion radiolus, Gcn)i. (Siehe Malva.) b. Falter. 3. Ortholitha eervinata, SV. (Siehe Lavatera tlmringiaca. Malva.) XVIII. Familie. Lindengewächse. Tiliaceae. 1. Gattung. Die Linde. Tilia. a. K ä f e r. 1. Bostrichus domestieus, L. Dieser gemeine Borkenkäfer liebt be- sonders Buchen, doch wurde er auch schon in Birken und Ahorn gefunden. Er gräbt sehr regelmässige kammförmige Leitergänge, welche die Jahresringe durchschneiden und den Markstrahlen folgen. 2. Bostr. Saxesenii, ütsb. wurde von Oberförster Wissmann in Buchen und Pappeln gefunden; Xördlinger fand ihn in Eichen-, Linden- und Ahornstämmen , worin sie auch Herr Giraud nebst ihrem Feinde , einem Aulacus, entdeckte. 3. Pogonocherus hispidus, L. Das niedliche Bockkäferchen fliegt schon in den ersten warmen Frühlingstagen, findet sich aber auch noch im Sommer auf Apfelbäumen, Ulmen und Linden. Die Larve ist nach Nörd- linger gemein in kranken, ziemlich starken Aesten des Apfelbaums zwischen Lindengewächsc. Tiliaoeae. 71 Rinde und Splint, besonders an knorrigen Stellen. Ilire Gänge und zahl- reichen elliptischen Finglöcher beschleunigen wohl das Absterben der Aeste, sind aber gewiss nicht die erste und nächste Ursache. 4. Bostriehus Tiliae, Fb. Nach Panzer unter der Rinde von Lin- den; von Dr. Rosenhauer im April und Mai in besenstieldicken, trockenen Aesten gefunden und daraus erzogen ; nach Nürdlinger im Bast in Wage- gängen. 5. Exocontrus balteatus, F. Dr. Rosenhauer fand den Käfer im Mai, Juni an Eichenzäunen, erzog ihn auch häufig aus Aesten dürrer Eichen. G. Saperda Tremulae, F. Die Larve nach Gyllenhall im Stamme der Espe (Populus tremula), nach Panzer soll der Käfer in Linden und Apfelbäumen leben, 7. Prionus scabrieornis, Scop. — Aego- soma scabrieornis, Scop. Larve und Nymphe wurde von Mülsant und Gacogne in todten Stämmen von Linden, Pappeln und Kastanien gefunden und der Käfer Ende Juli und Anfangs August zur Entwickelung gebracht. Professor Do ebner aus Aschaffenburg erhielt aus Popu- lus dilatata dreijährige Larven, die ihm im Juli und August den Käfer in Anzahl lieferten. Die Larven sollen zwar lebendes Holz anbohren, il doch nie ganz gpsunde Stämme angreifen. Die !^ Verpuppung erfolgt im Frühjahr, während sich \^ gleichzeitig Larven in den verschiedensten Sta- dien der Entwicklung vorfinden. (Berl. ent. Zeitschr. 1862 p. 64.) 8. Laemophloeus monilis, F. Die Lar- ven sind wahrscheinlich nur die Begleiter wirk- lich schädlicher Holzlai'ven. Sie wurden nach Hartig in den Zapfen, nach Ratzeburg auch unter todter Rinde, nach Hellwig und Panzer unter -der Rinde von Linden gefunden. 9. Laemophloeus testaceus, Fb. führt eine ähnliche Lebensweise, Avie der Vorige. 10. Rhynchites betuleti, Fb. Derselbe wurde von Bech stein auf Erlen, Birken, Haseln und am häufigsten auf dem Weinstock, von Sclimid- b erger auf Birnbäumen, von Ratzeburg auch auf Linden und Espen be- obachtet. Hr. Schmidberger ist geneigt, ihm (und nicht dem verdächtigen Rhynchites Bacchus) die berüchtigten Weinbergverheerungen zuzuschreiben, welche durch Anstechen des keimfähigen Auges im Frühjahr angerichtet werden. Der Käfer erscheint schon, wenn der Stock Ranken und Blätter treibt, und nährt sich von den zartesten Blättern, wodurch er dem Triebe schon sehr schadet. Zur Legezeit, im Juni, richten sie aber den grössten Schaden an, Sie suchen die grössten Blätter aus, stechen den Blattstiel an, und sobald das Blatt nach einigen Tagen anfängt welk und schlaff zu wer- den, wiederholt der Käfer die Operation an jeder der 5 Blattrippen, Dann sticht er die Rippe des kleinern äussersten Lappens an , legt seine _ Eier Tilia europaea. 4ST. Raupe an Acer Pseudo-platanus. 45. Nepticula sericopeza, Zell. Raupe an Acer Pseudo-platanus. 46. Nepticula aceris, Frcjj. Die Larve minirt nach Prof. Frey die Blätter des Feld-Ahorn und des Platanen-Ahorn (Acer campestre und Acer Pseudo-platanus). Man findet die Herbst-Generation im September und Octo- ber und die des . Sommers Anfangs Juli. Der Gang beginnt mässigfein mit starken Schlängelungen und breiter dunkelbrauner Kothlinie. (Linnea entom, XL p. 387.) 47. Nepticula acerella, Gonr, Die Raupe soll in den Samen von Acer platanoides leben und ihr Parasit Acaelius subfasciatus Hah sein, Gou- reau fand die im Juni frühreif zur Erde gefallenen Früchte angestochen und von einer Larve bewohnt, die Mitte Juni herauskroch und sich in der Nähe unter einem kreisrunden, flachen, weissen Gespinust verpuppte, woraus Ende Juni der Falter hervorging. (Bulletin entom. I. Trimestre 1860.) 48. Nepticula speciosa, Frey. Die Larve minirt nach Mühlig Ende September und Anfangs October die Blätter des Berg-Ahorn (Acer Pseudo- platanus). Prof. Frey beobachtete ihre Lebensweise auch bei Zürich. (Wien. ent. Monatschrift VL p. 265.) 49. Lithoeolletis sylvella, Haiv. — L. acerifoliella, FR. Die kleine Larve lebt nach vielseitiger Beobachtung in den Blättern des Berg- Ahorn (Acer Pseudo-platanus). Die Larve der ersten Generation frisst das Blattfleisch innerhalb umgeklappter, angeleimter Blattzipfel auf Feld- Ahorn (Acer campestre) und geht zur Verwandlung im Juni in die Erde. c. AVespen. 50. Cynips (Bathyaspis) Aeeris, Foerst. Die weibliche Gallwespe legt ihre Eier an die Unterfläche der Blätter des weissen Ahorns (Acer Pseudo-platanus, am liebsten auf jungen Pflanzen oder Ahornbüscheu, wo- durch auf der obern Blattfläche grüne erbsendicke, kugelrunde Gallen, oft in grosser Menge, erzeugt werden , die das Blatt im Wachsthum hindern. Das vollkommene Insekt , nicht selten schon vor seiner völligen Entwickelung durch Schmarotzer wie : Pteromalus fasciculatus Frst. und Aulogymnus Ace- ris Fr st.., getödtet, entschlüpft im Juni und Anfangs Juli durch ein gebohr- tes Flugloch. Seifen'baumgowiichso, Sapindaceac. 91 51. Xyphidria annulata, Klg. Die Larve dieser Holzwespe fand Hofgärtner Bouche im kränkelnden Stamm der Birke; nach Andern lebt sie im Feld-Ahorn , worin sie Hr. Giraud nebst ihrem Feinde , einem Aulacus, entdeckte. 52. Phyllotonia Aceris, Kalt. Die minirende Larve lebt im Juni und Anfangs Juli in den Blättern des weissen Ahorn (Acer Pseudo-platanus), seltener in denen des Feld-Ahorn (A. campestre). Sie minirt grosse Plätze, wo sie sich ausschliesslich von dem Blattgrün ernährt und dafür eine rund- lich hellbräunliche klare Stelle zurücklässt, worin sich die erwachsene Larve auch verpuppt. Sie spinnt sich innerhalb dieser geräumigen Mine ein kreis- rundes, kuchenformiges Cocon, welches sie an eine der Minenwände befestigt. Das fertige Cocon fällt mit der darin befindlichen Larve zur Erde und diese überwintert darin und verpuppt sich erst beim Beginn des Frühlings. Die Zucht ist schwierig und mir meist misslungen. Larve 2 '/^ — 3'" lang, Körper platthch, glatt, grünlichgelb, etwas glänzend; die Thoraxgegend breit; der Kopf hellbraun, flach, zum Theil unter den Halsring zurückgezogen, die schwarzen Augen stark voi-tretend, der Thorax einfarbig, gelblich; der gleichgefärbte Hinterleib lässt den breiten Nahrungskanal grün durchscheinen. Unter der Brust zeigt der erste oder Halsring ein blankes Schildchen; auf der Mitte des zweiten und dritten Brust- rings bemerkt man ein eckiges braunes Fleckchen. Brustfüsse bräunlich, Bauchfüsse fehlen, dafür kleine Wülste. Wespe schwarz, kahl, Fühler 12gliederig, schwarz, nach der Spitze zu bräunlich geringelt. Maxillartaster weisslich, das Endglied der Lippentaster schwarz, die dicken Basalglieder der Kiefertaster schwarz geringelt. Der Innenrand der grünvioletten Augen und die Flügelschüppchen beinfarbig weiss. Beine schwarz; alle Kniee und die Innenseite der Schienen der vier Vorderbeine weisslichgelb ; Fussglieder bräunlich bis braun. Flügel gleich- massig rauchfarbig. Länge 2'". f. Schnabelkerfe. 53. Aphis platanoides, Sclih. Diese grosse grüne Blattlaus lebt von Mai bis November oft in ungeheurer Menge unter den Blättern und zwischen den Blüthentrauben des Berg- und Feld-Ahorn (Acer Pseudo-platanus imd A. campestre). (Vergl. Kaltenbach, Monogr. d. Farn, der Pflanzenläuse.) 54. Aphis Aceris, Fb. Die kleine braungefleckte Blattlaus bewohnt gesellig die Zweigspitzen verschiedener Ahorn-Arten. Auf dem Feld-Ahorn sitzen einzelne Gruppen auch wohl an den Blattachseln und -Stielen älterer Zweige. 55. Aphis Acerina, Walk. Diese gelbe Pflanzenlaus fand Fr. Walker in England vom Juli bis October auf den Blättern des weissen Ahorn (Acer Pseudo-platanus). 56. Aphis acericola. Wall;. Im Mai und Juni beobachtete Fr. Wal- ker auch diese längliche schwarze Blattlaus auf Acer Pseudo-platanus, welche Beide auch in Deutschland wohl noch aufgefunden werden dürften. 57. Psylla (Rhinocola) Aceris, Fr st,, ein grüner Blattfloh, lebt nach Dr. A. Foerster bei Aachen häufig auf dem Feld-Ahorn. y^ Klasse I. Zweisamenblattrige Pflanzen. 58. Aleurodes Aceris, Be. Diese kleine Schikllaus bewohnt nach Bouche im Juli, August die Blätter von Acer platanoides. Ich fand sie an Acer campestre zur selben Zeit. Sie sitzt in Gesellschaften von 20 — 50 Stück Tinter dem Blatt an den Rippen entlang. Durch ihr gemeinsames Saugen bleichen und vergilben die Blätter und fallen früh ab. 59. Depranosiphum (Aphis) Aeeris, Koch. Diese von Koch auf dem Feld-Ahorn entdeckte gelblichgrüne Blattlaus mit 2 schwarzen Querfleckchen auf dem Hinterleibsrücken lebt im Juni an der Unterseite der Blätter, vor- züglich an den untersten Aesten in der Nähe des Bodens. 60. Monophlebus fuscipennis, Bin. Diese Schildlaus bewohnt ein- zeln oder in Gesellschaft die Eiche, den Ahorn, die Tanne etc. Sie saugt sich am liebsten an die stärkern Aeste und Stämme fest. 61. Lecanium Aceris, Be., eine braune erbsengrosse Schildlaus, welche sich vorzüglich an den vorjährigen Zweigen des Acer Pseudo-platanus ansaugt und gewöhnlich an der. untern Seite derselben sitzt. Die weibliche Schild- laus ist häufig von der Larve des Brachytarsus scabrosus, eines Schmarotzer- käfers, bewohnt, den Dr. Förster und Prof. Leunis wiederholt daraus zur Ent- wickelung brachten. 62. Laehnus longirostris, Fb. Diese Pflanzenlaus fand Prof. Passe- rini aus Parma in Rindenritzen von Acer campestre, Populus alba. Salix alba und vitellina im Herbst. 63. Zygonotus elegantulus, Baer. — Anthocoris eleg. Diese Wanze lebt unter der Rinde des Ahornbaums. 64. Capsus roseus, Fb. wurde von Hauptmann Meyer in Burg- dorf zu Tausenden auf Feldahorn-Gesträuch gefunden. 65. Capsus trifasciatus, L. und 66. Capsus striatus, L. wurden von Prof. Kirschbaum bei Wies- baden auf dem Feld-Ahorn beobachtet. g. Milbe n. 67. Volvulifex Aceris, Am.., eine langgestreckte Milbenart, lebt ge- sellig auf Acer campestre und Pseudo-platanus. Sie erzeugen auf der obern Blattfläche '/^ — \"' hohe, rothe Gallen, deren Ausgangs-Oeffnung auf der untern Blattseite mit einem braunen Haarkranz verschlossen ist. Die Milbe ist gelblich, 4mal so lang als breit, vierfüssig, walzig, Brustgegend etwas breiter, Rüssel spitz; Aftergegend mit 2, die Körperseite mit 3 langen Bor- stenhaaren bewehrt. 68. Erineus Aeeris, Am. erzeugt an den Blättern von Acer cam- pestre, platanoides, Pseudo-platanus und opulifolium durch Saugen und Ablage der Eier Produkte, welche Haarpolster an der untern Blattfläche darstellen, die von den frühern Botanikern, namentlich von Fries und Kunze, als be- sondere Cryptogamen-Species, als: Erineum luteolum Fries, platanoideum Frs., purpureum Gärt., dann als Phyllerium acerinum Lasch., pseudo-platani Kze. aufgestellt wurden. Kobenpflanzen. Ärapelideiio. uo- XXIL Familie, Kebenptianzen. Ampelideae. 1. Gattung. Die Rebe, der Weinstock. Vitis vinifera. u. K ä f e r. 1. Otiorhynchus nigrita, Schh. ist nach Kiesewetter als vollkom- menes Insekt dem Weinstocke sehr schädlich, namentlich ist er 1841 in. Sachsen höchst verderblich gewesen. 2. Otiorhynchus sulcatus, Fff. (Vergl. Primula.) Nach Westwood und Kiesewetter dem Weinstocke schädlich , nach Letzterem doch minder verderblich als der Vorige. 3. Otiorhynchus Ligustioi, L. (Siehe Ligusticum.) Lebt nach Kal- brunner in Oesterreich in manchem Jahre als erheblich schädliches Insekt auf dem Weinstock. Am liebsten frisst er die noch in der Wolle stecken- den jungen BUittchen, wesshalb er dort auch ,,Näscher" genannt wird. Bei. der Blattentwickelung'verlässt er den Bebstock, während Rhynchites Betuleti Fb. bis über die Blüthezeit hinaus in den Weingärten haust. 4. Otiorhynchus picipes, Fö. Nach Märkel ein nächtlicher Feind des AVeinstocks, der die Augen ausfrisst. 5. Otiorhynchus raucus, Fb. benagt die Knospen und zarten Triebe des Rebstocks, (Siehe Prunus.) 6. Cneorhinus geminatus, Fb. lebt auf Buchen und Pinus sylvestris, nach Türk auch am AVeinstock, dessen jungen Trieben er oft grossen Scha- den zufügt. 7. Rhynchites Betuleti, Fb. (Siehe Tilia.) 8. Peritelus griseus. Oliv. (Siehe Rosa.) 9. Chrysomela lurida, L., ein seltener Blattkäfer, der nach Panzer die Blätter des Weinstocks und der Birke benagt, doch weder der einen, noch der andern Pflanze bedeutenden Schaden zufügen soll. 10. Anomala Frisehii, Fb. ist in einigen Gegenden Deutschlands einer der gemeinsten Laubkäfer (fehlt Aachens Fauna), welcher Fnde Juni und Anfangs Juli, und zwar mehr an niedrigen Sträuchern als an grossen Bäu- men, schwärmt. Er fliegt auch am Tage sehr lebhaft und schnell. Jungert Birken und Weinstöcken kann er durch häufiges Erscheinen zuweilen ver- derblich werden. 11. Anomala Vitis, Fb. lebt oft in belästigender Häufigkeit nach Panzer am Weinstock, an Weiden und Birken. 12. Cryptoeephalus Coryli, L. Nicht allein an Vitis, sondern auch auf Corylus, Alnus, Salix caprea u. A. zu finden. 13. Bromius Vitis, Fb. Nach übereinstimmenden Mittheilungen ver- schiedener Autoren ist dieser Käfer im Frühling dem Weinstocke schädlich, besonders im südlichen Europa, wo er die ersten Triebe, Ranken, jungen Trauben und Blätter angreift und zerfrisst. 14. Apate sexdentata. Oliv., nach Nördlinger im Holze des Fei- genbaums, nach Solier im südlichen Frankreich auch in Rebstöcken. y4 Klasse I. Zweisamenblattrige Pflanzen. 15. MelOlontha vulgaris, L. (Siehe Aesculus, Tilia, Linum.) 16. Lethrus eephalotes, Fb. Nach Dr. Erichson soll der Käfer Gras und die Blätter des Löwenzahn in seine unterirdische Wohnung tragen; nach Nördlinger ist es Thatsache, dass er in Ungarn den Weinbergen durch Abbeissen der jungen Schosse und Knospen empfindlichen Schaden zufügt. (Nördlinger, d. kl. Feinde der Landwirthschaft, p. 92 — 93.) b. Falter. 17. Deilephila lineata, üb. ist nach G. Koch ein Zugvogel wie Deilephila Nerii und Celerio, welche sämmtlich im südlichen Frankreich und in Italien heimisch sind und uns nur in warmen Sommern besuchen. Ihre Nahrungspflanzen sind der Weinstock und das Labkraut (Galium verum). Im Rheingau und zu AVeilburg wurde der Falter Abends am blühenden Sei- fenkraut, zu Aachen einmal gleichzeitig mit Sphinx Convolvuli an Mirabilis jalappa schwärmend gefangen. 18. Deilephila elpenor, Hb. (Siehe Impatiens.) G. Koch traf die Raupe auch auf dem Weinstock. Sie blieb bis zum vorletzten Tage ihrer Yerwandlung grün. Nach der dritten Häutung verpuppte sie sich zwischen zusammengezogenen Blättern über der Erde. 19. Deilephila poreellus, Hb. Die Raupe wird von Juli bis Sep- tember auf Labkraut (Galium verum) , Weidenröschen (Epilobium hirsutum und angustifolium), Weiderich (Lythrum salicaria) und Reben (Vitis vinifera) angetroffen. 20. Deilephila celerio, Hb. Der Schmetterling zeigt sich nur perio- disch in Deutschland; nach Koch auch in Hessen, Nassau und Frankfurt. Die Raupe fand G. Koch auf dem Weinstock. Sie blieb bis zum vorletzten Tage ihrer Verwandlung, wo sie sich braun färbte, grün. Nach der dritten Häu- tung verpuppte sie sich zwischen zusammengezogenen Blättern über der Erde und lieferte nach Swöchentlicher Puppenruhe den Falter. Nach Freyers neuen Beiträgen (VI. p. 62 — 63) wurde die Raupe auch auf Möhrenkraut {Daucus carota) beobachtet; P. Maassen nennt noch Labkraut (Galium) als Futter dieser seltenen Raupe. 21. Cossus caestrum, 0. Die Raupe nach Treitschke's Vermuthung im Holze des Wurzelstocks von Vitis vinifera. Der Falter erscheint im Süden im Juni. 22. Agrotis aquilina, Tr. Die Raupe im Mai und Juni auf Galium verum, in Oesterreich auch auf dem Weinstock, deren Laub, Triebe und junge Träubchen sie verzehrt. Der Falter fliegt im Juli. 23. Amphipyra (Naenia) typiea, L. (Vergl. Stellaria.) 24. Conchylis roserana, Froel. — ambiguella, Hb. Der Sauer- wurm, Heuwurm, auch der Traubenwickler genannt. Der Falter legt im Mai seine Eier an die Blüthenknospen des Weiustocks, welche die Räup- chen, unter leichtem Gespinnst versteckt, verzehren. Die Verwandlung der erwachsenen Raupe geht im Juni unter den Blättern und Blüthen vor sich, die Entwickelung des Schmetterlings im Juli. Die Nachkommen fressen sich im Juli, August in die Beeren, deren Saft dadurch sauer und faulig wird. Zur Verpuppung gehen sie an den Stamm herab und überwintern daselbst Koljeupflanzen. Ampolideao. 95 \niter dei" Rinde. Nach Dr. Rössler frisst die Raupe auclx die Beeren von Rhamnus frangula. 25. Grapholita botrana, SV. — reliquana, Tr. Nach Kollar ent- wickelt sich der Falter gleichzeitig mit der Blüthentraube aus der überwin- terten Puppe. Die jungen Räupchen übersj^innen bald einzeln, bald in Mehr- zahl die Blüthen, verzehren dieselben und verhindern die Fruchtentwickelung. Die ausgewachsenen Raupen verpuppen sich am Stamme in einem weissen Seidengespinnst unter der abgestorbenen Rinde. Gegen Ende August oder Anfangs September erscheint die zweite Generation des Falters und das "Weibchen legt seine Eier an die noch unreifen Früchte. Die Larve dringt in die Beeren selbst ein und nährt sich von dem Safte und Fleisch. Mit dem Ruine der Traube geht jedoch der Verwüster nicht mit zu Grunde, sondern sucht sich einen bessern Schlupfwinkel, um seine Verwandlung an- zutreten, wie die erste Raupe. (Verb. d. zool.-bot. Ver. in "Wien. II. p. 1.) 26. Tortrix Pilleriana, Zell. (Vergl. Iris, Stachys.) Nach Freyer soll die Raupe, ,,der Spriugwurm", in manchen Jahren häufig in den "Wein- bergen bei Constanz und zwar in zusammengerollten Rebenblättern leben und bei starker Vermehrung Schaden anrichten. M. H. Lucas theilt mit, dass die Raupe von Herbst bis März gesellig unter der Rinde des Weinstocks sich aufhalte und im Frühjahr die Knospen vmd ersten Blätter auffresse und ganze Weinberge verheere. In Ermangelung des Futters gehen sie an niedrige Pflanzen. 27. Atyehia ampelophaga, Hb. Nach Dr. Passerini lebt die Raupe im April und Mai auf dem Weinstock , dessen junge Triebe sie zerstört. Der Falter entwickelt sich in Süddeutschland und Ungarn im Juni. 28. Antispila Rivillea, Sit. lebt, nach Art der Pfeifferella und Treitschkiella minireud, in den Blättern des Weinstocks, hängt aber die aus- gescimittenen Blattstückchen (den Sack) an's Blatt oder an den Stamm zur Verwandlung. (Stainton, Annal. de la soc. entom. de France, 1857, Vol. III. p. 24.) f. Schnabelkerfe. 29. Aphis "Vitis, Sco2). soll nach Scopoli auf dem Weinstock leben. Passerini erwähnt derselben in seinem neuesten Werke über die Blattläuse Italiens mit keiner Sylbe. Auch mir ist sie in der Rheiuprovinz noch nicht begegnet. 30. Coceus (Lecanium) Vitis, L. lebt oft in verheerender Menge an Stamm und Aesten von Spalier-Weinreben. Die Eihäufchen, anfangs von dem braunen Schild des Weibchens beschützt, sind bis in den Sommer hinein mit weisser, langfadiger Wolle überdeckt, die bisweilen die ganze Rinde über- zieht. Die in der Jugend leichtfüssigen Lärvchen kriechen an den Aesten und Zweigen umher, um sich hier eine passende Stelle zu suchen, wo sie sich dann für die übrige Lebenszeit festsaugen und auch sterben. 31. Lecanium vini, Bouche. Die kahnförmigen Weibchen sind im Alter halbkugelig, uneben, dunkelbraun. Die Eier werden ohne wollige Ein- hüllung am Stocke abgesetzt. Nach Bouche an Weinstöcken. 96 Klasse I. Zweisamenlilätlrigo Pflanzen. d. Milben. 32. Phyllereus Vitis, Ai)i. Die wai"zigen, einfachen oder getheilten durchsichtigen Flecke, in den polsterförmigen Rasen auf den Blättern des Rebstocks eingesenkt und von den früheren Botanikern Phyllerina Vitis ge- nannt, sind nach L. Kirchner nichts Anderes als die Arbeiten obiger Milben- art. Dieselbe ist so klein, dass sie nur mittelst einer stark vergrössernden Loupe gesehen werden kann. XXIIT. Familie. Terpenthinpflanzen. Terebinthaceae. 1. Gattung. Essigbaum, Sumach, Perückenbaum. b. Falter. Rhus. 1. Ophiusa tirrhaea, Fb. Die seltene Raupe lebt nach Dahl und Boisduval von Juli bis October auf Rhus coriaria, Crataegus und Pistacia lentiscus. Der Schmetterling erscheint im süd- lichen Deutschland Anfangs Auc^ust. ^m-. m\Ws 2. Gattung. Terebinthe, Pistazie. Pistacia. b. Falter. 1. Phlogophora adulatrix, Hb. Hr. Dahl fand die Raupe im Mai auf Pistacia Len- tiscus, sie soll jedoch auch von Juni bis August auf Rhus cotinus vorkommen. Der Falter ent- wickelt sich im südlichen Deutschland im April und Mai, seltener vor Ueberwinterung der Puppe im September. 2. Ophiusa tirrhaea, Fb. (Siehe Rhus.) cl. Fliegen. .3. Agromyza Pistaeiae Curt. Die Pup- pen wurden in Gallen an der Mittelrippe der Pistazienblätter gefunden. c. Schnabelkerfe. - 4. Pemphigus utrieularius , Fass. Diese Pflanzenlaus lebt nach Passerini gesellschaftlich in kugeligen, oft höckerigen Gallen an den Blatt- stielen der Pistacia Terebinthus L. 5. Pemphigus cornicularius, Pass. — Aphis Pistaeiae, L. & Fonsc. lebt nach Passerini gesellig in bauchigen, ovalen, beiderseits zugespitzten Gallen an der Spitze der Zweige der Terebinthe. 6. Pemphigus semilunarius , Pass., ebenfalls von Passerini auf der Rhus cotinus. Terpenthiupflanzen. TerebinthaccaG. 97 Terebiuthe entdeckt, lebt gesellig in halbmondförmigen zusammengepressten Gallen, die durch Umklappen des Blattrandes gebildet sind. 7, Tetraneura (Aploneura) lentisci , Pass. wohnt nach Passerini in länglichen, bauchigen ßlattgallen , die durch Umklappen des Blattrandes nach oben gebildet sind. (Giornale J. Giardini, fasc. VI. Dec. 1856.) 3. Gattung. Wallnussbaum. Jugians. a. Küfer. 1. Phyllereus Juglandis, Aiu. 2. Bostrichus bicolor, Fö. lebt unter der Rinde von Buchen (Fagus sylvatica), nach Nördlinger in absterbenden und lebenden Stämmen derselben, Hr. Perrond aus Lyon erhielt den Käfer aus Nussbaumholz. 3. Saperda scalaris, Fb. (Vergl. Prunus, Pyrus.) b. Falter. 4. Orgyia pudibunda, i?6. (Vrgl. Prunus.) •5. Harpyia Fagi, Hb. (Vergl. Prunus.) Die Raupe frisst ausser den bei Prunus genann- ten Pflanzenblättei'n auch die von Birnen, Lin- den, Buchen, Eichen und Wallnüssen. Nach Curtis ist Metopius necatorius Grv. ihr natür- licher Feind. G. Saturnia Pyri, Hb. (Siehe Amygdalus, Pyrus.) Ochsenheimer nennt noch L^lmus cam- pestris und Jugians regia als Futterpflanzen der Raupe. 7. Cossus ligniperda, 0. (Siehe Pru- nus, Tilia.) 8. Cossus Aesculi, Hb. (Siehe Tilia.) 9. Amphipyra pyramidea. Hb. (Vergl. Tilia.) 10. Acidalia (Chimatobia) brumata, Hb. (Siehe Prunus.) 11. Carpocapsa amplana. Hb. Die Raupe dieses Wicklers soll nach Diak. Schläger im Herbst und Winter in Eicheln leben und erst im Frühling ihre Verwandlung antreten. Nach Guenee und A. bewohnen die Larven die Früchte der essbaren Kastanie, der Haselstaude und des Wallnussbaums. f. S c h n a b e 1 k e r f 6. 12. Aphis Juglandinis, Wlf^. Die Blattlaus, von Fr. Walker in England auf dem Wallnussbaum entdeckt, wird höchst wahrscheinlich ' auch in der Rheingegend auf diesem Baume leben. 13. Lachnus Juglandis, Frisch, lebt im Juni und August gesellig auf den Blättern der Jugians regia. Sie sitzt stets auf der obern Blattseite und immer in gedrängten Reihen hinter einander an der Mittelrippe entlang. 14. Lachnus Juglandieola, Kalt. Diese Blattlaus findet sich an der untern Blattfläche und meist sporadisch sitzend. Kaltenliach, Pflanzenfein Je. • Jugians regia. 98 Klasse I. Zweinamenhlättrige Pflauzeu. 15, Lecanium Juglandis, Bc. Nach Hofgärtner Bouche lebt diese Scliildlaus au deu Zweigen und Aasten von Juglans regia und J. nigra. Die kleinen geflügelten Männchen erscheinen Ende April und Mai. XXIY. Familie. Kreuzdorngewäclise. Ehamnaceae. 1. Gattung. Wegdorn, Faulbaum. Rhamnus. b. Falter. 1. Colias Rhamni, L. Citronenfalter. Die Raupe lebt im Juni und Juli auf Rhamnus cathartica, Rh. Frangula, Mespilus germanica und Pyrus-Arten. Der Schmetterling erscheint im April und Mai und zum zweiten Mal im Juli, August. (Yergl. De Geer, Abth. III., p. 100 bis 108.) 2. Colias Cleopatra, L. Die Raupe lebt nach Treitschke in zwei Generationen auf Rham- nus alpinus. Der Falter fliegt bei Nizza schon im Februar, März und dann Avieder im Juli, Y/:.^' ^--£,-J^sji-^».>A ^^^1 t? Thecla spini, L. (Siehe Prunus.) Lyeaena argiolus, SV. (Vei-gi. Ro- 3. 4. binia.) 5. Viola.) 6. Callimorpha matronula, Hh, (Siehe Orthosia pistaeina, Fb. Die Raupe Riiaimuis catiiaitica. nährt sicli nach Treitschke im Juni und Juli auf Centaurea scabiosa und Ranunculus bulbosus, nach Koch bei Frankfurt auf Quercus und Prunus spinosa; Dr. Roessler fand sie bei Wiesbaden im Juni in Anzahl auf Rhamnus cathartica. 7. Asteroscopus nubeeulosa, Hß. Die Raupe fand Wullschleger im FrühHng häufig auf dem Faulbaum (Rhamnus frangula), nach Wilde wird sie von Mai bis Juli auf Birken und Ulmen gefunden. Nach Andern lebt die überwinterte Raupe an Gräsern, Ampfer u. s. w. Die Verwandlung erfolgt in der Erde in einem mit Erdkörnern vermischten Gespinnst. Der Falter ist im März an Baumstämmen zu finden. 8. Agrotis augur, Hh. Die überwinterte Raupe findet sich nach F. Schmidt bis Mai, wo sie die Verwandlung in der Erde antritt, Abends und Nachts auf Erlen, Pappeln und Weiden, sich von den Knospen und jun- gen Blättern nährend. Sie wurde auch auf dem Kreuzdorn (Rhamnus fran- gula) gefunden. Am Tage ruht sie zwischen dürrem Laub, im Moos oder hinter loser Rinde der Baumstämme. Der Falter erscheint im Juni oder .j;aHi.'. (Stett. ent. Zeit. XIX. p. 377 — 378.) . ;!■) K 9. Diphthera ludifica, Hh. (Siehe Prunus.) Nach Wullschleger fin- det sich die Raupe auch auf dem Faulbaum (Rhamnus frangula) und ist mit Ki-LUizdonigewäclise. I!liamiuu-eae. 99 dem Laube leicht^ zu erziehen. Der Falter erscheint in 2 Generationen, im Mai, Juni und wieder im August und SeiDtember 10. Lithosia complana, L Die Raupe lebt nach Boie vorzugsweise auf Rhamn frangu a, von dessen Blättern sie sich ausschliesslich nähite und die sie mit begierde frass. (Yergl. Prunus ) 11. Psyche viciella, SV. Die Raupe lebt, nach dem Wien. Verz , auf Vicia sylvatica, nach De Geer auf SaHx und Rhamnus frangula, nach Andern auch an Holcus moUis. ^ ' T.1-.. ^^' ^;f°^^^ vetulata, SV, Die Raupe frisst, nach G. Koch die Blatter von Rhamnus fmngula nach 0. Schreiner die von Rh. cathakica Ende Mai ist sie erwachsen und liefert nach kurzer Puppenruhe Mitte Juni 13. Selenia illunaria, Hb. (Siehe Tilia.) 14. Eucosmia eertata, Hb. Raupe nach Treitschke auf Rhamn. cathartica, nach Andern im Mai, Juni auf Berberis vulgaris. Die Ver- wandlung geschieht an der Erde in einem leich- ten Gespinnst, die Entwickelung des Falters erfolgt im März und April. 15. Triphosa dubitata, L. (Vergl. Pru- nus.) Die Raupe lebt wicklerartig in einem Blatt versponnen an Rh. cathartica. 16. Scotosia transversata, Hfu. — Lar. rhamnata, SV. Nach Treitschke lebt die Raupe auf Rh. cathartica, nach Andern von Mai bis September in zwei Generationen auf Prunus. Der Falter erscheint im April, Mai, und zum zweiten Mal Ende Juni und im Juli. 17. Acidalia ineanaria. Hb. Die Raupe soll auf Rh. frangula, nach Andern an Prunus padus leben. AlljährHch fliegt der kleine Spanner im JuH, August in Viel- zahl an einem Epheu, der spalierartig eine Mauer bekleidet, wo weder Rhamnus noch Prunus wächst. 18. Epione vespertaria, L. — parallelaria, SV. Nach G. Koch findet sich die Raupe im Juni erwachsen auf dem Faulbaum, nach Frey er auch auf Haselbüschen. Der seltene Falter fliegt im Juni in feuchten, schat- tigen Wäldern. 19. Geometra aestivaria. Hb. (Vergl. Prunus.) Nach G. Koch kommt die Raupe bei Frankfurt im Spätherbst auch auf Rh. frangula vor. Nach Ueberwinterung frisst sie im kommenden Frühling wieder und ist Ende Mai zur Verwandlung reif. 20. Maearia alternata, SV. Die Raupe lebt nach Freyer an Laub- liolz, z. B. auf Faulbaum. 21. Myelois legatella, Tr. (nach A. Hartmann in München). . 22. Tortrix corylana, Hb. Die Raupe wird im Juni nicht selten aui Haseln, Eichen und Birken, nach A. Hartmann in München auch an Rh. frangula gefunden. Rhamnus Frangula. 100 Klasse I. ZweisamenWättrige Pflanzen. 23. Tortrix podana, Sc. — araeriana, Tr. (Vergl. Rosa.) 24. Tort, heparana, JIö. (Siehe Prunus.) 25. Tort, ministrana, Hb. 2G. Tort, musculana, Hö. (Vergl. Agrimonia.) 27. Tort, naevana, Hf». und 28. Tort. Bergmanniana, II ö. sollen sämmtlich nach A. Hartmann an Rhamnus frangula, die Raupe zu Nr. 27 auf Rh. cathartica vorkommen. (Vergl. Rosa.) 29. Grapholitha sieulana, HO. — apicella, SV. Die Raupe lebt nach Treitschke und eigener Beobachtung im September und October auf Rhamnus frangula, nach Treitschke auch auf Rh. cathartica. Sie faltet ein Blatt der Länge nach aufwärts zusammen , verspinnt dann die Ränder und benagt die Innenseite ihrer Wohnung. Die Ver^Juppung erfolgt erst nach Ueberwinterung in zartem Gespinnst an trockenen Orten ausserhalb des Blat- tes. Der kleine Falter erscheint im Mai, Juni, bei Zimmerzucht schon Ende März. 30. Grapholitha badiana, *ST. Die Raupe wird nach A. Hartmann und V. He ine mann im Mai, Juli und October an Eichen und Faulbaum gefunden. 31. Grapholitha derasana, HO. (nach A. Hartmann). (Vergl, auch Pisum und Vaccinium.) 32. Conchylis ambiguana, SV. (Siehe Vitis.) 33. Hyponomeuta plumbella, SV. Die Raupe lebt nach Hübner auf Rhamnus frangula, nach Zeller, Stainton und eigener Beobachtung auf Evonymus euroj^aeus. Der Falter hier immer nur vereinzelt an Hecken von Spindelbaum. 34. Hyponomeuta evonymella, Scop. — cognatella, Tr. Die ge- sellig unter weitläufigem Gespinnst lebende Raupe bewohnt fast ausschliesslich den Spindelbaum (Evonymus europaeus), den sie gewöhnlich kahl frisst und nur die übersponnenen Reiser zurücklässt. Der niedliche Falter erscheint im Juli und August. Nach A. Hartmann frisst die Raupe auch die Blätter des Faulbaums (Rh. frangula). 35. Bueculatrix rhamnifoliella. Tr. — frangulella, He Gcer. Die Raupe lebt im Spätsommer auf Rhamnus frangula, am liebsten an geschütz- ten, windstillen Orten. A. Gärtner fand die Raupe in ähnlicher Lebensweise in Mähren auch an Cornus sanguinea. Jung minirt sie die Blätter, wohnt dann unter einem flachen, kreisrunden weissen Gespinnst; später lebt sie frei an der Unterseite des Blattes, das sie siebartig durchlöchert und zerfrisst. Die überwinternde Raupe ruht bis zum Frühling in einem gerippten Cocon, in welchem sie dann zur Puppe wird. (Vergl. Linn. ent. III. p. 297.) 36. Nepticula cathartioella, Stf. Die Raupe minirt nach Frey und Stainton im Juli und dann wieder im September und October die Blätter von Rh. cathartica. Die Mine ist verhältnissmässig sehr stark und in engen Windungen durch das Blatt geschlängelt, daher nicht leicht zu sehen. 37. Nepticula rhamnella, 7/*S'. Die Mine wurde von F. Hofmann in Regensburg in den Blättern von Rh. cathartica entdeckt, soll sich nach A. Hartmann auch an Rh. frangula finden. Kreuzdorngewilchse. Rliiimnaceao. IUI 38. Lithocolletis Froehliehiella, Zell, Die kleine Larve minirt die Blätter der Erle, nach Hartmann auch die des Faulbaums. Sie überwintert in der Mine in einem dichten Gespinnst, worin sie sich auch verpuppt. Die Entwickelung des Falters findet bei künstlicher Zucht im Februar, im Freien im Mai oder Juni statt. Ihr Schmarotzer ist Entedon laticornis. 39. Pterophorus pentadactylus, L. (Siehe Convolvulus). Eaupe nach A. Hart mann auch an Rh. frangula. d. Fliegen. 40. Cecidomyia salieina, Schk. Die Larve, gewöhnlich auf Weiden lebend, soll nach L. Kirchner auch an Rh. alaternus vorkommen. Torymus aurulentus ist nach demselben Beobachter ihr Parasit. f. Schnabelkerfe. 41. Psylla alaterni, Frst. wurde bei Boppard am Rhein gefunden. 42. PsyUa rhamni, Schk. — Trioza Walkeri, Frst. Nach v. Frauen- feld und eigener Beobachtung erzeugen die gesellig lebenden Larven durch Umklappen des Blattrandes und ihr gemeinsames Saugen dickwandige, gall- artige gelbe Höhlen au Rh. cathartica. Ende August klaffen diese Wohnun- gen auf und das entwickelte Thierchen entschlüpft. 43. Aphis frangulae. Kalt. = A. Rhamni, KU. lebt gesellig im Mai und Juni an den Zweigspitzen und Blüthenstielen des Faulbaums (Rham- nus frangula), nach Passerini besucht sie auch den Alpenwegdorn (Rh. al- pina, in zahlreichen Gesellschaften, die häufig von Ameisen besucht werden. 44. Typhlocyba blandeUa, F. kommt nach Apotheker C. Tollen und eigener Beobachtung häufig auf Rh. frangula und Rh. cathartica vor. Von ersterm Strauche erhielt ich dies schöne Thierchen in Anzahl durch Klopfen. 2. Gattung. Spindelbaum. Evonymus. b. Falte r. 1. Acherontia atropos, Hö. Die Raupe lebt von Anfang August bis September vorzüglich auf Kartoffelkraut, doch wenn sie häufig ist, wird sie auch auf Datura stramonium , Lycium afrum , Jasminium officinale , Philadel- phus coronarius, Rubia tinctorum, Evonymus eui'opaeus und Daucus carota gefunden. Prof. Hessner beobachtete sogar im Sommer 1846 mehrere Raupen im Garten auf dem Trompetenbaum (Bignonia catalpa). Der Schmetterling er- scheint im .luni und später. 2. Amphipyra cinnamomea, BrJc. Die Raupe findet sich nach Brahm, der sie öfters erzogen hat, von Mai bis Ende Juni an Populus italica und nigra, Ulmus campestris und Evonymus europaeus. Sic hält sich zwischen zwei zusammengesponnenen Blättern verborgen, besteht hier auch ihre Verwandlung, doch auch wohl in einem Erdgespinnst. Die Entwicke- lung des Falters fällt in den August. 3. Zerene grossulariata. L. Stachelbeerspanner. (Siehe Pru- nus.) Ich fand die Raupe am 10. April in Mehrzahl auf niedrigen Stock- schossen von Evonymus europaeus. 102 Elasso I. Zwoisamcnblättrigo Pflanzen. 4. Zerene adustraria, Hb. Die Raupe erscheint in zwei Generationen, im Mai und wieder im September und October auf Evonymus europaeus. Zur Verwandlung spinnt sie einige Blätter zusammen und liefert den Falter im März oder im April und wieder im Juli, August. 5. Ennemos evonymaria, Hb. fliegt Anfangs Juni und zum zweiten Mal im August. Die Raupe lebt nach Treitschke auf dem Spindelbaum, von welchem Ott. Hofmann sie bei Regensburg im Juni herabklopfte. Die Ver- wandlung geschieht an der Erde ohne Gespinnst. 6. Alispa angustella, Zell. Die Larve entdeckte Bruand (Ann. de la soc. entom. de France, 1847 p. 289) in den Samen des Spindelbaums, Avorin sie im October erwachsen zu finden ist. Den Falter erhielt derselbe Ende Juni. A. Schmid aus Frankfurt entdeckte die kleine Raupe für Deutschland Mitte Sep- tember 1855 auf der Mombacher Heide (bei Mainz). Nach diesem sorgfältigen Beobachter spinnen die Räupcheu die Früchte büschelweise zusammen und nähren sich von den Kernen. Sie überwintern in der Erde unverwandelt in einem Tönnchen von Sandkörnern, Die Ver- wandlung geht ausserhalb des Gespinnstes, die Entwickelung im August vor sich. Auch A. Gärt- ner,- der die Raupen in Vielzahl gleichfalls in den Früchten des Spindelbaums gefunden und zur Entwickelung gebracht hat, theilt mit, dass die Falterchen zu 3 verschiedenen Zeiten : im Frühjahr, im Juli, August und wieder im Octo- ber erschienen. 7. Hyponomeuta plumbella, SV. (Vergl. Rhamnus.) 8. Hyponomeuta Evonymella, Sco}?. (Vergl. Rhamnus.) 9. Theristis eultrella, Hb. Die Raupe lebt im Juni und Juli in kleinen Gesellschaften oder vereinzelt unter Gespinnst auf Evonymus euro- paeus. Nach V. Tischers und eigener Beobachtung ist sie schlank, nach hin- ten spitz zulaufend, dunkelgrau mit heller Rückenlinie, die sich nach hinten verdunkelt. Kopf braun. Länge: 10 — 11'". — Der seltene Falter erscheint im Juli, August. f. Schnabelkerfe. 10. Aphis Evonyrai, Fb. lebt im August Tn zahlreichen Gesellschaf- ten unter zurückgekrümmten Blättern der jungen Triebe des gemeinen Spin- deibaums (Evonymus europaeus). 11. Psylla Evonymi, Scop. Li der Rheinprovinz noc4i nicht an dieser Pflanze beobachtet. Evonymus europaeus. SchmetterliiigsblütUigo Gowiichso. Tapilionaceae. 103 XXV. Familie. Schmetterlingsblüthige Gewächse. Papilionaceue. 1. Gattung. Heckensame. Ulex. a. K ä f e r. 1. Apion striatum, Krb. — striatulum, Germ, fand Walton von Februar bis October an Ulex eiiropaeus. 2. Apion scutellare, Krb. sammelte Walton im Juni und October auf derselben Pflanzenart. 3. Apion ulicicola, Pcrr. Die Larven wohnen in Gallen, welche Per- ris an den jungen Trieben von Ulex europaeus entdeckte. 4. Apion Ulieis, Sclili. findet sich in England häufig im Herbst auf Ulex europaeus. Herr Georg Lupford fand den ausgebildeten Käfer im August fast in jeder Hülse. b. Falte r. 5. Butalis grandipennis, Haw. Die Larve lebt nach Stainton in England an Ulex europaeus, zwischen dessen Blättern sie ein ziemlich weitläufiges Gewebe macht, in dem ihr Koth hängen bleibt. Ihr Puppengehäuse legt sie darin nahe am Stamm oder zwischen dicht- stehenden Blättern an. Die Motte entwickelt sich im Juni (Linnea ent. B. XI. p. 178). A. Schmid in Frankfurt entdeckte die Raupe im März, April in leichtem Gespinnste an Ge- nista (Cytisus) sagittalis. 6. Anarsia spartiella, Sdik. Raupe nach Stainton in den Trieben von Ulex, die in Folge dessen verwelken und braun werden. (Vergl. auch Genista.) 7. Gelechia malvella, Dnp. Raupe nach Stainton in den Blüthen, wo sie die Befruchtungsorgane , selten auch die Blumenblätter angreift. (Siehe Malva.) e. G r a d f 1 ü g 1 e r. 8. Thrips Ulicis, Ilald. bewohnt nach Haliday die Blüthen des Hecken- samen und trinkt deren Nectar, frisst auch wahrscheinlich den Pollenstaub derselben. 9. Sericothrips staphylinus, Hai., ebenfalls, wie jener Blasenfuss, in den Blüthen lebend. f. Schnabelkerfe. 10. Psylla (Livilla) Ulieis, Carf. und 11. Psylla (Aphalaria) Ulicis, Fürst . wurden beide auf Ulex europaeus Ulex europaeus 104 Klasse I. Zweisaraenblättrigc Pflanzen. gefundeil. Dr. A. Förstei' schöpfte erstem Blattfloh am Rhein bei Boppard auf einer Bergwiese, wo Genista germanica und Genista (Cytisus) sagittalis häufig wächst, Ulex aber gar nicht vorkommt. 2. Gattung. Sarothamnus (Spartium). Besenstrauch (Pfriemen). a. K ;i f e r. 1. Apion fuscirostre, Fh. Der Käfer wurde von Pfarrer Schmidt aus den Hülsen erzogen; Walton und Bach haben ihn im October auf Pfriemen gefunden. 2. Apion immune, Krb., nach Walton von Juni bis Sej)tember in Menge auf dem Besenginster. 3. Bruchus Spartii, Kirch, soll in gallartigen Anschwellungen der Hülsen von Sj)artium scoparium leben. 4. Bruchus Cisti, Schh. (Vergl. Helianthemum.) 5. Hylesinus Spartii, Nord, lebt nach Nördlinger unter der Rinde alter Stämmchen, die vom Froste gelitten haben und kränkeln. 6. Sitona Regensteinensis, Hb st. (Siehe Cytisus.) In liiesiijer Gegend ebenfalls häufig an den schlanken Ruthen des Besenginsters. 7. Calomicrus oireumfusus, Mrsh. — Haltica Spartii, I)ß., in hiesiger Gegend, doch selten, auf Besenginster, desto häufiger bei Bens- berg. 8. Gonioctena litura, Fb. (Siehe Prunus, Genista.) b. Falter. 9. Lyeaena Baetiea, Tr. (Siehe Colu- tea.) Die Raupe wurde auch schon im August in den Blüthen und Schoten von Spartium gefunden. 10. Lyeaena Arg^is, Hb. (Siehe Genista.) Thecla Rubi, Hb. (Vergl. Cytisus.) Gastropacha repanda, Hb. (Nach xlngerer.) Gastropacha Quereus, J{b. (Siehe Prunus.) Gastropacha Trifolii, Hb. (Vergl. Ononis.) Gastropacha Medicaginis, BrAJi. (Siehe Medicago.) Orgyia fascelina, Hb. (Vergl. ebend.) Orgyia selenitica, Hp. (Siehe Hedj-sarum.) Arctia purpurea, L. (Vergl. Genista.) Arctia eaja, L. (Siehe Rubus.) Callimorpha hera, Hb. (Vergl. Rubus, Trifolium.) Emydia grammica, L. (Siehe Prunus.) Agrotis negleeta, Hb. (Vergl. Genista.) Orthosia litura, Hb. (Siehe Trifolium.) Taenioeampa gothiea, L. (Vergl. Genista.) Maniestra leueophaea. Hb. (Siehe Achillea.) Spartium scoparium. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 9r> SchmetturlingsbUUlugf Gewächse. Paiiilionnceaea. 105 2(). Mamestra advena, SV. (Vergl. Sonchus.) 27. Mamestra Chenopodii, 7/6. (Siehe Brassica.) 28. Mamestra Thalassina, Hfn. Die polyjihage Raupe wurde von Dr. lioessler auch an Spartium scoparium öfters gefunden. 29. Hadena contigua, IIb. (Siehe Berheris.) 30. Hadena Genistae, BrAh. (Vergl. Genista.) 31. Hadena Pisi, II fj. (Siehe TrifoUum.) 32. Orthosia caeeimaoula, SV. (Vergl. Stellaria.) 33. Mamestra persieariae, L. (Siehe Artemisia.) 34. Agrotis cerasina, Fr. (Vergl. Genista.) 35. Xylina exoleta, IIb. (Siehe Genista.) 36. Psyche graminella, Tr. (Vergl. Holcus.) 37. Geometra cytisaria, IIb. (Siehe Cytisus.) 38. Aeidalia aversata, L. (Vergl. Genista.) 39. Pellonia vibicaria, X. (Siehe Origanuni.) 40. Odontoptera bidentata, L. (Vergl. Prunus.) 41. Crocallis elinguaria, Hb. (Siehe Genista.) Dr. Rüssler be- stätigt das Vorkommen der Raupe auf Besenginster. 42. Angerona prunaria, IIb. (Vergl. Fagus.) 43. Hypopleotis adspersaria, Hb. — Sylvanaria, IIS. Die Raupe fand Speyer an einem sonnigen, bewaldeten Bergabhange bei Arolsen an Spartium scoparium, in manchem Jahre sehr häufig. Im Frühjahr nimmt sie keine Kahrung mehr, verpuppt sich über der Erde in einem feinen Gespiunst und erscheint Anfangs Mai bis Anfang Juni als Falter. 44. Aspilates respersaria, Hb. — strigillaria, Hb. Die Raupe lebt nach G. Koch und Speyer vom August bis October, und nach Ueberwinte- ruug auch im Frühjahr auf dem Pfriemen, verpuppt sich im April und lie- fert den Falter Ende Mai und im Juni. (Siehe Genista.) 45. Aspilates gilvaria, SV. Dr. Roessler fand die Raupe an Spar- tium scopaiüum. Sie ist polyphag und frisst auch Clematis Vitalba, Hyperi- cum, Ribes, Achillea u. A. 46. Soria dealbata, L. (Siehe Hypericum.) 47. Geometra papilionaria, L. (Vergl. Alnus.) Dr. Rössler traf sie auch auf Pfriemen. 48. Boarmia soeiaria, Hb. Die Raupe (nach Wilde) im Mai, Juni an Sarothamnus, Hippophae ; A. Gärtner fand sie überwintert am 15. April erwachsen auf Artemisia Absinthium. Sie zeigte eine ungewöhnliche Esslust, trat am 24. April unter einem Gespinnst ihre Verpuppung an und gab am 19. Mai den Falter. 49. Boarmia repandaria, Hb. (Siehe Betula.) 50. Boarmia crepuscularia , Hb. (Vergl. Genista.) Die Raupe ist polyphag ; man findet sie im Juni und September an Spartium, Chenopodium, Alnus, Salix, Populus u. A. Der Falter erscheint im März, April und im Juli. 51. Boarmia cinctaria, Hb. fliegt im April und Mai. Die Raupe lebt nach Koch im Juni, Juli auf dem Pfriemen. (A'ergl. Prunus.) 52. Fidonia conspicuaria, IIb. (Siehe Genista.) 106 Klasse I. Zweisameublilttrige Pflauzcu. 53. Fidonia famula, Esp. — concordaria , Hb. Eaupe und Falter wurden von Speyer und Dr. Rö ssler an Spartium scoparium gefunden. 54. Fidonia roraria, Esp. — spartiaria, Tr. 55. Ortholitha moeniaria, E. Die überwinterte Raupe wird (nach Schwarz) im Mai an Pfriemen, Cytisus u. A. gefunden. Sie verwandelt sich an der Erde in einem losen Gespinnst und liefert den Spanner Ende Juli oder im August. 56. Larentia palumbaria, L. (Verg]. Cytisus.) 57. Eupithecia pumilata, Hb. Die Raupen fand Hr. Eppelsheim Ende Mai bei Bergzabern häufig in den Blüthen von Sarothamnus scoparius W. Gleichzeitig traf er auch die Räupchen von Depressaria depunctella, pulve- rella und Anarsia spartiella in denselben an. 58. Chesias spartiata, Esl. Die Raupe lebt im Mai, Juni auf dem Besenginster. Sie frisst sowohl Blüthen als Bhätter. Diejenigen, welche nur Blumen verzehren, sollen gelblich werden, die nur Blätter berühren, grün bleiben. Die überwinternde Puppe liefert den Spanner im April, Mai, in hiesiger Gegend noch häufiger im September und October. Nach M. Goo- sens Beobachtung erschienen von 30 Puppen 14 Falter im October, die übrigen im October des darauffolgenden Jahres. 59. Chesias obliquata, SV. Dieser schone Spanner fliegt von April bis Juni am Besenginster und Genista pilosa, worauf im Mai. Juni und wie- der im September die Raupe zu finden ist. 60. Botys cinctalis, Tr. — verticalis, L. Paula v. Schrank fand die Raupe im Juni auf dem Pfriemenstrauch; der Falter fliegt im Juli und August. 61. Botys limbalis, SV. — rusticalis, Hb. (Vergl. Cytisus.) 62. Botys polygonalis, Hb. (Siehe ebend.) 63. Seiaphila minorana, HS. 64. Coleophora Onobrychiella, ER. (Siehe Hedysarum.) 65. Coleophora Coronillae, Zell. — gallipennellae, Tr. 66. Coleophora bilineatella, Zell, fliegt im Mai an Rainen. Den Sack fand Dr. Ro essler im 3Iai an Spartivuu scoparium. 67. Coleophora trifariella, Zell. Die Raupe nach Koch an Ge- nista pilosa, nach Stainton im September an Pfriemen. Der Schmetterling fliegt im Juni. 68. Coleophora niveicostella, L. Die Raupe lebt nach A. Schmidt an Spartium vom Herbst bis in den Mai. Der Falter fliegt Ende Mai und im Juni. 69. Gelechia mulinella, Zell. Die Raupe soll in den Blüthen des Pfriemen leben. (Roessler.) In Nürnberg häufig daraus erzogen. (E. Hfm.) 70. Depressaria assimilella, Tisch. Die schwärzhchen, sehr behen- den Räupchen leben im Herbst und nach Ueberwinterung im Frühling ziem- lich häufig auf SjDartium und Genista pilosa in weissem, zwischen 2 Aestchen angelegten Gespinnst, in der Jugend von der Rinde und den Blattknospen des Strauches lebend. Die Verwandlung erfolgt an der Erde zwischen Laub und Moos; die Entwickelung im Mai, Juni. (Linn. ent. IX. p. 215.) Schmetterliiigsblüthigü Gewächse. Papilionaceae. lUi 71. Depressaria atomella, SV. — pulverella und respersella, Tr, (Siehe Genista.) 72. Depressaria costosa, Hw. — depunctella, HO. Die Larve lebt nach v. Hey den, Dr. Rössler und A. Schmid im Mai und Anfangs Juni in den Endtrieben von Spartium scoparium , nach Stainton auch an Ulex europaeus. Der Falter wurde im Juli und August gefangen. 73. Depressaria subpropinquella, Sit. — intermediella, Stf. Die Raupe lebt (nach Oth. Hofmann) im Juni an Spartium scoparium. Sie ist hellgrün mit dunkeln Wärzchen und 3 dunkelgrünen Längsstreifen. Kopf bräunlich mit schwärzlichen Mundtheilen; Brustfüsse bräunlich; Bauchfüsse und Bauchseite grün. Bei Erlangen. 74. Anarsla spartlella, ScJik. fliegt nach Koch Ende Juni und soll die Raupe in Blättern an Spartium und Genista tinctoria im Mai leben. (Vergl. Genista.) 75. Cemiostoma spartifoliella , Zell. Die Raupe lebt nach Zell er nicht in oder auf den Blättern des Pfriemen , sondern unter der grünen Rinde der Aeste und Ruthen. Sie legt hier an einer Seitenfläche nicht ganz gerade Gänge an , die sich durch ihre bräunliche Farbe auf dem grünen Grunde nur wenig bemerklich machen. Erwachsen ist sie schon im April. Zur Verpuppung geht sie aus der Mine und legt auf der dem Lichte zuge- kehrten Zweigseite der Futterpflanze, dicht unter einem Aestchen, ihr schnee- weisses Gespinnst an. Es liegt fest auf und ist spindelförmig. Die Puppen- ruhe dauert etwa einen Monat. (Linn. ent. III. p. 275.) 76» Gracillarla Kollariella, Fü. Die Raupe minirt (nach v. Hey- den) Mitte Juni im Taunus und Odenwald die Blättchen von Spartium sco- parium, seltner von Genista germanica; nach A. Gärtner bei Brunn am häufigsten an Cytisus nigricans. Die Mine ist ein grosser brauner i'leck, der sich oft über ein ganzes Blättchen verbreitet. Die Raupe verlässt dann ihre erste Wohnung und macht eine neue Mine. Zur Verwandlung verlässt sie die Mine und verpuppt sich an der Oberfläche eines Blattes unter einem flachen Gespinnst, aus dem sich im Juli die Motte entwickelt. Die Raupen der zweiten Generation finden sich von Mitte September bis October. (Stett. ent. Zeit. 1862 p. 362.) 77. Lithoeolletis scopariella, Zell. Die Raupe soll im April die Blätter des Pfriemen miniren. d. Fliegen. 78. Cecidomyia Sarothamni, Lw. Die Larve erzeugt birnförmige Knospengallen an den blühenden Zweigen des Besenginsters, worin sie einsam wohnt. Die ansehnliche jMücke erscheint Ende Mai und im Juni. f. Schnabelkerfe. 79. Aphis Pisi, Kcdf. (Siehe Ononis.) 80. Aphis Laburni, Ketlf. (Vergl. Cytisus.) 81. Aphis setosa, Kcdt. lebt an sonnigen Stellen unter den Blättern und an den Jüngern Trieben von Pfriemenkraut. (Vergl. Stett. ent. Zeit. Jahrg. 1846. p. 172.) 108 Klasse I. Zweisamenblüttrige Pflanzen. 82. Apliis Spartii, Koch, lebt nach Koch verehizelt auf Sarotham- nus scoparius, doch hat derselbe ihre Lebensweise nicht näher bekannt gemacht. 83. Psylla spartiopbila, Frst. hält sich vorzüglich an den jungen Zweigen des Pfriemen auf. 84. Psylla (Arytaina) Spartii, Mrf. ist im westlichen Deutschland allenthalben sehr gemein an Spartium scoparium. 85. Cereopis sanguinolenta, L., an geschützten sonnigen Abhängen im Frühling oft in grosser Anzahl auf dem Besenginster. 86. Oxyrrhachis genista, I'b., in hiesiger Gegend häufig auf dem Pfriemenstrauch. (Vergl. Genista.) 87. Selenoeephalus obsoletus, Germ. — conspersus, Seh/f. wird in Dalmatien auf Spartium junceum gefunden. 88. Anthoeoris obseurus, Hfai. lebt an Spartium und Cirsium ar- vense. (Siehe Genista.) 89. Cydnus alliaceum, Gcrni. 90. Alydus calearatus, L. wird in lüesiger Gegend nicht selten auf Spartium scoj^arium gefunden. 3. Gattung. Ginster. Genista. a. K ä f e r. 1. Apion Genistae, Schh. Die Larve lebt in den Hülsen verschie- dener Ginsterarten, Genista germanica, tinctoria und pilosa, deren Samen sie verzehrt. Herr Wal ton fand den Käfer häufig am Färbeginster; Bach in den Hülsen des deutschen Ginster, woraus auch ich ihn im September völlig entwickelt hervorholte. 2. Apion striatum, BIrsh. wurde von Dietrich in der Schweiz auf Genista sagittalis gefunden, wo er eine dem Vorigen ähnliche Lebensweise führt. (Vergl. Ulex.) 3. Gonioctena litvira, Fb. Diesen, in hiesiger Gegend auf Spai-tium scoparium und Cytisus laburnum sehr häufig vorkommenden Blattkäfer fand Lehrer Letzner in grosser Menge im Juni im Larvenstande an Genista tinctoria. Die Larve geht zur Verpuppung in die Erde und liefert im Juli das vollkommene Lisekt. (Siehe Jahresb. der schlesischen Gesellschaft für vaterh Cultur, 18.51 p. 126.) b. Falter. 4. Lycaena Aegon, L. Die Raupe nährt sich nach Borkhausen auf Genista, nach Ilübner auf Colutea arborescens. 5. Lycaena Argus, Hb. Die Ptaupe findet sich im Mai, Juni auf Trifolium montanum, Melilotus officinalis, Genista germanica, Spartium scopa- rium, Hedysarum Onobrychis und Lotus corniculatus, deren Blüthen sie am liebsten frisst. Der Falter fliegt im Juli. 6. Lycaena Adonis, Hb, Die Raupe lebt auf verschiedenen Papilio- naceen, als: Trifolium, Coronilla varia , Hippocrepis comosa und Genista sa- gittalis. Der Falter fliegt im Juni an sonnigen Abhängen. 7. Lycaena Alexis, Tr. fliegt im Juni, JuU. Die Raupe fand E. Neu- stadt in Breslau im Mai und Juli auf den Blüthen von Trifolium, Melilotus Scliinettorlingsblütlügo Gewachst. Paiiilionacoae. 109 eiiista tinctoria. und Genista; nach Ochsen heim er und Frej^er f'nsst sie auch an Ononis spinosa, Astragalus Glyciphyllos und Fragaria vesca. Die Soiiimerraupen üherwinteiu und sind im April erwachsen. 8. Lyeaona Cyllarus, Fh. Die Kaupe wird im Mai auf Astragahis Glycyphyllos , Tri- folium, Melilotus, Genista sagittalis und germa- nica angetroflen. Die Verpuppung geschieht Ende Mai oder im Juni. Falter Ende Juni und im Juli. 9. Thecla Rubi, L. Die Raupe, welche am liebsten Schlehenblätter frisst, wurde im Juni, Juli auch auf Mandelbäumen, Ginster, Besenginster u. A. gefunden. Die Entwicklung des Falters erfolgt im nächsten Frühling. (Vergl. Cytisus, Hedysarum, Genista.) 10. Zygaena minos, Hb. Die Raupe lebt nach Ochsenheimer auf Trifolium, Veronica officinalis, Briza media, Cynosurus cristatus, Ge- nista tinctoria, Pimpinella saxifragaj nach Hering auch auf Thymus Serpyllum, was Dorfmeister bestätigt. Sie verwandelt sich in einem hoch- gewölbten bräunlichgelben Gewebe und liefert den Falter nach drei Wochen. Falter von Ende Juni bis in den August. 11. Arctia purpurea, L. Die polyphage Raupe liebt vorzugsweise Ginsterarten und wird im ersten Frühling am leichtesten daran gefunden. Erwachsen flieht sie die Sonne und verbirgt sich am Boden. Der Falter bei Mombach (Mainz) im Juni. (Rössler.) 12. Heterogynis penella, Hh. — ero- tica, Grasl. Die Raupe lebt nach Graslins An- gaben in Frankreich auf Genista sagittalis, pur- gans und Spartium. (Ann. d. 1. societe entom. de France, serie II., tome 8, p. 396.) 13. Heterogynis dubia, ScJutüdf, führt auf Genista sylvestris Scop. eine ähnliche Lebens- weise im südlichen Deutschland. In der Jugend gesellig , unter gemeinschaftlichem Gespinnst, Hr. Schmidt führt den Schmetterling vorläufig als eigene Species auf, weil Raupe, Puppe und Falter von jenen der penella abweichen sollen. Das Weib legt die Eier, wie einige Psychiden, in die verlassenen Puppenhülsen. (Verhandl. d. zool.-bot, Vereins in Wien. Bd. X. p. 67.) 14. Ocnogyna parasita, Hb. Nach Treitschke lebt die Raupe im April, Mai auf Urtica dioica, urens. Scabiosa und Genista; der Falter ent- wickelt sich im März, April des folgenden Jahres. Genista anglica. HO Klasse I. Zweisameiiblattrisri? Pflanzen. 15. Taeniocampa gothioa, L. Die Raupe lebt im Juni, Juli auf Eichen, Geisblatt, Labkraut und Ginster; Hr. Knocli nährte sie mit Weidenlaub. Der Falter erscheint im Frühling. IG. Agrotis negleeta, IIb. Dr. Roessler entdeckte die Raupe im Frühling bei Wiesbaden auf Wicken, Erlen, Genista pilosa, Spartium und ganz niedrigen Eichenbüschen. Die Verwandlung erfolgt in der Erde. 17. Agrotis cerasina, Fh. Die Raupe soll Haide, Ampfer, Heidel- beeren und Ginsterarten fressen und nach 0. Wilde nur eine Varietät der Vorigen sein. 18. Xylina exoleta, Hb. Die Raupe ist gar nicht wählerisch; man traf sie schon auf Serratula tinctoria, Cirsium arvense, Atriplex, Asparagus, Euphorbia esula und cj'parissias, Lactuca sativa, Chenopodium, Spartium, Ge- nista, Ononis, Polygonum aviculare, Salix, Rubus idaeus und saxatilis, Pisum, Aristolochia, sowohl die Blüthen als die Blätter angreifend. (Vergl. Solanum.) 19. Mamestra thalassina, Hufn. Die Raupe kommt nach G. Koch im August, September erwachsen auf Spartium, nach Dahl u. A. auf Birken und Berberitzen vor. Die Verwandlung geht in der Erde unter den Nah- rungspflanzen vor sich; der Falter entschlüpft der überwinterten Puppe im nächsten Mai, Juni. 20. Mamestra contigua, Hb. Die Raupe dieser Eule soll nach Hüb- ner auf Berberitzen , nach Treitschke auf Genista germanica, pilosa, tinctoi'ia und sagittalis, Chenopodium bonus Henricus, Senecio Jacobaea, Vaccinium myrtyllus, nach G. Koch im September und October vorzüglich auf Ginster- arten, besonders Spartium, nach Wilde auch an Achillea, nach Dr. Roessler noch auf Brombeeren und Solidago virgaurea leben. Die Verwandlung ge- schieht in der Erde; der Falter kommt im Mai allenthalben in Deutschland, in hiesiger Nähe gar nicht vor. 21. Mamestra Genistae, Brich. Die Raupe findet sich nach Borkhausen und Scriba im Juli, August auf Genista germanica, tinctoria, pilosa, sagitta- lis , Spartium scoparium und Vaccinium myrtillus , nach Koch kam sie Ende August auch schon auf Thalictrum minus und Silene inflata vor. Sie geht nur bei Nacht auf die Futterpflanze und lebt am Tage meist in deren Nähe versteckt, p'alter im IMai, Juni. 22. Spintherops speetrum, Hb. Herr Dahl und de Villers fanden die Raupe im südlichen Deutschland im Frühling auf Genista pilosa. Der Schmetterling fliegt daselbst im Juli. 2.3. Fidonia conspicuaria, Hb. (limbaria, Fb.} Nach Reaumur soll die Raupe auf Ginsterarten, besonders Spai'tium scopaiium leben; den Falter scheuche ich in hiesiger Gegend häufig, doch nur aus Spartium-Gesträuch auf. 24. Boarmia crepuscularia, Hb., eine polyphage Raupe, welche auf sehr verschiedenen Pflanzengattungen fressend angetrofi'en wurde, z. B. auf Ulmen, Pappeln, Salweiden, Hollunder , Pflaumen, Ginster, Akelei, Eichen, Brombeeren. 25. Geometra cytisaria. Hb. (Siehe Cytisus.) 26. Chesias obliquata, Hb. Die Raui^e wird auf Ginsterarten, na- mentHch auf Si^artium vermuthet; ich klopfte den Falter wiederholt im Früh- ling aus dem Besenginster. G. Koch sagt, die Raupe lebe im Mai, Juni, Sclimettorlingsblüthigo Oewiicliso. Papilionaccae. HA 0. Wilde im August und Scpteinbei- auf SiDartium scoparium; Dr. Rössler nennt auch Genista germanica als Futterpflanze. 27. Acidalia (Idaea) aversaria, L. Die Raupe, welche Schwarz im Mai und Juni auf Spartium fand, soll auch auf Cytisus vorkommen. Die Ver- wandlung geschieht unter der Nahrungspflanze zwischen Blättern ; die Ent- wickelung des Falters erfolgt im Juli. 28. Crocallis elinguaria, L. Di-. Roessler fand die Raupe an Eichen und Ginsterarten, namentlich an Genista pilosa auf Haideflächen. 29. Ortholitha moeniata, Scop. fliegt im Juli; die Raupe soll auf Genista pilosa vorkommen. 30. Aspilates (Ennomos) adspersaria, IIb. Die Raupe lebt nach Treitschke im September und October auf Spartium scoparium, nach 0. Wilde auf Cytisus nigricans, nach A. Speyer auf Senecio nemorensis. 31. Aspilates palumbaria, SV. Die überwinterte Raupe ist Ende April erwachsen und zur Verwandlung reif, lebt auf Cytisus, Spartium sco- parium, Genista sagittalis und anglica, selbst auf Calluna vulgaris, den Tag über in der Nähe dieser Pflanzen, meist auf der Erde ausgestreckt. Der Falter erscheint in zwei Generationen, im Mai und wieder im Juli. 32. Botys limbalis, SV, — B. rusticalis. Hb. (Siehe Cytisus.) 33. Ennychia (Hercyna) pollinalis, Hb. Die Raupe lebt nach V. Tischer, Koch u. A. auf Genista germanica und tinctoria, Cytisus la- burnum und nigricans. Sie wohnt in röhrenartigen, häutigen Gängen, die sie nicht blos am untern Tlieile der Stengel, sondern selbst unterirdisch fort- führt. Da, wo diese Rühre nach oben mündet, verfertigt sie noch eine leichte, spinnenweb artige Decke als Thüre. Der letzte oder obere Theil des Gespinnstes wird leicht als Arbeit einer Spinne übersehen und hierdurch das Auffinden der Raupe sehr erschwert. Erwachsen ist sie im Juni und An- fangs Juli. Der fleckige Zünsler erscheint gewöhnlich erst im nächsten Mai. (G. Koch.) 34. Grapholitha succedana, *ST. fliegt im Rheingau Anfangs Juni auf Waldwiesen. Die Raupe lebt (nach Hofmann) Ende August in den Scho- ten von Cytisus nigricans und nährt sich von den unreifen Samen. Dr. Roessler vernuithet sie auch an Genista sagittalis. Die Verwandlung erfolgt in der Erde. 35. Anarsia spartiella, Schrk. Die Raupe soll im Mai und Juni auf Genista tinctoria leben und Anfangs Juli die Motte liefern. Nach Stain- tou lebt die Raupe in England auch an Ulex europaea. (Siehe Ulex.) 36. Euspilapteryx Kollariella, HS. (Siehe Spartium.) 37. Depressaria assimilella, TrtscJi. (Vergl. Spartium.) Nach Dr. Roessler wird die Raupe auch an Genista pilosa gefunden. 38. Depressaria obscurella, Hb. Die Raupe soll, gleich der Vori- gen, an Ginster leben und vorzüglich an Genista tinctoria vorkommen. 39. Depressaria pulverella, Trtsch. — atomella, -ST. Die Raupe lebt bei Frankfurt nicht selten an Spartium scoparium und Genista germa- nica, nach Herrich-Schaeffer auch an Cytisus nigricans, Hr. A. Gärtner traf sie bei Brunn im Juni noch an Genista tinctoria. Sie ist im Juli erwachsen, geht zur Verwandlung in die Erde, woraus im Juli oder August die Motte hervorgeht. 112 Klasse I. Zweisamonliliittrigo Pflanzen. 40. Gelechia Coronillella, TL Die Eaupe lebt im Mai zwischen zusammengesponneneu Blättern von Coronilla varia, Genista tinctoria, Ononis spinosa und Latliyrus pratensis, woselbst auch die Yerpuppung und im Juli, August die Entwickeluug der Schabe vor sich geht. 41. Gelechia vorticella, L. Die Kaupe lebt (nach Zeller) im Mai an Genista tinctoria und wahrscheinlich auch noch an andern Papilionaceen. Den Falter fing ich im Juni auf Waldwiesen, welche reichlich mit Färbe- o-inster bestanden waren. A. Gärtner sammelte die Räupchen zur späten Herbstzeit mit der Mirmedonen-Eaupe von Cytisus biflorus ein. Sie über- wintern auf der Pflanze zwischen zusammengesponnenen Blättern und wer- den im Frühjahr, wenn die Knospen der Futterpflanze zu schwellen begin- nen zur Puppe. Gärtner vermuthet zwei Generationen. 42. G-eleehia biguttella, HS. erscheint in zwei Generationen. Die braunen Räupchen fand Dr. Roessler Mitte Juni in den Gipfeltrieben von Genista tinctoria eingesponnen. A. Gärtner traf sie an Medicago sativa in länglichen Blattgehäusen im Spätherbst. 43. Gelechia solutella, FU. fliegt im Mai, Juni auf sonnigen Hü- geln und trockenen Stellen. Die Eaupe lebt nächst der Erde in röhrigen Gängen an Genista pilosa. (A. Schmidt.) 44. Gelechia lentiginosella, FB. Die Eaupe nach Gärtner, Herrich- Schaefier und v. Tischer im Mai, Juni an den zusammengespounenen Blättern der Zweigspitzen von Genista tinctoria, germanica und anglica. Die Ver- wandlung erfolgt an der Erde, die Entwickelung der Motte im Juli, August. 45. Coleophora Onobryehella , FR. fliegt bei Wien im Juni und September auf trockenen Stellen. Herr Mann erzog sie häufig aus Sack- räupchen von Onobrychis sativa, welche das Blattfleisch ausweiden. Nach Dr. Eoessler lebt die Eaupe Ende Mai an Genista tinctoria. 46. Coleophora vulnerariae, Zell. Die Schabe fliegt Mitte Mai gegen Sonnenuntergang zahlreich um die Blüthen von Genista sagittalis, woran Dr. Rössler auch die Eaupe vermuthet. Zeller dagegen nennt An- thylHs vulneraria als Futterpflanze dieser Sackraupe. 47. Coleophora trifariella, Zell. Die Schabe fliegt bei Frank- furt a. M. von Mai bis Juli auf trockenen Sandstellen. Die Eaupe an Ge- nista pilosa und tinctoria, Cytisus capitatus und Spartium scoparium, in einem 3'" langen, aus Pflanzentheilen gebildeten Sack wohnend. (Koch, die Schmet- terl. d. westl. Deutschlands,) 48. Coleophora bilineatella, Zell. Eaupe Anfangs Juni an Genista tinctoria. Sack braun, viel dicker als jener der Onobrychiella, bis gegen das Ende mit stark abstehenden grossen Blättchen besetzt. (E. Hofmann.) 49. Coleophora vibicella, Hh. — C. vibicipennella, Tr. Die Eaupe lebt nach v. Heyden, Koeppe und Treitschke im Juni an Genista tinctoria, wahrscheinlich auch an Vicia cracca. Die glänzend schwarzen Säcke sind 7_8"' lang. (Zeller in Linn. entomol. IV. p. 235.) 50. Cemiostoma Wailesella, *St. Die Eäupchen miniren in England und Schlesien an trockenen, lichten Waldstellen im Herbst die Blätter von Genista tinctoria (Dr. Wocke, Jahresbericht d. schles. Gesellsch. f. vaterl. Cultur 1859. Hr. v. Heyden fand die Minen Mitte Juni und Anfangs Juli Schnietterliiigsblütliige Gewächse. Papilioiiaceae. llo ebenfalls an dieser Pflanze. Die Mine beginnt punktförmig, wächst aber mit der Raupe und nimmt nicht selten das ganze Blättchen ein. Die Verwand- lung erfolgt ausserhalb der Mine zwischen Blättchen oder am Stengel. Die Motte erscheint Anfangs Juli. 51. Lithocolletis quinquenotatella, HS. Die kleine Larve minirt in doppelter Generation (einer im Mai und einer im Juli) die Blätter von Genista sagittalis. Die lange Mine ist unterseitig und nimmt bald nur die halbe, bald auch die ganze Breite des Blattes ein. Die Schabe fliegt im Juni und zum zweiten Male im August und September. Unter Gesträuch und Moos finden sich die Minen besonders häufig an den untern Theilen der Pflanze, was die Beobachtungen von A. Schmid und Dr. Roessler bestätigen. 52. Lithocolletis fraxinella, Mnn. Die Larve dieser kleinen Motte minirt in doppelter Generation (einer im Aj)ril, Mai, und einer im Angust) die Blättchen von Genista germanica und tinctoria. Die Mine ist unterseitig und das ganze Blatt davon blasig aufgetrieben. Ich fand dergleichen Minen bei Boppard noch im September. Die heimgebrachten Püppchen lieferten Ende September die Schabe, und gleichzeitig mit ihr erschien Apanteles fraxinellae Frst., ihr Feind. 53. Lithocolletis Staintoniella, Sit. führt ganz dieselbe Lebensweise an Genista pilosa. Dr. Roessler fand die Minen im April und Juni bei Mainz in den Blättern von Genista pilosa. Das winzige Möttchen fliegt im Mai und Juli. d. Fliegen. 54. Cecidomyia Genistae, Lu\ Die Larven erzeugen grüne Gallen (deformirte Knospen?) an Genista germanica, die feigenförmig , einkammerig sind und die Grösse eines Apfelkerns haben. f. Seh nab e 1 k erf e. 55. Aphis Genistae, Kalt. Diese schwarze Blattlaus lebt ira August gesellschaftlich an den Zweigen von Genista tinctoria und G. angiica in dichtgedrängten Horden. 56. Oxyrhaohis Genistae, Fb., eine Cycade, findet sich im Sommer auf Besenginster (Spartium) und Genista tinctoria, in hiesiger Gegend vor- züglich auf ersterer Pflanze häufig. 57. Anthocoris obscurns, Hhn., eine kleine Stinkwanze, wird im Sommer auf Spartium, Genista und Cirsium arvense angetrofi"en. 58. Capsus pulverulentus, Klg. — C. unicolor, HJm. Eine schwarze, bestäubte Wanze, welche im Sommer auf dem Färbeginster und Bohnenbaum (Cytisus laburnum) gefunden wird. 4. Gattung. Geissklee, Goldregen, Bohnenbaum. Cytisus. a. K ä f e r. 1. Bruehus Pisi, Schh. Lehrer Letzner, der die Larven in Erbsen fand und über die Entwickelungsgeschichte des Käfers ausführliche Mitihei- lung in dem Jahresbericht der schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur (1854, p. 79) macht, bestätigt dadurch die Beobachtungen von Panzer, Kaltentach, Pflanzenfeiiule. ö 114 Klasse I. ZweisameiiLlättrige Pflanzeu. Bach u. A, Eine gute Abhandlung über diesen schädlichen Rüsselkäfer findet sich in den Yerhaudl. der k. k. zool. -botan. Gesellschaft zu "WiÄi (1858, p. 421). 2. Sitones Regensteinensis, Hbsf., ist im Mai oft in ungeheurer Anzahl an strauchartigen Büschen von Cytisus laburnum und Spartium scoparium zu finden. Die Larvenstände noch unbekannt; die Käfer zernagen den Blatt- rand, selten bis zur Mittelrippe. (Vergl. Genista.) 3. Gonioctena litura, Fb. Dieser Blattkäfet ist in hiesiger Gegend im April, Mai häufig an Cytisus laburnum. (Vergl. Genista.) b. Falte r. 4. Colias Myrmedone, Es})- durchfliegt in Böhmen (nach A. Gärt- ner in Brunn) Ende Mai und zum zweiten Male Anfangs August scheu und unstät die Holzschläge. Derselbe beobachtete das Weibchen beim Eierlegen, wozu es Cytisus biflorus wählte, obgleich Cyti- sus nigricans weit häufiger daselbst wuchs. An- fangs das Blatt benagend, frisst die Raupe spä- ter den Blattrand aus. Raupen der Sommer- generation überwintern unter leichtem Gespinnst, um im Frühjahr ihren Frass von Neuem zu be- ginnen und sicli Ende April zu verpuppen. Wien. Monatschrift (1861, p. 300—309.) Herr V. Prittwitz fand die Raupe an Cytisus nigri- cans von l]nde Juni bis Ende Juli. (Stett. ent. Zeit. XXni. p. 146.) 5. Colias Edusa, F. Raupe nach Wilde im Juni, Juli an Onobrychis, Cytisus. 6. Thecla Rubi, L. (Vergl. Genista.) 7. Mamestra aliena, Hb. Die Raupe wurde von A. Gärtner in Brunn im Juli auf Cyti- sus nigricans, Trifolium montanum und Anthyllis vulneraria in Menge gefunden, gefüttert und zur Entwickelung gebracht. (Stett. ent. Zeit. XXÜ. p. 106 — 109.) 8. Geometra cytisaria, HO. — pruinata, Hfn. Die Raupe wurde im Juni auf Cytisus nigricans, von G, Koch noch auf Spartium, Genista pi- losa und tinctoria getroffen. Der Falter fliegt hier im Juli auf Torfwiesen und an Sümpfen. 9. Aspilates palumbaria, SV. Die Raupe nach Treitschke im April, Mai auf Erica, Trifolium pratense und Cytisus nigricans. (Vergl. Genista.) 10. Botys polygonalis, Hft. Die Raupe lebt nach Treitschke an Cy- tisus nigricans, nach dem Wien. Verzeichn. auf Polygonum aviculare. 11. Botys limbalis, SV. Nach dem Wiener Verzeichniss lebt die Raupe auf Spartium junceum, nach Kokeil aus Klagenfurt im Juni, Juli auf Cytisus laburnum, nach Diaconus Fr. Schlaeger und Dr. Rössler gesellig auf Genista tinctoria und verwandelt sich über der Erde in einem Gewebe. Der Schmetterling erscheint im Mai. Cytisus nigricans. SL-hmütterlingsblüthigo Gewächse, Piipiliouaceae. 115 12. Ennychia pollinalis, IIb. (Siehe Geuista.) 13. Grapholitha succedana, SV. Nach F. Hofmann bei Regensburg in den Schoten von Cytisus nigricans. Die Verpuppung erfolgt in einem Erdgespinnst , die Entwickelung des Falters im Mai, Juni. 14. Depressaria atomella, SV. — pulverella, TrtshJc. (Siehe Ge- nista.) 15. Gelechia cytisella, TL Hr. v. Tischer beobachtete die Raupe im September auf Cytisus nigricans, wo sie zwischen zwei zusammengeleim- ten Blättern wohnt und das Chlorophyll verzehrt. Sie verpuppt sich im October in der Wohnung und liefert im nächsten Frühling die Motte. 16. Coleophora trifariella. Larve an Cytisus capitatus. (Wilde.) 17. LithoeoUetis quinquenotella. Raupe an Genista (Cytisus) sa- gittalis. (Wilde.) 18. Euspilapterix Kollariella, HS. Z. Nach A. Gärtner bei Brunn au Cytisus nigricans. (Vergl. Spartium.) F. Hof mann fand die Raupe in doppelter Generation bei Regensburg häufig an Cytisus capitatus und C. ratis- bonnensis. Das Frühlingsräupchen wohnt in grossen graubraunen Minen; Ende Juni verlässt es dieselbe und verpuppt sich in einem länglichen, weis- sen Gespinnst an der Oberfläche eines zusammengefalteten Blattes und ent- wickelt sich im Juli ; die Herbsträupchen überwintern als Puppen und liefern das Falterchen im ]\Iai. 19. Cemiostoma laburnella, HS. Die Larve minirt im Spätsommer grosse rundliche Flecke in den Blättern von Cytisus laburnum. Zur Ver- wandlung begibt sie sich in die Erde; die Schabe erscheint zweimal, Anfangs Mai und Ende Juni, bei Zimmerzucht schon im Januar. f. Schnabelkerfe. 20. Aphis Laburni, ^alt. lebt im Juli, August gesellig an den Zweig- spitzen und Blattstielen des Kleebaums (Cytisus laburnum) und des Pfriemen (Spartium scoparium). 21. Psylla (Arytaina) radiata, Forst. Dieser Blattfloh wurde von Dr. Schiner im Juli 1851 bei Wien an Cytisus nigricans gefunden. (Frauenfeld.) 22. Capsus pulverulentus, Klg. (Siehe Genista.) g. Milbe n. 23. Acaris (Tetranychus) seiarius, Miill. Die granatrothen Eier- chen dieser Milbe erscheinen schon zeitlich im Frühjahr an den jungen Kno- spen des Kleebaums. Die ausgeschloöenen Lärvchen verbreiten sich auf der haarigen Unterfläche der Blätter, welche in Folge fortgesetzten Saugens gelb- punktirt aussehen. 5. Gattung. Hauhechel. Ononis. a. K ä f e r. 1. Apion Ononidis, Gll. Die Larve lebt nach v. Frauenfeld einsam in der Hülse der gemeinen Haiihechel, deren Samen sie verzehrt. Sie bleibt bis zur völligen Entwickelung, welche erst spät im Herbst stattfindet, in der 116 Klasse I, Zweisamenblättrige Pflanzen. Samenhülse zurück, wogegen die Käfer bei Zimmerzuclit früh, meist noch ganz weich und unausgefärbt herauskriechen. (Yerhandl. d. k. k. Ges. in Wien, 1866 p. 966.) 2. Apion Ononis, Khy. — A. glaucium, Sclih. wird gleichfalls auf der o-emeinen Hauhechel gefunden und die Larve in deren Hülsen vermuthet. b. Falte r. 3. Lycaena Alexis, Hb. (Siehe Genista.) Dr. Eössler fand die Kaupe auch an Ononis und brachte dieselbe mit diesem Futter zur Ent- wickelung. 4. Polia tincta, Brl;li. — hepatica, Hb. Die Raupen, im Frühjahr erwachsen, leben nach G. Koch mehr auf niedrigen Pflanzen und auf der Hauhechel (Ononis spinosa) ; Hr. v. Tischer er- zog sie am besten mit Heidelbeerblättern. Der Schmetterling erscheint im Mai und Juni, wo er an Baumstämmen zu finden ist. 5. Plusia gamma, L. Die Raupe dieser weitverbreiteten und überall gemeinen Eule fin- det sich vom Frühling bis in den Herbst und gibt oft drei Generationen im Jahre. Von der letzten Generation überwintern bald die Eier, bald die Raupen, bald die Puppen, wohl auch die Schmetterlinge. Zur Nahrung dienen der Raupe fast alle niedrige Pflanzen; in Gärten lebt sie an Küchengewächsen, denen sie merk- lichen Schaden zufügt. Nach Reaumur richtete sie 1735 in Frankreich ausserordentliche Ver- wüstungen , erst am Kohl und Salat , dann an Hülsenfrüchten, endlich an Tabakspflanzen, Hanf und Wiesenkräutern an. Der Schmetterling der Sommer- und Frühlingsgeneration erscheint nach 14tägiger Puppenruhe. 6. Heliothis (Charielea) umbra, lifn. — marginata, F. Die Raupe,^ im Juli, August erwachsen, soll nach Koch, Dr. Rössler und 0. Schreiner frei auf Ononis spinosa leben, anfänglich die Blüthen, später auch die Samen dieser Pflanze verzehrend. Der Falter fliegt im Rheingau im Juni, Juli. 7. Heliothis Dipsaceus, SV. Die Raupe lebt nach G. Koch und Dr. Rössler am untern Main und im Rheingau auf Ononis spinosa und Ru- mex, Blätter und Blüthen verzehrend, nach Andern auch auf Hypochoeris ma- culata und radiata, Dipsacus fullonum und sylvestris, Centaurea jacea und Silene inflata. Die Verwandlung geht in der Erde in lockerm Gespinnst vor sich; der Schmetterling erscheint im Juni, Juli. 8. Heliothis Ononis, Hb. Die Raupe wird im August und Septem- ber auf Ononis spinosa und repens und Salvia pratensis gefunden. Sie ver- zehrt die Blüthen und jungen Samen und verwandelt sich in einem lockern. Erdgespinnst. Der Falter fliegt im April, Mai und Juni. 9. Xylina exoleta, i/Z>. (Siehe Genista.) Ononis arvensis. SclimottörlingsbliUliige Gowächse. Papiliouaceae. 117 10. Gastropaeha Trifolii, Hb. Die Raupe findet sich im Herbst und nach Ueberwinterung wieder im Frühling bis Juni auf Trifolium montanum, prateuse, Genista, Coronilla varia, Lotus corniculatus, Medicago falcata, Plan- tago; nach Rössler an Ononis spinosa; nach Hering auf Spartium und Erica vulgaris. Krause nennt Tachina grossa ihren Hauptfeind. (Yerhandl. der schles. Ges. f. vaterl. Cult. Jahrg. 1852.) 11. Eupithecia centaureata, Hh. — signata, Sc. Die sehr schlanke Raupe lebt im September und October auf Guaphalium arenarium, Pimpinella saxifraga, Seseli annuum, Ononis spinosa, Scabiosa columbaria, die Blüthen dieser Pflanzen verzehrend. Ich fand die Raupe im Herbst auf Centaurea jacea, Pimpinella saxifraga, Plantago media und Daucus carota, Hübner traf sie auf Centaurea scabiosa, Dr. Rössler noch auf Senecio erucifolius, Solidago Virgaurea, Achillea, Euiiatorium , Campanula glomerata; A. Gärtner an Ru- mex acetosella und Hypericum perforatum. Der Spanner fliegt im Mai und August. 12. Eupithecia castigaria, ///;. fliegt nach G. Koch bei Frankfurt im Mai; die Raupe wird im August und September auf Ononis spinosa, So- lidago Virgaurea, Achillea und Epilobium augustifolium , blos clie Blüthen dieser Pflanzen verzehrend , angetrofien. 13. Eupithecia satyraria, Hb. Die Raupe wird nach Ant. Schmid Ende Juli auf Ononis spinosa gefunden , deren Blüthen ihr zur Nahrung dienen. Von Andern werden noch Galium , Hypericum, Galeopsis, Rhinan- thus, Helianthemum, Cirsium, Scabiosa columbaria, Chrysanthemum leucanthe- nium als Futterpflanzen genannt, deren ßlumenkr'one sie vorzüglich angreifen. Der Falter erscheint im Mai. 14. Acidalia osseata, Tr. Dr. Rössler vermuthet die Raupe an Ono- nis spinosa, da er den Falter zahlreich daran findet. 15. Aspilates ononaria, Fiicsl. Die Anfangs Juni erwachsene Raupe lebt nach Treitschke und Koch auf Ononis repens und spinosa. Sie verzehrt nicht blos die Blätter, sondern auch die zarten Stengeltheile der Futterpflanze. 16. Tortrix haniana, Hb., var. diversana, Hh. Die Raupe wohnt nach Assmann in Leipzig im Mai. Juni in einem gewickelten Blatt an Ononis repens und liefert den Falter Anfangs Juni. (Berl. entom. Zeitschr. 11. Jahr- gang 1858.) 17. Gracilaria ononidis, Zell. Die Larve minirt oberseitig die altern Blätter von Ononis sjoinosa und Trifolium im April und Mai. Die Verwand- lung erfolgt ausserhalb der Mine; die Motte erscheint im Juni, Juli. 18. Geleehia anthyllidella, Hb. Die dunkelbraunen Räupchen leben im Juni, Juli zwischen 2 — 3 eiförmig zusammengesponnenen oLerständigen Blättern von Ononis spinosa, die sie von innen benagen und ilires Chloro- phylls berauben. Im günstigen Frühling 1862 fand ich die Wohnung schon am 7. Juni verlassen. Ganz ähnliche verlassene Raupenwohnungen bemerkte ich zu derselben Zeit an Melilotus officinalis und Lathyrus pratensis. Sie gleichen dann einer hellbraunen Blase oder Schote , die sich zwischer, dem grünen Laube leicht bemerklich macht. Die Motte entschlüpft im Juli, August. 19. Pterophorus phaeodactylus, Hb. Die grüne, haarige Raupe findet sich im Juni, Juli häufig auf Ononis spinosa. Sie zieht die obern, llö Klasse I. Zweisamenblättrige Pflanzen. zarten Blätter den altern vor, verpuppt sich an der Nahrungspflanze ohne Gespinnst und entwickelt sich im Sommer. Aus einer Puppe erhielt ich als Schmarotzer Ischnus thoracicus Grv. 20. Pterophorus acanthodactylus, Hh. — calodactylus, Hiv. Die hellgrüne Raupe lebt im August, September auf Ononis spinosa und 0. re- pens, am liebsten an den Jüngern obern Zweig-Enden. Zell er traf sie gar auf einem cultivirteu Geranium ; Richter auf Stachys-Arten in Gärten; 0. Hof mann auf Stachys recta ; Frey klopfte sie bei Göttingen in Viel- zahl von Ononis spinosa. Die Federmotte erscheint in zwei Generationen, Ende Juli und August, und zum zweiten Mal im Spätherbst. d. Fliegen. 21. Agromyza orbona, Mg. Die Larve minirt die Blätter von Ono- nis sj^inosa und repens. Die Mine ist anfangs geschlängelt, erbreitert sich aber bald zum braunen Fleck, der nahezu das ganze Blatt einnimmt. Zur Verwandlung verlässt sie die Wohnung und begibt sich in die Erde. Die Fliege erscheint bei Zimmerzucht im April des nächsten Jahres. Selten. 22. Phytomyza Pisi, m. — ? albiceps. Mg. Die Larve minirt im Juni die Blättchen in geschlängelten bräunlichen Gängen, an deren Ende sie sich an der untern Blattfläche verpuppt. Die Fliege erschien bei Zimmer- zucht schon gegen Ende desselben Monats. Ich fand ihre Minen auch an Erbsen und Saubohnen. Fliege: schwarz, Rückenschild und Schildchen grau bereift, Hinterleib schwarz; Kopf, Knie und Schwinger gelb, Stirne und Scheitel des cf braun mit gelber Einfassung. Flügel sehr lang, glashell. Länge V2 — ^A'". Sie gehört zu Meigens Abtheilung B. b. Ihr Schmarotzer ist Dacnusa Sonchi Frst. f. Schnabelkerfe. 23. Capsus maculipennis, HS. und 24. Capsus annulatus, Wlf. finden sich beide von Frühling bis Herbst auf der dornigen Hauhechel. 25. Aphis Ononidis, Kalt, lebt im Sommer an geschützten, sonni- gen Abhängen unter den Blättern an Ononis spinosa, oft in Gesellschaft der Vorigen, doch sehr lokal. (Stett. entom. Zeit. VH. p. 173.) 26. Aphis Pisi, Kalt. — A. Ulmariae, Sclik. lebt im Juli auf ver- schiedenen Leguminosen : Pisum sativum , arvense , Lotus uliginosus , Ononis repens, Trifolium pratense, Lathja-us odoratus, Spartium scoparium, Colutea arborescens, Hedysarum Onobrychis; ferner auf Geum urbanum, Sjpiraea Ul- maria , Epilobium montanum , Chaerophyllum temulum , sylvestre , Capsella bursa pastoris etc. 6. Gattung. Wolfsbohne. Lupinus. 7. Gattung. Wundklee. Anthyllis. a. K ä f e r. 1. Tychius Schneiden, Hbst. Dieser kleine Rüsselkäfer wurde von Dr. SufiPi'ian im Juli auf dem Wundklee gefunden. Er vermuthet, dass die Larve sich von den Samen nähre. Schmetterlingsblütliige Gowiichse. Papilionacoae. 119 2. Clythra bucephala, ScJi. benagt nach Panzer die Blätter des Wundklee. b. Falter. 3. Lycaena Amyntas, Fö. Die Kaupe nährt sich nach Zeller und V. Fischer von Lotus corniculatus ; nach Andern verzehrt sie auch die Blü- then und Früchte des Wundklee (Anthyllis vulneraria). ' Der Falter im Juli und August, doch auch schon im April und Mai, 4. Lycaena alsus, SV. A. Schraid in Frankfurt fand die Raupe in den Blüthen des Wundklee. Der Schmetterling fliegt von Mai bis Juli. 5. Epischnia Lafauryella, Const. Hr. Miller entdeckte die Raupe dieses Crambiden (erst im Jahre 1869) in den Blüthen von Anthyllis vul- neraria. 6. Tortrix cinctana, SV. Die Raupe lebt nach Dr. Rössler in röhrenförmigen Ge- spinnstgängen an Anthyllis vulneraria. 7. Gelechia anthyllidella, Hb. (Siehe Ononis.) Hr. v. Hey den entdeckte die Raupe Mitte October bei Offenbach in den Blättern von Anthyllis vulneraria minirend. Die Mine bildet einen grünlichweissen, mehrlaj)pigen , ge- wöhnlich von der Gegend des Blattstiels aus- laufenden Fleck auf der Oberseite der Blätter. Wird die Raupe älter, so zieht sie das Blatt schotenförmig zusammen , bei kleineren bis zur Spitze, die dann blasenartig aufgetrieben er- scheinen. Einige Raupen verlassen vor dem Winter die Minen, andere überwintern in den immergrünen Blättern. Die Verwandlung geht ausserhalb der Wohnung in einem grauen Ge- spinnst vor sich. Die Motte erscheint Mitte Mai. (Stett. entom. Zeit. XXII. p. 36.) 8. Gelechia afflnis, Hh. — umbrosella, ZcU. fliegt in doppelter Generation, im Frühjahr und wieder im Sommer. A. Gärtner fand die Raupe bei Brunn im Juli in den Blüthenköpfen des Wundklee schon erwachsen, wo sie die einzelnen Blüthen leicht zusammenzieht und dann durchlöchert, um zu dem Samen zu gelangen, von dem sie sich nährt. Die Verwandlung findet in ihrer Wohnung statt und die Entwickelung der Motte erfolgt nach 3 — 4 Wochen. d. Fliegen. 9. Drosophila (Notophila) flaveola, 3Ig. Die Larve wurde von Dr. Schiner minirend in den Blättern von Anthyllis vulneraria und Coch- learia officinalis gefunden; aus letzterer Pflanze erzog ich diese Fliege eben- falls. (Siehe Brassica.) f. S c h n a b e 1 k e r f e. 10. Syrtis (Phymata) crassipes, Fb. lebt in Mittel- und Süd-Europa Anthyllis vulneraria. 120 Klasse I. Zweisamenblättrige Pflanzen. auf Anthyllis vulneraria, Coronilla varia, Galium verum und Pyrethrum co- rymbosum. (Fibei-.) 8. Gattung. Schneckenklee. Medicago. a. Käfer. 1. Gonioctena sexpunetata, Fb. Die überwinterten Käfer fand Heeger (Isis 1848 p. 322) bei günstiger Witterung im März und April auf dem Luzerner-Klee (Medicago sativa), von dessen Blättern sie sich am Tage ernähren. Das Weibchen legt die Eier zu 6 — 10 neben einander an die Unterseite der Blätter, aus welchen nach 10 — 14 Tagen die Räupchen aus- kriechen. Nach der dritten Häutung verlassen sie die Futterpflanze, um sich an der Erde zur Yerpuppung anzuschicken. Nach 10 — 14tägiger Puppenruhe erscheint der Käfer, ohne die Puppenhaut abgestreift zu haben. Die ganze Dauer der Entwickelung des Käfers aus dem Ei beträgt etwa 6 — 8 Wochen; dennoch trifft man während des Sommers oft alle Stände zu gleicher Zeit und an demselben Orte an. Sie richten in warmen Jahren oft bedeutenden Scha- den an. 2. Cynegetis (Epilaehna) globosa, Ilh. Nach Kollar finden sich die überwinterten Käfer schon im ersten Frühjahr auf dem Luzerner- Klee (Medicago sativa) ein, benagen die zarten Blätter an ihren Piändern sowohl, als stellen- weise an ihrer Oberfläche. Die verletzten Blät- ter werden bleich und welk, und das ganze Kleefeld gewährt, wenn die Beschädigungen durch andauernde trockene Witterung begün- stigt werden, einen traurigen Anblick. Viel grösser noch wird der Schaden später, wenn nebst dem vollkommenen Insekt auch seine Larven an der Verwüstung theilnehmen, die sich schon im Juni einfinden. (Verband], d. zool.-botan. Vereins in Wien Bd. IL p. 24.) 3. Phytonomus murinus, Fh. Dieser gemeine Rüsselkäfer über- wintert an der Erde unter Heu, Moos und Laub. Im Mai legt das Weib- chen die Eier in die jungen Triebe des Luzerner-Klee (Medicago sativa), aus welchen binnen einigen Tagen die grünen Lärvchen sich entwickeln. Diese halten sich vorzüglich an den Zweigspitzen auf, nähren sich von den jüng- sten Blättchen und häuten sich dreimal in Zwischenräumen von 8 — 12 Tagen. Vor der letzten Häutung spinnen sie an einem Pflanzenstengel ein eiförmiges, lockeres, weiss seidenartiges Gehäuse, in welchem sie sich nach 9 — 12 Tagen zur nackten Puppe verwandeln, aus welcher der ausgebildete Käfer nach zwei Wochen hervorgeht. Es finden sich den ganzen Sommer hindurch alle Lebensstände, Eier, Larven in allen Grössen, Puppen und Käfer zugleich vor. (Heeger, Isis 1848 p. 980.) MeiUoago sativa. Sclimettei-lingsbliithigo Gewilchse. Papilionaceae. 121 4. Phytonomus meles, Fh. — trifolii, GU., den ich schon Mitte April von den jungen Trieben des Luzerner-Kleo ablas, führt eine ganz ähn- liche Lebensweise, wie der Vorige. Bei häufigem Auftreten hat er sich in einigen Theilen Deutschlands als sehr schädlich erwiesen. 5. Sitones lineatus, L. und 6. Sitones lineellus, GH., deren erste Stände noch unbekannt sind, finden sich mit dem Vorigen zur selben Zeit auf dem Luzerner-Klee ein und helfen dessen Verheerungen durch Benagen der obern Blattfläche noch be- schleunigen. 7. Hylesinus trifolii, MU. Die Larve lebt in den Wurzeln von Me- dicago sativa und Trifolium pratense. Pfarrer Schmid in Mainz entdeckte die Larve in den Wurzeln 2 — Sjähriger Pflanzen. Dr. Bach aus Boppard fand sie im April und Mai vorzugsweise in alten Kleefeldern, schon 16 Stück in einer Wurzel. b. Falte r. 8. Colias hyale, L. Dr. Piössler fand die schon erwachsene Raupe am 9. April bei Mainz am Luzernei'-Klee und ein zweites Mal Mitte Juli an Coronilla varia. Der Schmetter- ling fliegt dort dreimal: im Mai, 'Juli, August und im October. 9. Lycaena Alexis, Tr. (Vergl. Genista, Ononis.) 10. Lycaena Icarns, Bott. — Alexis, 0. (Siehe Genista.) 11. Lycaena Amyntas, SV. Das Weib- chen legt die Eier im Juli an die Blüthen von Medicago falcata, lupulina, Trifolium arvense, pi'a- tense, Anthyllisvulneraria und Pisum sativum. Die Räupchen entschlüpfen in 8 Tagen, benagen nach Zell er die Blättchen bis auf die Unterhaut, fressen auch die Blüthen und Früchte. Hr. v. Tischer fand die Piaupen im April und Mai an Lotus corniculatus. Der Falter fliegt zweimal, im Mai und Juli, August. (Stett. ent. Zeit. X. Jahi'g. p. 177 — 182.) 12. Orgyia fascelina, Hb. Die Rauj)e wurde im Juni auf Trifolium l^ratense, Genista, Corjdus, Taraxacum, Plantago, Rubus, Populus, Quercus, Salix, Prunus spinosa und Erica vulgaris gefunden; Hering traf sie schon im April wiederholt an Spartium scoparium, an welcher Pflanze sie auch in hiesiger Gegend am gewöhnlichsten vorkommt. Der Falter entwickelt sich im Juli. 13. Gastropaeha medicaginis, BrJcli. Die Raupe lebt polyphag auf denselben Pflanzen , welche als Futterpflanzen der Gastropaeha Rubi ange- führt werden. 14. Gastropaeha Rubi, Hb. Die Raupe wird im September und nach Ueberwinterung wieder im März und April an sehr verschiedenen Ge- wächsen fressend gefunden, als: Rubus, Prunus spinosa, Salix; an Gräsern (Hei'iug) : Carex, Polygonum aviculare, Hieracium pilosella, Taraxacum, Achillea Medicago deuticulata. 122 Klasse I. Zweisamenblättrige Pflanzen. millefoHuni, Thymus Serpyllum, Potentilla anserina, Latliyrus pratensis, Lotus corniculatus, Trifolium u. A. Von ihren natürlichen Feinden leben als Schma- rotzer: Anomalen amictum und Teleas plialaenarum. Hr. F. Stollwerk aus Uei'- diDCfen erzog aus 60 Eiern dieses grossen Sj)inners 700 dieser winzigen Wespchen. 15. Mamestra aliena, Hb. Die Raupe lebt im August, September an Ornithopus, Hippocrepis und Medicago minima, am Tage unter der Erde verborgen. Die überwinternde Puppe liefert den Falter im Juni. 16. Hadena marmorosa, Brlili. Die Raupe lebt nach Pfarrer Ror- dorf bei Winterthur im Mai und Juni an Hippocrepis comosa und Ornitho- pus perpusillus, am Tage unter der Erdoberfläche verborgen. Diese Eule fliegt im Frühling, April, Mai. 17. Orthosia litura, L. Die Raupe fand Zell er bei Glogau nicht selten an Medicago falcata, an der sie sich aus den Blättern der Gipfeltriebe ein Gehäuse baut, das sie aber oft mit einem neuen vertauscht. Die Puppen lieferten demselben den Falter nur in der zweiten Hälfte des September. (Tytschrift voor Entomologie, 1869, Tweede Serie, Vyfde Deel, pag. 211.) 18. Euclidia glyphica, Hb. Die Raupe lebt in zwei Generationen auf Trifolium pratense und repens, nach 0. Wilde auch auf Schneckenklee. Der Falter fliegt im Mai, Juni und August. 19. Euclidia mi, Hb. Die Raupe triff't man im Juli auf Medicago falcata und Trifolium pratense. Der Falter fliegt, am Tage auf Wiesen, im 3Iai, Juni, die zweite Generation im August. 20. Phasiane clathrata, L. Den frisch entwickelten Falter fing Dr. Rössler im Mai und Juli; die Raupe lebt nach Guene an Medicago und Hedysarum. 21. Eubolia murinaria, SV. Dr. Rössler erzog die Raupe mit Medicago sativa, um welche der Spanner Ende April und im Juli bei Biberich und Mainz stellenweise fliegt. 22. Coleophora medicaginis, Sclimiä. Herr A. Schmid entdeckte die Raupe bei Mombach im Juni am Luzerner-Klee. 23. Gelechia bigutella, HS. (Siehe Genista.) Eppelsheim erzog den Falter in 2 Generationen häufig aus Raupen von Medicago falcata. 24. Gelechia nigricostella, Dup. fliegt bei Mainz im Mai, die Raupe lebt an Medicago sativa in zusammengesponnenen Blättern. (A. Schmid.) 25. Gelechia taeniolella, Tr. A. Schmid in Frankfurt und Dr. Rössler erzogen diese Motte von Medicago minima; Frey traf die Larven an Lotus corniculatus zwischen zusammengesponnenen Blättern. Der Falter fliegt im Juli. 26. Lithocolletis Bremiella, ZU. A. Schmid entdeckte die Larve in den Blättern des Luzerner-Klee. Prof. Frey in Zürich fand sie auch, jedoch seltener, an Trifolium medium, häufiger an Vicia angustifolia und Vicia dumetorum ; ich sammelte sie auf verschiedenen Wiesenplätzen an Tri- folium pratense. Das Falterchen erscheint im Juli. 27. Lithocolletis insignitella, ZU., ein dem Vorigen sehr ähnlicher, wenn nicht ganz gleicher Kleinschmetterling, führt nach Herrich-Schäff'er als Blattminirer an Medicago falcata gleiche Lebensweise wie Bremiella an Me- dicago sativa. .Schraetterliugsblütliigo Gewächse, Papilionaceae. 123 d. M ü c k e n. 28. Agromyza nigripes, 3Ig. Die Larve minirt nach Goureau und eigener Beobachtung die Blättchen der Esparsette. Der anfangs feine und geschlängelte Gang ist oberseitig, weiss, und erweitert sich fleckenartig über den grössten Theil des Blattes, das dann aus Mangel an Chlorophyll ab- stirbt. Die erwachsene Made verlässt ihre Mine und lässt sich auf die Erde herabfallen, wo sie sich in eine bräunliche Tönnchenpuppe verwandelt, woraus nach 3 — 4 Wochen die kleine Fliege hervorgeht. 29. Cecidomyia Loti, De G. Die winzigen Larven leben gesellig in den blasig aufgetriebenen jungen Blüthen und Kelchen, ganz in derselben Weise, wie bei Lotus corniculatus. f. Schnabelkerfe. 30. Aphis Medicaginis, Koch, bewohnt nach Koch den wildwachsen- den sichelfruchtigen Schneckenklee (Medicago falcata) und ist, wo sie vor- kommt, gewöhnlich in ungeheurer Menge vorhanden, und belagert dann die Zweigspitzen, seltener die untern Blätter. (Koch, die Pflanzenläuse, IIL Heft, p. 94.) 9. Gattung. Steinklee, Honigklee. Melilotus. a. K ä f e r. 1. Apion Meliloti, K(/. G. v. Frauenfeld hat den Käfer aus Larven erhalten, welche er im Stengel von Melilotus officinalis minirend getroffen. Sie leben einzeln, 2 genähert im Aveichen Mark, das sie anfangs in Gängen, dann platzweise ausfressen. Der Käfer entwickelt sich im Som- mer, zu welcher Zeit ihn Wal ton auf dieser Pflanze fand. 2. Apion tenue, Krb. Hr. Wal ton traf den kleinen Rüssler im Herbst und Früh- ling auf dem Steinklee (Melilotus officinalis), den auch M. Bach als Nahrungspflanze nennt. 3. Sitones Meliloti, Wlt. 4. Agapanthia suturalis, Fb. Nach Perris lebt die Larve dieses schlanken Bock- käfers in den Stengeln von Melilotus macrorhiza. (Mem. de la soc. roy. des sciences de Liege, X., p. 244.) b. Falter. 5. Lycaena Argus, Hb. (Siehe Genista.) 6. Lycaena Dorylas, Tr. Die Raupe von F. Neustadt aus Breslau im Mai und Juni an den Blüthen von Trifolium und Melilotus officinalis beobachtet. 7. Lycaena Cyllarus, Fb. (Vergl. Genista.) 8. Lycaena Acis, SV. (0. Wilde.) 9. Agrotis multangnla, i?ö. Die Raupe, welche im südlichen Deutsch- land und in der Schweiz auf dem Steinklee (Melilotus coeruleus) lebt, soll nach Fr eye r auch auf dem Labkraut gefunden werden. Nach G. Koch Melilotus officinalis. i.A4: Klasse I. Zweisamenblättrige Pflanzen. kommt sie, jedoch spärlich, im Mai, Juui auch bei Wiesbaden auf Galium verum und Mollugo vor, hält sich bei Tage unter Steinen oder zwischen Mauerritzen versteckt. Der Falter fliegt im Juli. 10. Agrotis reotangula, SV. Die Raupe lebt im Herbst und nach Ueberwinterung wieder im Frühjahr an Trifolium und Melilotus coerulea. Sie hält sich am Tage verborgen und frisst Nachts. Zur Verwandlung be- gibt sie sich im Juni in die Erde und erscheint im Juli als Schmetterling. 11. Phlogophora lucipara, Hb. Die Raupe ist nicht sehr wähle- risch; sie wurde im September schon auf Rubus-Arten, Rumex acetosa, Lac- tuca sativa , Matricaria Chamomilla, Melilotus officinalis, Chelidonium majus, Echium vulgare, Anchusa officinalis und angustifolia gefunden. Die Ver- wandlung geht in der Erde vor sich , die Entwickeluug des Falters im Juni des nächsten Jahres. 12. Mamestra suasa, Hb. Die Raupe findet sich (nach Treitschke) von Mitte Juli bis in den September an allerlei Gewächsen : Kohl (Brassica oleracea, Salat (Lactuca sativa), Ampfer (Rumex acetosa), Wegerich (Plantago), Klee (Trifolium) , Steinklee (Melilotus officinalis) etc. Am Tage ist sie ge- wöhnlich unter Blättern oder in der Erde versteckt; Nachts geht sie ihrer Nahrung nach. Zur Verwandlung macht sie in der Erde ein dünnes Ge- spinnst; die Entwickeluug des Falters erfolgt im nächsten Mai oder Juni. (Knoch und Borkhausen.) 13. Boarmia selenaria, HO. Die Raupe lebt nach Treitschke auf dem Feld-Beifuss (Arteraisia campestris), nach Andern im Juni auf Anethum Foeniculum, Melilotus officinalis, Trifolium pratense und Euphorbia cypa- rissias. 14. Pidonia clathrata, L. Raupe nach Treitschke in 2 Generatio- nen auf Stein- und Wiesenklee, nach 0. Wilde auch an Lotus. Der Span- ner fliegt im Mai und wieder im Juli, August. 15. Coleophora melilotella, Ili'ihl. Die sacktragende Raupe entdeckte Verw^alter Mühlig bei Frankfurt im August und September an Melilotus officinalis. 10. Gattung. Klee. Trifolium. a. K ä f e r. 1. Sitones flaveseens, Mrsli. 2. Sitones lineatus, L., benagt die zarten Blättchen und Herzchen von Ackerbohuen (Vicia faba\ Erbsen (Pisum arvense) und Klee (Trifolium pratense). 3. Limobius dissimilis, Hbst., ein winziger Rüsselkäfer, soll nach Gyllenhal auf Trifolium montanum leben. 4. Phytonomus nigrirostris, Fb. Die Larve lebt in den Blümchen der Kleeköpfe von Trifolium pratense, woraus ich den Käfer wiederholt erzog. 5. Phytonomus meles, Fb. var. Trifolii, Hbsf. Die Larve lebt im Juni auf Trifolium pratense, nährt sich nach Laboulbene von den Blättern, Blüthen und Deckblättern desselben. Die Verwandlung erfolgt zwischen den Blüthen oder an einem Blatte der Nahrungspflanze in einem ovalen lockern, netzartigen Cocon. (Aiui. d. 1. soc. ent. de France, 1862 p. 561.) Schmetterliiigsblütliige Gewächse. Papileonaceae. 125 erzeugt nach Frauen feld Aus- pratense, woraus er Larve und k. zool.-botan, Vereins in Wien, findet sich nach Gyllenhal 6. Tychius pieirostris, F. erzog ich aus eingesammelten kränkeln- den Blumenköpfen von Trifolium pratense. 7. Tychius poly-lineatiis , Gc)-)ii. wüchse an den Herztrieben von Trifolium Käfer in Mehrzahl erhielt. (Verh. d. k. 1864, p. 686.) 8. Ceutorhynchus marginatus, Pk. auf Klee. 9. Apion Pisi, jP. lebt nach Walton auf Trifolium procumbens und Hedysarum Onobrychis, und seine Larve wahrscheinlich in den Hülsen dieser Pflanzen. 10. Apion seniculum, Krb. entdeckte Dietrich in der Schweiz auf Trifolium medium und pratense. Herr v. Frauen feld erzog den Käfer mit Apion virens Host, zu gleicher Zeit aus Sten- geln von Trifolium pratense. Apion seniculum war in Anzahl erschienen, A. virens nur spär- lich vertreten. (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ver- eins in Wien, 1866.) 11. Apion virens, Hbst. Larve mit denen des Vorigen in den (nicht deformirten) Stengeln des Wiesenklee gefunden. (Frauenfeld.) 12. Apion flavipes, F. lebt auf Tri- folium pratense, noch häufiger auf Trifolium repens, deren Blüthenköpfen er verderblich wer- den kann. 13. Apion Fagi, L. Die Larve lebt nach Guerin Meneville, Schwann lind Marsham in Samen von Trifolium pratense. Von Frauen- feld erzog den Käfer aus den Blüthenköpfen des steierischen Klee (Trifolium montaiHim) und aus denen des Wiesenklee. Sie wohnt an der Spindel des Köpfchens in einer ausgefressenen Höhle. Es finden sich manchmal 2 — 3 Lärv- chen in einem Kleekopfe, jedes jedoch in einer besondern Kammer. Sie scheint sich vorzüglich von den Samen zu nähren, verpuppt sich in ihrer Höhle und entwickelt sich von Ende Juli bis Anfangs September. (Verh. d. k. k. zool.-bot. Vereins in Wien, 1866 p. 966, und 1867 p. 159.) 14. Apion assimile, Krb. findet sich gleichfalls auf dem Wiesenklee; nach Frauenfeld auch in den Blüthenköpfen von Trifolium ochroleucum, welche Missbildungen zeigen. An der Missbildung nimmt die Axe des Blüthenstan- des durch Anschwellung- und Verdickung Theil. Der Aufenthalt der Larve ist jedoch nur in dem aufgedunsenen Kelch der einzelnen Blüthen. In ein- zelnen Kleeköpfen finden sich 15 — 20 Blümchen missbildet und bewohnt. 15. Apion Trifolii, L. — aestivum, SchJi. Nach Walton auf Tri- folium pratense, nach Frauenfeld in Missbildungen an den Blüthenköpfen von Trifolium ochroleucum. Trifolium pratense. 12G Klasse I. Zweisamenblattrige Pflanzen. 16. Apion gracilipes, Dietr. Herr Dietrich entdeckte diesen Rüssler im Canton Zürich an Trifolium medium; ich erhielt ihn aus Larven, welche ich 1855 mit den Blüthenköpfen eingebracht hatte, durch die Zucht. 17. Apion varipes, Germ, wurde aus gallai-tig umgebildeten Blüthen von Trifolium montanum, wie aus den von Tychius poljdineatus erzeugten Gallen an Trifolium pratense erzogen. (Frauenfeld.) 18. Apion apricans, Germ. Nach Guerin Meneville, Lehmann, Marsh am und eigener Beobachtung in den Hülsen des gebauten Wiesenklee (Trifolium pratense). Als Schmarotzer werden bezeichnet : Pteromalus apionis WU: und Calyptus macrocephalus Ns. 19. Hylesinus Trifolü, MU. (Siehe Medicago.) 20. Labidostomis longimana, L. Die in einem soliden Sack wohnende Larve wurde von Gyllenhal an Ti'ifolium montanum , voil Pan- zer auf Euphorbia cyparissias gefunden. 21. thyllis.) 22. nista.) 23. daselbst.) 24. nista.) 25. b. Falte r. Lycaena Amyntas, SV. (Siehe An Lycaena Alexis, Tr. (Vergl. Ge Lycaena Aegon, SV. Lycaena Cyllarus, Fö (Siehe eben- (Vergl. Ge- Die Raupe Lycaena Dolus, Hh. soll nach Hübner auf Klee leben und den Fal- ter im Juli, August liefei'n. 26. Lycaena Adonis, IIb. (Siehe Ge- nista.) Trifolium repens. 27. Lycaena Argus, Hb. (Siehe eben- daselbst.) 28. Melitaea Athalia, EsjJ. Die überwinterte Raupe lebt nach Frey er bis Juni häufig auf Melampyrum sylvaticum. G. Dorfmeister aus Brück fand Athalia-Raupen auf Plantago , Veronica Chamaedrys , Melampyrum pra- tense, Chrysanthemum corymbosum, Digitalis ochroleuca ; v. Prittwitz erzog den Falter aus überwinterten Raupen, die sich ausschliesslich von Melam- pyrum nemorosum nährten. Ende Juni und im Juli entschlüpft der Schmet- terling. 29. Colias hyale, L. (Siehe Medicago.) Nach Treitschke lebt die Raupe auf Coronilla varia, nach Andern auch auf Klee. 30. Leucophasia Sinapis, L. Die in hiesiger Gegend seltene Raupe soll auf Lotus corniculatus, Lathyi'us pratensis und Trifolium pratense leben und den Falter im Mai und zum zweiten Mal im Juli liefern, 31. Zygaena Minos, Hb. Die Raupe lebt nach Ochsenheimer auf Klee (Trifolium), Ehrenpreis (Veronica), Zittergras (Briza media), Kamm- gras (Cynosurus cristatus), Ginster (Genista), Biberneil (Pimpinella saxifraga); Schmetterlingsblütliige Gewäcliso. Püpilionacoae. 127 nach Hering auch auf Thj-mian (Thymus Serpyllum) , was Dorfmeister bestätigt. Die Raupe verwandelt sich in einem hochgewölbten, bräunlich- gelben Gewebe, woraus der Falter schon nach 3 Wochen hervorgeht. 32. Zygaena Meliloti, 0. Die Raupe frisst nach Treitschke Klee- blätter, nach Hering auch Wicken; Dorf meist er fand sie an Lotus corni- culatus und Lathyrus pratensis. 33. Zygaena Lonicerae, Hb. Nach Treitschke und Dorfmeister soll die Raupe auf Klee (Trifolium montanum und rubens), nach Frey er auf Lotus-Arten, nach 0. Wilde auch auf Lathyrus pratensis leben. 34. Zygaena Trifolii, Esp. Die Raupe lebt auf verschiedenen Pa- pilionaceen, als: Trifolium, Lotus corniculatus , Coronilla varia u. A. Herr Rothlieb aus Hamburg erzog als Schmarotzer der Raupe: Cryptus Zygae- norum Mtzh. 35. Zygaena Filipendulae, Hb. Die Raupe findet sich bis Ende Juni auf niedrigen Pflanzen, als: Plantago, Tinfolium, Taraxacum, Veronica, Hieracium pilosella, Lotus corniculatus und Briza media. Herr Boie erzog und nennt Cryptus obscurus Grv., (Cryptus Zygaenorum Btzb.) und Cryptus Filipendulae Boic als Schmarotzer. 36. Zygaena Peucedani, Esp. Die Raupe frisst im Juni auf Coronilla varia, Peu- cedanum officinale, Plantago, Trifolium Medicago falcata, Veronica und Thymus. (Vergl. auch Ver- handl. des zool.-botan. Vereins in Wien, IV. u. V. Jahrg.) 37. Zygaena Scabiosae, Hb. Die Raupe wird im Mai auf Klee gefunden; Dorf meist er fütterte sie mit Vicia cracca und sepium, ferner mit Erfolg auch mit Orobus vernus. Der Juli ist die Flugzeit des Falters. 38. Zygaena Achilleae, Hb. Die Raupe lebt im Mai auf verschiedenen Papilionaceen : Trifolium, Astragalus, Hedysarum , Onobrychis. Die Verwandlung geht im Juni innerhalb eines länglichen, gelben Gewebes vor sich. Der Falter fliegt vom Ende Juni bis in den August hinein. 39. Zygaena Angelieae, 0. Die Raupe lebt nach Ochsenheimer im Juni auf Trifolium montanum, nach Dorfmeister auch an Coronilla varia und Lotus corniculatus. Der Falter erscheint im Juli. 40. Orgyia fascelina, Hb. (Siehe Medicago.) 41. Gastropacha Rubi, Hb. (Siehe Medicago.) 42. Gastropacha Trifolii, Hb. (Siehe Ononis.) 43. Calliniorpha Hera, L. — C. hera. Hb. Die Raupe findet sich im September und nach Ueberwinterung wieder im April imd Mai auf sehr verschiedenen Gewächsen, als: Spartium, Rubus Idaeus, Plantago, Trifolium, Lactuca sativa, Ribes grossularia, Salix, Symphytum tuberosum, Epilo- bium und Glechoma hederacea. Der Schmetterling fliegt vom Juli bis Sep- tember. 44. Orthosia litura, Hb. Die Raupe nährt sich vom Laube der Trifolium procumbens. l^b Klasse I. Zweisamcnlilättrige Pflanzen. Birken, Weiden, Schlehen, Heckenrosen, Heidelbeeren, frisst auch Trifolium, Artemisia campestris, Silene nutans und Lamium album. Der Schmetterling erscheint im Herbst. 45. Orthosia graeilis, IIb. Die Raupe findet sich nach Freyer in manchen Jahren in Menge auf dem Beifuss (Artemisia vulgaris). Sie wohnt einzeln zwischen den obersten, jüngsten Blättern, die sie durch einige Seiden- fäden zusammenzieht. Dr. Rössler bemerkte sie in den Herztrieben von Sanguisorba officinalis, Achillea millefolium, Prunus spinosa undSiairaea: nach Speyer soll sie an Rubus Idaeus und niedrigen Salweiden zwischen zusammen- gesponnenen Blättern vorkommen. Sie erscheint Mitte Juni bis Ende Juli. Die Verwandlung geht in einer zerbrechlichen Erdhöhle vor sich ; der Schmet- terling entfaltet sich im April des folgenden Jahres. 46. Plusia gamma, Hb. (Yergl. Ononis,) 47. Mamestra Pisi, Hb. Die Raupe nährt sich von Mai bis zum Juli nicht blos von verschiedenen Papilionaeeen, als: Pisum , Yicia, Phaseo- lus, Spartium und Trifolium, sondern wurde auch schon auf Delphinium, Rumex , Salix und Heide (Ex'ica) getroffen. Der Schmetterling verlässt die überwinterte Puppe im nächsten Mai, Juni, 48. Mamestra Chenopodii, Hb. Die Nahrung dieser Euleuraupe besteht (nach Treitschke) in Sellerie (Apium graveolens), Salat (Lactuca sativa), Kohl (Brassica olevacea), Gemüsedistel (Sonchus oleraceus), Sjiargel (Asparagus officinalis), Melde (Atriplex hortensis), Gänsefuss (Chenopodium), Petersilie (Aj)ium Petroselinum). Sie verpuppt sich Ende August oder An- fangs September in der Erde und entwickelt sich im Juni des folgenden Jahres. 49. Mamestra suasa, Esp. (Siehe Melilotus.) .50. Tryphaena (Agrotis) eomes, Hb. Die überwinterte Raupe, Ende April und Anfangs Mai erwachsen, liegt bei Tage unter dürren Blättern in der Nähe der Nahrungspflanzen : Lamium, Ballota, Trifolium, Prunus spinosa, Ribes grossularia und Lonicera versteckt. Die Verwandlung geht in der Erde vor sich. 51. Episema graminis, L. Die Raupe soll an den Wurzeln ver- schiedener Getreidearten leben und denselben verderblich werden. Treitschke theilt mit, dass sie sich von weichen (!) Grasarten nähre. (Vergl. auch Nörd- linger, die kleinen Feinde der Landwirthschaft.) 52. Aeontia solaris, Hb. — lueida, Hfn. Die Raupe lebt nach Vieweg und Fabricius auf Trifolium, nach Freyer auf Convolvulus, Ta- raxacum und Chenopodium; 0. Wilde nennt ausser diesen noch Malva alcea, sylvestris und rotundifolia, was Hr. Funk aus Mainz bestätigt. 53. Euelidia glyphica. Hb. (Siehe Medicago.) 54. Euelidia mi, ////. (Vergl. ebend.) 55. Herminia crinalis, Tr. Die Raupe lebt nach dem W. V. auf dem Wiesenklee (Trifolium pratense). 56. Boarmia selenaria, Hb. (Siehe Melilotus.) 57. Fidonia clathrata, L. (Siehe ebendas.) 58. Ortholitha bipunctaria, SV. Nach Treitschke wird die Raupe im Juni, Juli auf Lolium pereune und Trifolium pratense gefunden. Der Spanner fliegt im Sommer. SchraettorlingsbliUhigo Gowächso. Papilionaceao. 120 59. Ortholitha palumbaria, llh. (Siebe Cytisus.) 60. Ypsolophiis deflectivellus, IIS. Uie Raupe soll innerhalb zu- sammengesponuener Blätter von Trifolium pratense wohnen. Die Motte er- scheint im Juli. 61. Phoxopteryx badiana, SV. (Vergl. Orobus.) 62. Gelechia taeniolella, Tr. (Siehe Medicago.) 63. Lithocolletis Bremiella, Frey. (Vergl. ebend.) 64. Lithocolletis insignitella, Zell. Diesen, von Zeller zuerst be- schriebenen und bei Glogau von demselben gefangenen Falter erzog Dr. Wocke aus Minen, die er Ende September an Trifolium medium gefunden hatte. F. Hof mann aus Regensbui'g erhielt den Schmetterling aus Minen von Tri- folium alpestre und medium; ich erzog die Schabe aus dem Wiesenklee (Tri- folium pratense). Dr. Kössler erzielte sie aus Medicago lupulina. 65. Aciptiltis pentadactylus, L. Dr. Rössler fand die polyphage Raupe an Trifolium; Zell er gibt Convolvulus Sepium als Futterpflanze an. d. Fliegen. 66. Agromyza Trifolii )ii. Die weisse, rundliche oberseitige Mine birgt eine gelbe Made, welche ich wiederholt im Juni an Trifolium medium, im September auch an Trifolium rejDens fand. Zur Verwandlung verlässt sie die Blattmine und geht in die Ei'de. Die Zucht ist schwierig. f. Schnabelkerfe. 67. Lopus roseus, Fll. 68. Aphis Pisi, Kali. (Siehe Ononis.) 11. Gattung. Schotenklee, Hornklee. Lotus. a. K ä f e r. 1. Apion Loti, Gyll. lebt in den Hülsen von Lotus corniculatus, deren Samen von der Larve ausgefressen werden. (Gyllenhal.) 2. Apion ebeninum, Gyll. Die Larven leben nach Gyllenhal in den Hülsen von Orobus vernus i., nach Walton in denen von Lotus uligi- nosus. Der Käfer wurde von Dietrich in der Schweiz auf beiden Lotus- Arten gefunden. 3. Bruchus Loti, Pk. Der Käfer lebt nach Gyllenhal auf dem Wiesenschotenklee (Lotus corniculatus), in dessen Hülsen die Larve vermuthet wird. 4. Phytonomus suspiciosus, Hbst. — Ph. miles, Gyll. Dieser ge- meine Rüsselkäfer soll auf dem grossen Wegerich (Plantago major) leben. Ich erzog ihn aus grünen, raupenähnlichen Larven, welche im Juni und An- fangs Juli an Lotus uliginosus und Lathyrus pratensis die obern Blätter und Blüthenknospen verzehren. Sie ähneln den Syrphus-Larven , sind erwachsen 4'" lang, grün mit gelblichweisser Rückenlinie und einer gleichfarbigen Seiten- strieme unter jeder Reihe der schwarzen Lüfter. Der kleine Kopf ist licht- braun mit dunkelbraunem Stirnfleck und Munde. Der Körper ist, nach Art der Blattwespenlarven, stark querrunzelig und trägt auf jedem Rückeusegment eine Reihe sehr kleiner, schwarzer Dornwärzchen, die besonders auf den vordem und hintern Ringen am bemerkbarsten sind. Beine fehlen, statt KaltenlDacli, Pflanzenfeinc'.o. ? 130 Kliisse I. Zweisamenbliitti'ige rflauzoii. deren sind aehnl)are Baucli- und Brustwärzcbenpaare vorhanden. Der Plals- rino- und das Aftersegment sind einfach grün ohne Spur der gelblichen Strei- fen. _ Zur Verwandlung bereitet sie sich an der Erde oder an Theilen der Futterpflanze ein kugeliges, weitmaschiges, grünliches Gespinnst, aus welchem der Käfer nach etwa Utägiger Puppenruhe hervorgeht. b. Falter. 5. Pontia Sinapis, L. (Siehe Trifolium.) 6. Lycaena Amyntas, Hh. (Vergl. Anthyllis.) 7. Hesperia Tages, Hb. Die Raupe lebt nach Treitschke im Juh und September auf Eryngium campestre und Lotus corniculatus. Beide Ge- nerationen wurden bei Frankfurt a. '" " '' " ' ' " ' gefunden. S. folium.) 9. folium.) M. auf der Kronwicke (Coronilla varia) Zygaena Angelieae, 0. (Siehe Tri- Zygaena Lonicerae, ]lh. (Siehe Tri- Die Raupe lebt nach Treitschke an Trifolium montanum und rubens, was Dorf- meister bestätigt. Freyer fand sie auf Lotus- Arten. (Verb. d. zool.-botan. Vereins in Wien, IV. u. V.) 10. folium.) 11. ebend.) 12. Zygaena Meliloti, 0. (Siehe Tri- Zygaena Filipendulae, Hb. (Siehe Lotus conii culatus. Zygaena Onobrychis, Hh. (Vergl. Hippocrepis.) 13. Psyche stettinensis, Her. Die Sack- raupe frisst nicht blos verschiedene Gräser, sondern auch die Blätter von Spiraea ulmaria, Geum rivale, Fragaria vesca, Rubus caesius, Lotus, Vicia Cracca, Lysimachia nummularia, Ga- lium verum und G. Mollugo, — Hering erzog Pimpla Examinator F. und Cryptus volubilis Grv. als Schmarotzer der Raupe. 14. Gastropaeha Rubi, L. (Vergl. Medicago.) 15. Gastropaeha betulifolia, F. Die Raupe, gewöhnlich auf Laub- holz (Sorbus, Betula, Quercus, Salix, Populus) zu finden, traf ich Anfangs Juli in 3 Stück, vielleicht von nahestehenden Bäumen herabgefallen, auf Lo- tus corniculatus und Medicago lupulina, womit ich sie auch bis zur Verwand- lung fütterte. IC). Xylina exoleta, Hb. (Vergl. Genista, Ononis.) 17. Selidosema plumaria, Hb. Die Raupe soll nach dem Wiener Ver- zeichniss auf Dorycnium herbaceum leben. Der Falter erscheint in 2 Gene- rationen, im Mai und wieder im Juli, August. 18. Pempelia semirubella, Sc. Die Raupe entdeckte A. Schmid Ende Juni fast erwachsen in leichtem Gespinnst unter dem Schotenklee, dessen Blüthen sie verzehrt. (Dr. Rössler.) Schmetterlincirsblütliigo Gewaehst.. rapiliouaceao. 131 1<). Pyralis angustalis, SV. Lebensweise der Vorigen. 20. Tortrix Gerningiana, SV. 21. Gelechia ligulella, SV. — cinctella, Tr. Die Raupe wurde von A. Gärtner bei Brunn Ende Mai auf Lotus corniculatus in verworren zusammengesponnenen Blätterklumpen gefunden, in denen sie die Blatthaut benagt. Die Verpuppung erfolgt Anfangs Juni an der P:rde, die Entwicke- lung Mitte Juli. 22. Gelechia vorticella, Scojx Nach v. Tischer soll die Raupe im Mai zwischen zusammengesponnenen Blattern von Lotus corniculatus nach Zeller zu derselben Zeit auch an Genista tinctoria vorkommen. Die' Motte erscheint Ende Juni und im Juli. 23. Gelechia taeniolella, Tr. Die Larve kommt an mehreren niedri- gen Pflanzen vor. Herr A. Schmid aus Frankfurt erzog sie von Medica^o minima; Frey traf sie im Juni an Lotus corniculatus zwischen zusammen- gesponnenen Blättern. 24. Coleophora discordella, Zell. Die Larve wohnt nach Stainton und Frej- an Lotus corniculatus im April. Sie verursacht an den Blättern desselben weisse Flecke, wie Coleoph. serenella an Colutea arborescens. Die Sackraupe fand Frey Ende September und nach der UeberAvinterunw wieder erwachsen Ende Mai. 25. Lithocolletis insignitella, Zell. (Vergl. Trifolium.) A. Gärtner fand die Minen auch in den Blättern von Lotus corniculatus, die dadurch vergilben. 2G. Nepticula cryptella, Zell. Die Larve minirt nach Frey Ende September und Anfangs October in Lotus corniculatus. Ich fand die Mine im Juli auch an Lotus uliginosus. Sie beginnt mit sehr feinem, hin und her- geschlängeltem Gange, der zuletzt in einen breiten Fleck übei^geht. Die Ver- wandlung geschieht ausserhalb der Wohnung. d. F 1 i e g e n. 27. Ceeidomyia Loti, DeG. Die Larven leben gesellig in den gall- artig aufgedunsenen Blüthenkelchen von Lotus corniculatus. Die springenden Maden verlassen zur Zeit der Reife diese Wohnung und gehen zur Verpup- pung in die Erde, aus welcher nach 10—12 Tagen die Mücken hervorgehen. f. S c h n a b e 1 k e r f e. 28. Aphis Pisi, Kalt. (Vergl. Ononis.) 29. Aphis Loti m. Mitte Mai 1858 fand ich dieselbe an einem gegen Süden abfallenden Damm in mehreren, ziemHch zahlreichen Gesell- schaften auf dem Schotenklee. Einzelne überwinterte (?) flügellose Mütter Sassen zwischen ihren noch unentwickelten Töchtern. Stammmütter eirund, hoch aufgetrieben, oberseits glänzend, unten matt schwarz. Fühler viel kürzer als der Leib, weiss, erstes und die beiden Endglieder schwarz, Saugrüssel schwarz, bis zur Einlenkung des mittlem Bempaares reichend. Augen schwarz; die .3 Brustringe deutlich gesondert. Saftröhren aufgerichtet, massig lang, doch nur wenig das Schwänzchen über- ragend, nach der Spitze zu etwas verjüngt. Beine weiss; alle Tarsen, die 9* J32 Klasse I. ZweisamenljUttrJgo rüanzen. äusserste Spitze der Schienen und Schenkel bis auf die kleinere Wurzelhälfte schwarz. Die Zucht geflügelter Mütter misslang mir. 12. Gattung. Bartklee. Backenklee. Dorycnium Tourn. (Lotus). a. K ä f e r. 1. Aj-ion Loti, Krl). Ritter v. Frauenfeld erhielt den Kcäfer aus im Herbst eingesammelten Früchten von Dorycnium herbaceum. Auch Redten- bacher theilt mit, dass der Käfer sich nach Miller auf dieser Pflanze finde. ■ b. F a 1 1 e r. 2. Zygaena oecitanica, de Till, fliegt im südlichen Frankreich im Juli und August. Die Raupe wurde daselbst auf Dorycnium herbaceum gefunden. 3. ridonia Jourdanaria, de Till. Die Raupe wurde von ihrem Ent- decker Jourdan bei Montpellier auf Dorycnium monspeliense gefunden. Der. Spanner fliegt daselbst im September und October. 4. Selidosema plumaria, Hb. (Siehe Lotus.) 5. Paedisca delitana, Fll. erscheint im südlichen Deutschland in 2 Generationen, im August, September und wieder im Frühling. Die Raupe entdeckte Mann im Mai und Juni auf Dorycnium herbaceum. 6. Geleehia apicistrigella, FU. Die Raupe lebt im Mai auf kalki- gem Terrain an Helianthemum vulgare und Dorycnium herbaceum. Die Motte fliegt Ende Juni und im Juli. 7. Geleehia Sequax, FR. Die Larve nach Herrich-Schaeffer an Kalkfelsen bei Regensburg auf Dorycnium herbaceum, nach Logan in Eng- land in versponnenen Gipfelblättern auf Helianthemum vulgare lebend, an welcher Pflanze sie auch A. Schmid bei Frankfurt a. M. und Prof. Frey bei Zürich gefunden haben. Die Schabe fliegt Ende Juni und Juli. (Frey.) 8. Geleehia biguttella, SV. Die Raupe dieser Schabe soll nach Mann bei Wien auf Dorycnium vorkommen. 9. Geleehia seintilella, FE. Die Raupe von Mann in Süddeutsch- land auf Dorycnium herbaceum entdeckt. Die Motte erscheint im Juni. 13. Gattung. Spargelerbse. Tetragonolobus. b. F alte r. 1. Zygaena Hippoerepidis, Hh. Die Raupe wurde bis jetzt nur auf dem Tragant gefunden. Die Verwandlung findet innerhalb eines strohgelben Gespinnstes gegen Ende Juni statt; der Falter erscheint im Jidi. 14. Gattung. Geisraute. Galega. b. Falter. 1. Coleophora vieinella, Fli. Die Raupe lebt in 2 Generationen, von Mai bis Herbst, auf dem Tragant und auf Galega officinalis. Sie dringt an der Unterseite des Blättchens bis zum Blattfleisch ein und weidet hier Sclimottei-lingsblutliigD Gewüclisu. Piipilionaceao. 133 eine kreisrumle. oberseits sichtbare Stelle aus, welche die Anwesenheit der Sackträgerin schon aus einiger Entfernung verräth. Die Motte erscheint nach 14tägiger Puppenruhe Anfangs August; die Falter der Herbstgenera- tion fliegen im nächsten Juni. (Vergl. Heeger, Sitzungsb. d. k. Ic. Ak. d. W., niath.-nat. Cl. XL Bd. 1. Heft 1853.) 15. Gattung. 16. Gattung. Siissholz. Glycyrrhiza. Robinia. Glycyrrhiza gUlira,. Robinie, Acacie. a. K ä f e r. 1. Apate capucina, L. Das Weibchen legt die Eier nach Nördlinger, Gyllenhal und eigener Beobachtung in gefällte Eichen, Zimmerholz, nach Waltl auch an Nadelholz, nach Andern an die saftigen Stämme gefällter Robinien. Ich fing den Käfer im Juli an be- schlagenem Eichengebälk. 2. Lyctus oanalieulatus, L. Die Larve lebt in Rinden und todtem Holze, vorzüglich im Splint der Eichen, Pappeln und Acacien. Käfer und Larve machen ganz gerade Gänge, aus welchen beständig ein feingeschrotenes Holzmehl herausrieselt, wodurch die von ihnen heimgesuch- ten Möbelstücke morsch werden und leicht zer- brechen. Das kleine, sehr schlanke Käferchen fängt man leicht in Stuben an Fensterscheiben. 3. Cryptoeephalus labiatus, L. Die ersten Stände noch unbekannt; der Käfer wurde auf Erlen und Robinien gefunden. b. Falter. 4. Lycaena Argiolus, SV. De Geer fand die Raupe auf dem Faulbaum (Rhamnus frangulaj, dessen Blätter sie siebartig durch- löchert. Spätere Beobachter ti^afen sie auf Mes- pilus und Pyrus malus. Der Falter erscheint im nächsten Frühling und fliegt bis Juli. 5. Amphidasis hirtaria, Hb. Die poly- phage Raupe wird von Juli bis September an Kirschen, Schlehen, Pflaumen, Aprikosen, Lin- den, Pappeln, Weiden, Eichen und Ülmeu, nach Treitschke auch auf Robinien gefunden. 6. Lithocolletis acaeiella, Mn. Die Minirraupe wurde von Mann in Wien auf der gemeinen Acacie (Robinia pseudo- Acacia) entdeckt, deren Blätter sie von der Unterseite aus minirt. Robinia hispiila. 134 Klasse I. Zvroisaineublättrigc Pflauzcu. c. Clatt Wespen. 7. Nematus bortensis, ILtg. Die 20füssige, hellgrüne Afterraupe ist von Snelleu van Vollenlioven Anfangs August in verschiedener Grösse auf Eohiuia pseudo - Acacia gefunden worden. Die Verwandlung geht im September vor sich, die Entwickelung der Wespe erfolgt bei Zimmerzucht im October. Das Exemplar meiner Sammlung fing ich im Herbst in einer hiesigen Anlage, welche von mehreren Kugelacacien und andern Robinien bestanden war. 17. Gattung. Der Blasenstrauch. Colutea. b. Falte r. 1. Lycaena Baetica, Tr. Die Raupe soll gleich der Lyc. Jolas die Schoten und Samen des Blasenstrauchs fressen. Nach Reaumur greift sie nur die unreifen Samen an. Der Falter erscheint nach kaum zwölftägiger Puppenruhe Mitte August. (Zeller in Isis 1840 p. 129.) Nach Rambur lebt die Raupe nicht allein auf dem Blasenstrauch, sondern auch auf der Berglinse (Phaca baetica). 2. Lycaena Jolas, L. Frivaldszky entdeckte die Raupe in Ungarn auf Colutea arborescens, deren Schoten sie benagt und die Samen frisst. 3. Lycaena Aegon, Hb. (Siehe Genista.) 4. Coleophora serenella, Dup. Nach Heegers sehr genauer Beob- achtung minirt die Sackraupe die Bhltter des Blasenstrauchs fleckig. Sie kommt in 2 Generationen, einer im Mai, v/elche die Schabe im Juli liefert, und einer im August und September, die Motte im Frühling gebend, vor. Herr Mann fand die Raupe auch auf Cytisus Laburmmi, Zeller an Lotus corniculatus und an Coronilla varia ; G. Koch nennt noch Astragalus glycyphyllos als Futterpflanze. d. Fliegen. 5. Agromyza variegata, Mige" Gewächse. l'apilionaceae. 145 sum arvense^ Iph^n D;. v '" f "g"st in den Hülsen der Felderbse (Pi- «ich. In den Karrengeleis«n de. F dwel H " 1' ""I ■ ""^-V- Melilbeere. Pyrus Aria. und Kopfkohls u. s. w. der engerlingartigen Larve Nahrung . bieten. Der Käfer macht sich in manchem Jahre durch sein häufiges Auftreten bemerk- bar, wo er dann von Anfang Juni bis Ende Juli in Gärten auf niedern Apfelbäumen, an Hecken auf Haselgebüscheu zu finden ist, Laub und selbst iunge Aepfelchen benagend. tit-h *' *= ^ 4. Seraptia fuscula, ilfZ?. Herr Muller erhielt mehrere Exemplare dieses seltenen klei- nen Käfers aus einer ausgehöhlten, über der Erde hinlaufenden Wurzel eines Apfelbaums. (Germar's Magazin IV., pag. 204.) 5. Liopus nebulosus, L. Die Larve wurde von H e e g e r vom Juni bis October unter der Kinde verschiedener Obstbäume, Aprikosen, Biru- und Apfelbäume gefunden. Sie verpuppte sich noch im Herbst oder nächsten Frühhng. 6. Anobium striatum, (Mv. Dieser ver- rufene Holzzerstörer bohrt nicht blos Gänge und Löcher in Hausgeräthe, hölzerne Bildsäulen, Acker- und Handwerkszeug, sondern geht auch im Freien in krankes Apfelholz. (Nördlinger, die kleinen Feinde der Landwirthschaft, pag. 76.) Die Larve hat einen hellen Kopf, braunen Mnnd und 3 Paar helle Beine. Sie, wie auch der boh- rende Käfer, verrathen ihren Aufenthalt im Holze durch ein feines Holzmehl, das aus den Fluglöchern herausrieselt. Herr Katzeburg macht uns mit 6 verschiedenen Schmarotzer- wespchen bekannt, welche unermüdlich in den Bohrlöchern umherspähen und unzählige Larven und Puppen sicherem Tode weihen. (Katzeburg, die Ichneumonen der Forstinsekten, pag. 249.) 7. Bostrichus Saxesenii, JRi'^., ein schma- ler, schwarzer Borkenkäfer, der sich nach Nörd- linger gewöhnlich in Gesellschaft des vorigen, namentlich in Apfelbäumen findet. Seine Gänge sind anfangs sehr enge, horizontal, im Sinne der Jahresringe verlaufend, werden aber von den zahlreichen Larven bald zu breiten Familien- gängen erweitert. 8. Bostrichus dispar, Jldlw. (Siehe Prunus.) 9. Eccoptogaster Pruni, Bizb. — Ecc. Pyri, m&b. Dieser schäd- liche, 2'" grosse Borkenkäfer lebt in Apfel-, Birn-, Kirsch- und Pflaumen- bäumen, selbst in Traubenkirschen und Weissdorn, vielleicht ausnahmsweise noch in Ulmen. Er hält sich zwischen Bast und Splint auf, wo er einfache Lothgänge anlegt, deren Ende gewöhnlich in der Kinde liegt. Obgleich der Käfer in Vielzahl die bezeichneten Bäume angreift, so findet er sich doch meist nur in kranken Stämmen und beschleunigt deren Absterben. Elachestus Eisbeere. Pyrus torrainalis. Rosengewiichso. Rosaceae. 179 leucogramma, Pitzb., eine kleine Schmarotzerwespe, weiss die Larven selbst im sichern Aufenthalte zu erspähen und anzustechen. 10. Eceoptogaster rugulosus, lUzb., nur halb so gross als der vorige, lebt wie jener in Apfel-, Quitten-, Pflaumen- und Kirschbäumen, Trauben- kirschen, nach Nördlinger auch wohl in Ebereschen. Er macht Lothgänge seltener noch Quergänge, zwischen Bast und Splint, gewöhnlich in Aesten oder sehr schwachen Stämmchen. Die Larveugänge, meist etwas geschlän- gelt und allmälig breiter werdend, gehen nach allen Richtungen vom Loth- gänge aus und enthalten auch an ihren Enden die Puppenwiegen, in schwachen Stämmchen und Aesten im Splint, in kräftigen Bäumen in der dicken Rinde liegend. Fast zu jeder Jahreszeit finden sich Käfer und Larven vor. Herr Ratze bürg macht 9 Ichneumonen namhaft, welche nach und nach aus den Larvenwiegen unseres Käfers erzielt wurden. (Ratzeburg, die Ichneumonen der Forstinsekten, pag. 251 — 252.) 11. Magdalinus Pruni, L. (Vergl. Prunus.) 12. Magdalinus barbicornis, Grm., dessen Larve nach Nördlinger im Holze von Obstbäumen, namentlich in Apfelästen leben soll, ist dem vori- pen sehr ähnlich, doch weniger häufig und verderblich. (Nördlinger, a. a pag. 145.) 13. Polydrosus Mali, Fb. Ein kleiner, grau metallischer oder matt kupferiger Rüsselkäfer, der Ende April und im Mai sehr gemein auf Wald- bäumen, besonders Birken und Buchen ist, die oft durch ihn einen grossen Theil des jungen Laubes einbüssen. Auch auf Obst-, vorzugsweise Aepfel- bäumen ist er oft sehr häufig. Er schadet auch hier durch Benagen von Blättern und Blüthen. Nach Hege t seh weile r soll das Weibchen die Eier in die Blüthenknospen , Blatt- und Blüthenstiele, gewöhnlich nur eins oder zwei legen. Die fusslose Larve' arbeitet sich in die Knospe hinein, bohrt sich einen Gang bis in den Fruchtstiel hinab und fällt zuletzt mit der ver- kümmerten Frucht zur Erde, wo sie sich wahrscheinlich verpuppt und über- wintert. (Denkschrift der Schweiz. Gesellschaft. 1833. I. pag. 73.) 14. Polydrosus sericeus, Gyll — splendidus, Hellw., im Frühling auf allen Obstbäumen gemein, mag wohl dieselbe Lebensweise des vorigen führen, doch fehlen darüber bis jetzt alle näheren Angaben. Er ist schlank, 2 — 3'" lang, unbehaart, und matt hellgrün beschuppt. 15. Otiorhynchus pieipes, Hb st. und 16. Otiorhynchus raucus, F., zwei graubraune Rüsselkäfer, welche sich glücklicherweise nur selten so häufig in Baumschulen und Obstgärten zeigen, dass ihr Benagen der Knospen merklichen Schaden verursachte. 17. Otiorhynchus laevigatus, Fb., ganz schwarz und glänzend, soll nach Richter die Pflaumenbäume in ähnlicher Weise, wie Rhynchites conicus, beschädigen. 18. Phyllobius oblongus, i., ein schlanker, graubehaarter Rüssler, mit braunen Flügeldecken und röthlichen Beinen. Er erscheint nach Nörd- linger und Schmid berger in einzelnen Jahren in entsetzlicher Menge. (Kollar, Naturgesch. der schädl. Insekten, pag. 258—280.) Mit der Belau- bung der Bäume beginnt er seine Verheerungen auf den Obstbäumen, indem «r vor Allem die Knospen ausfrisst und, wenn sie sich sehr langsam ent- 12* 180 Klasse I. Zweisamenblättrige Pflanzen. wickeln, zum grossen Theil zu Grunde richtet. Besonders empfindlich wird dieser Schaden in Baumschulen an den Pfröpflingen, auch auf Zwerg- und Spalierbäumen bemerkte Kanonikus S chmidberger seine Verheerungen. Gegen Ende Juni sieht man wenige Käfer mehr. Das Weibchen legt seine Eier in die Erde, wo sich die Larven von den Wurzeln verschiedener Wiesenpflanzen nähren und überwintern, um im nächsten Frühling als Käfer zum Vorschein zu kommen. Andere Beobachter behaupten , der Käfer verfertige Blattrollen für die Brut, was jedoch eben so wenig feststeht, wie jene Angaben von Schmid- b erger durch spätere Beobachtungen constatirt sind. 19. Phyllobius vespertinus, Fb. — Pyri, L. — Mali, Gyll., hier im Mai nicht selten in verheerender Menge auf Waldbäumen , namentlich Eichen und Birken, soll anderwärts, wie auch sein Name verräth, auf Obst- bäumen, Aepfeln und Birnen Schaden anrichten. Er ist 2 '/^ — 3'" lang, mit röthlichgelben Beinen und Fühlern und kupfer- oder grünlich goldglänzenden Schüppchen und Härchen bekleidet. 20. Phyllobius argentatus, X., ein hellgrüner Rüsselkäfer, welcher im Frühling häufig auf Obst- und Waldbäumen angetroffen wird. Seine Naturgeschichte ist noch unbekannt. 21. B,hynchites conieus, lU. — Alliariae, L. Der Zweigabstecher, ein kleiner stahlblauer, behaarter Rüssler, welcher im Frühling in Menge er- scheint, sobald die ersten Blüthen und Laubknospen der Obstbäume sich ent- falten. Man findet ihn dann auf Traubenkirschen (Prunus padus), Weissdorn, Pflaumen, Kirschen, Aprikosen, Birnen, Ebereschen und Mispeln, wo er dem Brutgeschäfte obliegt. Sobald nämlich die Schosse einige Zoll Länge erreicht haben, legt er seine Eier in die Spitze eines solchen und schneidet ein Stück hiervon ab , so dass die Larve in dem trauernden und abgewelkten Gipfel sich ernährt und entwickelt — eine Verrichtung, welche S chmidberger besonders genau beobachtet und beschrieben hat. Die Hauptbrutzeit fällt in den Mai und Juni; das weisse schwarzköpfige Lärvchen frisst besonders das Mark des Triebes, hat nach 4 Wochen schon seine Ausbildung erreicht und geht zur Verwandlung in die Erde, aus welcher im ersten Frühjahr das Käferchen hervoi'geht. So unbedeutend auch der Käfer selbst durch seinen Frass schadet, so beträchtlich wird der Schaden beim Brutgeschäft, nament- lich in Baumschulen, wo in einzelnen Jahren ^/i o der Pfropfreistriebe abge- schnitten und zerstört werden. (Kollar, Naturgeschichte d. schädl. Insekten, pag. 249.) 22. Rhynchites Betuleti, Fh. Der Rebenstecher. Dieser stahl- blaue oder goldgrüne kahle Rüsselkäfer findet sich am häufigsten im Mai und Juni , und zum zweiten Mal wieder in merklicher Anzahl im Herbst. Im Walde bewohnt er Buchen, Espen, Linden und verschiedene Weiden- arten; Bechstein hat ihn auch auf Erlen, Birken und Haseln gefunden; ausserdem entdeckte ihn Nördlinger ziemlich häufig auf Birnen und Quitten, ebenso auf Bergahorn, und Walther auf Apfelbäumen seine Blattrollen bildend. Etwas später, wenn die Reben zu treiben anfangen, macht ler sich auch in den Weinbergen bemerklich und zwar oft in unglaublicher Menge. Die Nahrung des Käfers besteht in den weichen, hrautartigen Theilen der I Rosengewächse. Rosaceae. löi genannten Gewächse. Er pflegt auch die jungen Triebe und Schösslinge unter- halb der Spitze mit seinem Rüssel durchzuschneiden, oft nur die Blüthen- und Blattstiele solcher Gipfelbüschel durchzustechen, wodurch der obere Theil welk wird und trauert. Der Hauptzweck dieses den Culturen so schädlichen Treibens ist die Fortpflanzung. Die so welk herabhängenden Zweigspitzen oder Blätter werden vom weiblichen Käfer, oft vom Männchen unterstützt, auf künstliche Weise mittelst des Rüssels und der Füsse cigarrenartig aufge- rollt. In diese Blattrollen oder Zapfen werden die Eier (4 — G) gelegt, deren ausschliefende Lärvchen sich von dem welken und halbverdorrten In- halte derselben bis zur Verwandlung ernähren. Während man den Käfer von Mai bis Anfang Juli noch häufig mit der Anlage von Rollen und dem Eierlegen beschäftigt findet, bemerkt man kaum mehr einen Mitte Juli und August, zu welcher Zeit die Brüten sich entwickeln, die nach beendigtem Wachsthum zur Verpuppung in die Erde gehen. Die Puppen liefern noch im September und October desselben Jahres den Käfer, doch überwintern auch gewiss viele im Puppenstande und erscheinen erst im nächsten Früh- ling. Grosse Blätter, wie von Reben und Bergahorn, werden einzeln, oft auch nur theil weise aufgerollt. An natürlichen Feinden fehlt es hier keines- wegs: Herr Professor Ratzeburg zählt allein fünf verschiedene Schlupf- oder Schmarotzerwespen auf, die ihren Eiern und Larven fortwährend nachstellen. (Die Ichneumonen der Forstinsekten, HL, pag. 251.) 23. Rhynchites aequatus, L. Ein kleiner bronzefarbener Käfer mit rothen Flügeldecken und schwarzem Rüssel, welcher iu hiesiger Gegend ziem- lich selten, im südlichen Deutschland in manchen Jahren sogar sehr häufig ist. Man findet ihn Ende April bis Anfang Juni auf Apfel- und Pflaumen- bäumen, Ebereschen und Weissdorn, von deren Trieben und Blättchen er sich ernährt. Seine Lebensweise ist noch wenig erforscht. Professor Nördlinger sah ihn Ende April damit beschäftigt, in die kaum aus den Knospendecken hervortretenden Blüthenknospen mit seinem Rüssel zahlreiche Löcher einzu- bohren. (Die kl. Feinde der Landwirthschaft, pag. 136.) 24. Rhynchites Bacchus, L. Der purpurrothe Apfelstecher, von der Grösse des Rebenstechers (Rhynchites Betuleti, Fb.), dabei weich und merklich behaart, stellt sich schon in den ersten Märztagen ein, wo ihn die Frühlingssonne aus seinem Winterquartier hervorlockt. Er ist irrthüm- lich mit dem Rebenstecher vielfach verwechselt worden, da er doch nach den sorgfältigen Beobachtungen von Schmidberger und Nördlinger nie den Weinstock, sondern nur Aepfel und Birnen angreift. (Kollar, Naturgesch. d. schädl. Insekten, pag. 134.) Im Verfahren, junge Zweigtriebe durchzu- stechen, Löcher in Blüthenknospen, Blatt und Blüthenstiele zu machen, gleicht er ganz dem Rhynchites Betuleti, doch legt er seine Eier nicht in Blattrollen, sondern in junge Aepfel, mit welchem Geschäft er nach Schmidberger erst um Johanni beginnt. Gewöhnlich bringt er in jede junge Frucht nur 1 Ei, selten 2 — 4 Eier. Das ausgeschlüpfte schwarzköpfige weisse Würmchen frisst sich bis zum Kernhaus in den Apfel hinein und nährt sich hier bis zur vollen Ausbildung, worauf es sich in die Erde begibt und zur Verpuppung anschickt. Erst im folgenden Frühjahr erscheinen die Käfer. Dass die von Larven bewohnten Aepfel und Birnen vor der Zeit abfallen werden und zu io2 Klasse I. Zweisamen'blättrige Pflanzen. Grunde gehen, ist leicht erklärlich. In unserer wenig obstreichen Gegend ist der Käfer eine Seltenheit und der Schaden gleich Null. 25. Rhynchites auratus, Scop. — Eh. Bacchus, Gll. Nach Dr. M. Bach's neuester Mittheilung (Verhandl. d. naturh. Vereins d, preuss. Rhein- lande, 19. Jahrg. pag. 77) legt das Weibchen die Eier in Aepfel , gewöhn- lich au der Sonnenseite derselben. Die auskriechende Larve gräbt sich einen Gang durch den Apfel bis zum Kernhaus, wo sie sich von den Samen er- nährt. Erwachsen verlässt der Wurm den Apfel und begibt sich zur Ver- wandlung in die Erde. 26. Anthonomus pedieularius, L.? — Pyri, KoU., dem vorigen in Gestalt und Lebensweise sehr ähnlich. Der Käfer wurde von Curtis in England auf blühenden Apfelbäumen gefunden, Salisbury behauptet, dass er seine Eier in Apfelblüthen lege. Auch Zenker nennt ihn einen Zerstörer der Knospen des Apfel- und Birnbaums. Kollar sagt von seinem Anth. Pyri, dass er seine Brut in Blatt und Blüthenknospen absetze, die dadurch braun werden und verkümmern. (Kollar, Naturgesch. d. schädl. Ins., pag. 257, und Nördlinger, die kl. Feinde der Landwirthschaft, pag. 170.) 27. Anthonomus Pomorum, L. (Vergl. Prunus.) 28. Apion Pomonae, Grm. Ein winziger dunkelblauer Käfer mit plötzlich verdünnter Rüsselspitze. Während die Brut in den Schoten der Wicke die Samen ausfrisst und ihre Verwandlung besteht, schweift der Käfer auf den verschiedensten Obst- und Waldbäumen umher, die Blüthen und jungen Triebe benagend. 29. Saperda scalaris, X., ein leiterförmig grün und schwarz gefleckter Bockkäfer, kommt nach Nördlinger in gefällten Erlenstämmchen vor, worin die Larve sich innerhalb zwei Jahren zum vollkommenen Insekt ausbildet. Derselbe Beobachter fand die Larve einst in Mehrzahl in kränkelnden Kirsch- bäumen und einen ausgebildeten Käfer in der Wiege unter Apfelrinde. (Nörd- linger, die kl. Feinde der Landwirthschaft, pag. 194.) 30. Saperda praeusta, L. Eines der winzigsten Bockkäferchen, mit gelben Flügeldecken, die hinten schwarz gesäumt sind. Das Weibchen soll nach Nördlinger seine Eier in knorrige Aeste von Aepfel- und Zwetschen- bäumen, doch auch in abstehende Eschengipfel und Rosenstengel legen. Das ziemlich gemeine Böckchen fliegt in hiesiger Gegend im Monat Juni häufig um Haselbüsche. (Nördl., die kl. Feinde der Landw., pag. 196.) 31. Pogonocherus hispidus, L. Das kaum 2'" lange, borstige Böck- chen fliegt schon in den ersten warmen Frühlingstagen, findet sich aber auch noch im Sommer auf Apfelbäumen, Ulmen und Linden. Die Larve ist nach Nördlinger gemein in kranken, ziemlich starken Aesten des Apfelbaums zwischen Rinde und Splint, besonders an knorrigen Stellen. (Nördl., die kl. Feinde der Landw., pag. 197.) Ihre Gänge und zahlreichen elliptischen Flug- löcher beschleunigen wohl das Absterben der Aeste, sind aber gewiss nicht die erste und nächste Ursache. Neben dem Käfer wurden aus den Larven und Puppen desselben eine Menge Ichneumonen erzogen, welche der allzu grossen Vermehrung dieses Insekts Einhalt thun. Rosengewäthso. Kosaccae. 183 b. Falter. 32. Pontia Crataegi, L. (Vergl. Prunus.) 33. Papilio Podalirius, L. Der Segelfalter, in der Rheinprovinz ziemlich selten geworden , fliegt im Herbst oder in den ersten Frühlings- monaten. Die Raupe lebt einsam auf Eichen , Schlehen , Pflaumen- , Apfel-, Birn-, Mandel- und Pfirsichbäumen. 34. Papilio (Vanessa) polychloros, L. Der grosse Fuchs legt seine bräunlichen Eier, oft 100 bis 200 in fest an einen Zweig geklebten Kuchen, auf Birn-, Apfel-, Quitten- und Kirschenbäume, Weichsein, Ulmen, Weiden und Espen. — Die im. Frühling den Eiern entschliefenden Räupchen leben bis zur Verpuppung gesellig und spinnen sich auch ein gemeinsames Gewebe. Die erste Nahrung besteht in den Knospen und jungen Blättchen. Am Tage gehen sie ihrem Frasse nach, Abends kehren sie wieder in ihr Ge- spinnst zurück. Ausgewachsen sind sie nahe 2" lang , graublau mit rost- rothen Streifen, ästigen Dornen und herzförmigem Kopfe. — Zur Verwand- lungszeit (im Juni) zerstreuen sie sich und hängen sich an Zäunen, Stämmen, Mauern u. s. w. auf, wo sie sich bald verpuppen und nach 2 — 3 Wochen den allbekannten Falter liefern. Statt des Schmetterlings erzielt der Raupen- züchtler gar häufig die Feinde desselben: Ichneumon luctatorius X. , Ptero- malus Polychlori Pdzb. und Pteromalus puparum L. 35. Lycaena ArgioUis, L, Die kleine gelblichgrüne Schildr-eupe hat einen schwarzen glänzenden Kopf, einen mikroskopisch behaarten Leib und führt eine dunkelgrüne Rückenliuie, Deeger fand sie auf dem Faul- baum (Rhamnus frangula), dessen Blätter sie siebartig durchlöchert. (Deeger, I. Thl., 8. Abb., pag. 62—65.) Spätere Beobachter haben die Raupe auch auf Mispeln und Apfelbäumen gefunden. Der (nach Ochsenheim er) nirgeuds seltene Schmetterling entwickelt sich nach 14tägiger Puppenruhe und fliegt von Mai bis Juli. 36. Smerinthus Tiliae, Hb. Der Lindenschwärmer. Die Raupe lebt im Sommer und Herbst vorzüglich auf Linden, hier nicht selten auf Ulmen; Ochsen heim er fand sie noch auf Erlen, Birken und Eichen; nach Anderen ist sie auch schon auf Hainbuchen und Obstbäumen, namentlich Apfel- und Birnbäumen, beobachtet worden. Sie ist grün, weiss punktirt, mit karminrothen , gelb schattirten schiefen Seitenstriemen , einem blauen Schwanzhörnchen und unter demselben mit einem gelben, gekörnelten, horn- artigen Kranze. Vor der Verwandlung, welche in der Erde vor sich geht, wird sie violett; der Schmetterling erscheint im nächsten Juni. 37. Smerinthus oeellata, L^ Abendpfauenauge. Die Raupe lebt vom Juli bis September auf allen Weiden. Pappeln, Linden, Apfel- und Birnbäumen, Schlehen u. s. w. und ist in Baumschulen oft den jungen Apfel- bäumchen schädlich. Die Verwandlung erfolgt in der Erde; der Schmetter- ling entwickelt sich in der Regel erst Ende Mai oder im Juni des folgenden Jahres und ist in hiesiger Gegend ziemlich selten. — Hofgärtner Bouche erzog zwei Feinde des Falters : Scolobatus auriculatus F. und Microgaster Ocellatae Be. 184 Klasse I. Zweisamenblättrige Pflauzeu. 38. Sesia euliciformis, L. Die weissgraue, feinbehaarte, hellbraun- köpfige Raupe lebt nach Borkhausen in der Rinde von Linden, Pflaumen und Aepfehi. (Vergl. auch Prunus.) 39. Sesia mutillaeformis , Lasp. — myopaefor.nis , Brich. Die Raupe dieses kleinen Schwärmers lebt nach Dr. Nickerl in der Rinde der Pflaumen-, Aprikosen- und Apfelbäume, wohnt in einer aus Spänchen berei- teten Wiege und dringt auch in das Innere. Herr Lehrer Letzner nennt die Raupe eine Zerstörerin der Apfelbäume, indem sie sehr lange, regellose Gänge macht und oft in grosser Menge vorhanden ist. Sie überwintert in ihren Gängen, in welchen sie sich auch verpuppt. Das mit Wurmmehl über- deckte Gespiunst ruht dicht unter der Rinde, in welcher das Flugloch schon vorgebildet ist. Der Puppenstand dauert etwa 16 Tage; die Flugzeit be- ginnt Anfangs Juni. Ich fing den Schmetterling hier Ende Juni auf einem Pyramidenapfelbaum. 40. Zeuzera Aeseuli, L. Der Rosskastanien spinne r. Die Holzraupe Mird in Aesten und Stämmchen von Ulmen, Wallnüssen, Linden, Birnen, Aepfeln, Ebereschen, Rosskastanien, Buchen, Birken, Erlen und Eschen gefunden, soll nach Ratze bürg auch Cornus sanguinea angreifen, die Birken und Erlen aber vorzugsweise, besonders junge, wählen. Die Verwandlung geht innerhalb des Ganges, gewöhnlich im Juni, in einem festen Gehäuse von Holzspänehen vor sich. Der Schmetterling gehört in hiesiger Gegend zu den Seltenheiten und ist somit nur den unerheblich schädlichen Insekten bei- zuzählen. 41. Cossus ligniperda, F. IIb. Der Weidenbohrer. Die höchst verderbliche Raupe bewohnt am liebsten Weidenbäume, doch geht sie auch an andere Bäume, namentlich Obstbäume, Traubenkirschen, Ulmen, Erlen, Pappeln, P]ichen und Linden, und nach Ratzeburg selbst an Wallnussbäume ; London nennt noch Eschen und Buchen, Herr von B er üuth sogar Kiefern- stöcke als Fundorte dieser gefrässigen Raupe. Die von ihr gebohrten Gänge folgen gewöhnlich der Richtung des Stammes, doch finden sich auch wage- rechte Verbindungskanäle, deren breitester das Ausgangs- oder Flugloch ist. Dass die von ihr bewohnten Bäume ganz oder theilweise absterben , nimmt um so weniger Wunder, als sich herausgestellt hat, dass der Wurm mehrere Jahre darin bleibt und nicht selten in Mehrzahl vorhanden ist. Bechstein zählte in einem Birnbaum 266 Raupen. Die Verpuppung erfolgt gewöhnlich im Baume selbst in einem grossen, auswendig rauhen, inwendig zart ausge- sponnenen Cocon. — Ausser dem Grünspecht, der die Raupen und Puppen mit seinem scharfen Schnabel geschickt herausmeisselt , werden noch Ichneu- mon pusillator Gr. und Lissonota sesosa Fourcr. als ihre gewöhnlichen Feinde bezeichnet. (Ratzeburgs Forst-Insekten, IL, pag. 84 — 88.) 42. Hepiolus lupulinus, L. Die Raupe wird fast allenthalben in Deutschland von Ende Mai bis in den Juli gefunden. Nach Treitschke lebt sie an den Wurzeln verschiedener Gewächse , wahrscheinlich auch im Holze des Birnbaums, in welchem er die zur Hälfte hervorstehende Puppen- hülse neben dem frisch entwickelten Falter fand. 43. Saturnia Pyri, SV. Der Wiener Nachtpfau, der grösste europäische Schmetterling, fliegt in Süddeutschland und legt seine Eier auf Kosonga wachse. Kosacoae. loü Rirn-, Apfel-, Pflaumen-, Aprikosen- und Pfirsichbäumen. Die erwachsene Raupe ist lieblicli grün mit saphirblauen Warzen, die auf pyramidenförmigen Erhöhungen stehen und mehrex'e sternförmige Borsten tragen, worunter zwei längere mit kolbiger Spitze. Das birnförmige Gesj^innst ist braun; die Puppe überwintert darin und liefert im kommenden Frühling den Schmet- terling, 44. Saturnla Spini, SV. Der mittlere Nachtpfau. Die Raupen werden im Mai und Juni auf Schlehen, Weichselkirschen, wilden Aepfeln, Ulmen und wilden Rosen angetroffen. Vom Ei an sind sie schwarz mit stahl- blauen, nach der letzten Häutung aber goldgelben Warzen, die mit stern- förmigen Borsten gekrönt sind. Das birnförmige bräunliche Cocon birgt die Puppe bis zum nächsten Frühling und liefert oft erst im zweiten Jahre den Schmetterling, welcher unserer Gegend fehlt und im südlichen Deutschland, in Ungarn und dem südlichen Frankreich einheimisch ist. 45. Arctia flavia, Fticss. (Siehe Mespilus.) 46. Harpyia Fagi, IIb. (Vergl. Prunus.) 47. Liparis (Oeneria) dispar , L. D e r G r o s s k o p f. Die sehr ge- frässige Raupe dieses Spinners liebt vorzüglich das Laub der Obstbäume (Aepfel, Aprikosen), Ulmen, Linden und Eichen, doch hat man sie schon auf allen möglichen Wald- und Gartenbäumen getroffen. Der weibliche Schmetterling legt seine 300 — 400 Eier in einen Haufen beisammen und bedeckt sie mit braunen Afterhaaren. Erst im April des nächsten Jahres kriechen die Räup- chen aus dem Ei und gehen dann an die Knospen und jungen Blättchen ihrer Futterpflanze, welche sie Nachts benagen, später gammt dem Stiele verzehren. Ende Juni oder Anfangs Juli schickt sich die voUwüchsige Raupe zur Verwandlung an, welche sie in den Ritzen oder zwischen den Blättern des Baumes besteht. Die Puppenruhe dauert etwa 3 Wochen. Glücklicher- weise hat die Raupe viele natürliche Feinde. Professor Ratzeburg zählt allein 11 verschiedene Ichneumonen auf, welche fortwährend Jagd auf Eier und Raupe machen (Ratzeb., Forst-Ins., IIL, pag. 257); ferner sind schon 7 Fliegenarten aus der Gattung Tachina als solche bekannt; ausserdem nennt man noch Laufkäfer, Wanzen, Wegwespen und Spinnen unter ihren Feinden. 48. Aglia Tau, L. Die kleinen schwarzen Räupchen verlassen nach G. Koch schon Mitte Mai die Eier und verzehren erst die Schalen dersel- ben, bevor sie ihre eigentliche Nahrung, Buchenblätter, anrühren. Vorherr- schend findet man sie auf Fagus sylvatica, doch verschmähen sie auch das zarte Grün der Eichen und Birken nicht. Nach Ochse nheimers Angabe kommen die Raupen auch auf Linden, Weiden, Haseln, wilden Birn- und Apfelbäumen vor. — Ende Mai haben sie schon eine Länge von 10'"; die ausgewachsene Raupe ist fast 3" lang, chagrinartig rauh, mit 7 weisslichen Schrägstrichen an den Seiten und weisser Längslinie unter den dunkelrothen Lnftlöchern. Mitte Juni erfolgt die vierte und letzte Häutung, und Ende dieses Monats (oder im folgenden) die Verwandlung, gewöhnlich in der Erd- nähe zwischen Laub und Moos. — Der Schmetterling fliegt im Mai; hier in Buchenwäldern. Sein Feind ist Campoplex 4-maculatus Iltsh. lob Klasse I. Zweinamentlättrige Pflanzen. 49. Orgyia (Dasychira) pudibunda, L. (Siehe Pi'unus, Kubus.) 50. Orgyia antiqua, Hb. (Vergl. ebendas.) 51. Orgyia gonostigma, SV. Die Raupe findet sich im Mai und Juni und zum zweiten Mal im August, September auf Eiehen, Schlehen, Pflaumen, Aepfeln, Quitten, wilden Rosen, Weissdorn, Erlen, Weiden, Him- beeren, Heidelbeeren u. s. w. Der sehr verbreitete Falter erscheint im Juli und wieder Ende September, (Treitschke.) 52. Liparis (Psilura) monacha, i. (Siehe Tilia.) 53. Liparis chrysorrhoea , L. Goldafter. (Siehe Prunus.) 54. Liparis auriflua, L. Der Gart enbirn spinn er. Die in der Jugend gesellige Raupe lebt im Frühling und Herbst auf Obst- , besonders Birnbäumen, Schlehen, Weissdorn, wilden Rosen, Linden, Ulmen, Weiden, Eichen, Ebereschen, Haseln u. s. w. (Vergl. auch Prunus.) — Pimpla in- stigator J",, Pteromalus Processioneae Mzb. und Torymus obsoletus F., drei Schmarotzerwespen, sind nach Ratzeburg die gewöhnlichsten Feinde des Gartenbirnspinners. 55. Gastropacha Pruni, L. Der Pflaume nspinner. (Siehe Prunus.) 56. Gastropacha Crataegi, L. Der Hagedornspinner. Reau- mur fand die überwinterte Raupe auf Aepfeln, Degeer (Abhandl. 5, p. 143) und Prediger Karov im Mai und Juni an Weidenarten, der Verfasser des Dessauer Verzeichnisses auf Pflaumen, Ochsenheimer auch noch auf Schle- hen und Weissdorn. Sie ist bläulich schwarz und dünn behaart, auf jedem Ringe hinten eine gelbliche Querbinde und in jeder Seite eine Längslinie von weissen Fleckchen und darüber eine unterbrochene ockergelbe Linie. Jeder Ring hat ferner 4 ockergelbe Warzenhöcker mit fuchsrothen Haaren; auf dem ersten Segment zeigt sich noch ein dunkelgelber Fleck. Die Verpuppung geht in einem eiförmigen, hartschaligen Gewebe vor sich. Der Schmetterling fliegt im September und October und ist nirgends in Deutschland häufig. 57. Gastropacha neustria, L. H. Der Ringeisp inner. Der sehr gemeine Schmetterling fliegt im Juli; das Weibchen legt die Eier in Form eines Ringes, etwa 200 — 400 spiralförmig dicht neben einander, an die ein- bis dreijährigen Aestchen der Nahrungspflanze. Im näschsten Frühjahre schUefen die Räupchen zeitig aus, so dass sie genöthigt sind, ihre erste Nah- rung in den Knospen zu suchen, wodurch sie dann die Blüthen und Blätter im Keim zerstören. Zum Schutze gegen Sonnenhitze und Regen überspinnen sie sich, oft mehrere Hundert beisammen, unter einem gemeinschaftlichen Ge- webe, am liebsten an einem Astwinkel. Sie fressen Tag und Nacht; ist ein Baum abgefressen, so wandern sie in Masse auf einen andern. Nach der dritten Häutung leben sie mehr zerstreut, besonders zur Zeit der Verpup- pung, welche gewöhnlich in den Juni fällt. Ihre liebste Nahrung ist das Laub der Obstbäume, Weissbuchen und Pappeln, sie gehen aber auch an Eichen, Ulmen, Birken und Weissdorn. — Als ihre Hauptfeinde sind unstreitig die Ichneumonen zu bezeichnen, deren Ratzeburg 19 verschiedene Arten auf- zählt, welche nicht blos die Raupen und Puppen anstechen, sondern sogar schon den Eiern nachstellen (Die Ichneum. der Forst-Ins., III., pag. 257). Rosengowächse. Rosaceae. Iö7 Auch mehrere Tachinarien wurden aus den Raupen erzogen (Tachina neu- striae Hrt.^ Tachina monachi Ilrf.). 58. Gastropacha lanestris, L. (Siehe Prunus.) 59. Gastropacha quercifolia, L. Kupferglucke, Eichblatt. Die Raupe lebt nach dem Dessauer Verzeichniss (Entom. Ztg. X. pag. 80) auf Aepfeln und Birnen, nach Treitschke auf Aprikosen, Pflaumen, Kirschen, Schlehen, wilden Rosen und Weissdorn. (Vergl. Prunus.) 60. Gastropacha Populi, L. Die überwinterten Räupchen finden sich nach übereinstimmenden Beobachtungen von Ochsenheimer , Hering und den Verfassern des Dessauer Verzeichnisses im Mai und Juni häufig auf Obst- bäumen, Weissdorn, wilden Rosen, Eichen, Birken, Espen, Linden und Schwarz- pajjpeln. Die Verwandlung erfolgt in der Erde; der Schmetterling erscheint im September und October. Eine kleine Schlupfwespe, Entedon flavomacu- latus lifsb. soll den Raupen nachstellen. 61. Episema (Biloba) coeruleocephala, L. (Siehe Amygdalus.) 62. Cilix spinula, SV. (Siehe Prunus.) 63. Acronycta Psi , Esp. Die Schlehen-Eule, Pfeil-Eule. Die etwa 2 Zoll lange Raupe lebt einsam im Frühling und Herbst auf allen Obst- arten, Weissdorn und Weiden, seltener auf Buchen, Linden, Pappeln und Hainbuchen. Da die Raupe selten in Menge auftritt, auch erst spät er- scheint, so richtet sie wohl nirgends bedeutenden Schaden an. — Microgaster Ocellatae, Be., Chelonus irrorator Fb. und Teleas laeviusculus Rtzb., drei Schlupfwespen-Arten, stechen Raupen und Eier an, von deren Inhalt die aus- schliefenden Maden sich nähren. 64. Acronycta tridens, SV. Die Aprikosen-Eule. (Siehe Prunus.) 65. Acronycta strigosa, Hb. Die Raupe wurde von Herrn Freyer im Spätsommer auf Schlehen und wilden Birnen , von Herrn Koppe aus Braunschweig an Spalier- Apfelbäumen, von anderen Beobachtern wiederholt auf der Eberesche gefunden. Die Verwandlung geschieht in einem Gewebe von abgenagten Holzspänen; der Schmetterling erscheint Mitte Juni und später. (Treitschke, V., 1., pag. 23.) 66. Brotolomia meticulosa. Hb. Die Raupe dieser Eule liebt vor- züglich Krautpflanzen, als : iBeta, Cheiranthus, Urtica, Mercurialis, Ajiagallis, Alsine media, Conium, Artemisia, Primula, Pimpiuella, Verbascum; doch soll sie auch die Knospen von Spalierbäumen (Aepfeln und Birnen) angreifen. Es sind zwei Genei'ationen von ihr beobachtet worden. Von der ersten über- wintert die Raupe in der vorletzten Häutung, verpuppt sich in den ersten Frühlingstagen und liefert den Schmetterling im Mai; von der zweiten findet sich der Falter im Juli. (Treitschke, V., 1., pag. 376.) 67. Miselia oxyacanthae, Z/. fi^6. Weissdorn-Eule. (Siehe Prunus.) 68. Miselia (Agriopis) aprilina, Hb. (Siehe Tilia.) 69. Taeniocampa stabilis. Hb. Die Raupe dieser Eule, im Mai und Juni auf Pappeln , Ulmen , Buchen , Eichen und Linden zu finden , soll nach Treitschke auch auf mehreren Obstbäumen leben, doch wird sie von neueren Pomologen weder auf dem Stein- noch Kernobst als schädliches Insekt genannt. 188 Klasse I. Zweisamenblättrige Pflanzen. 70. Taeniocampa instabilis, Hb. (Vergl. Prunus.) 71. Taeniocampa munda, Hb. (Siehe Prunus.) 72. Hadena lithoxylon, Hb. Die überwinternde Raupe findet sich nach Wilde im Mai an Graswurzeln, nach Treitschke auf Birnen. 73. Cerastis (Scopelosoma) satellitia, Hb. (Siehe Rubus.) 74. Cerastis (Orrhodia) rubiginea, Hb. Die Raupe dieser Eule lebt auf wilden Obstbäumen. Ende Juni oder Anfangs Juli erreicht sie die Grösse von ^A", worauf sie sich zur Verpuppung in die Erde begibt. Der Schmetterling erscheint im September, überwintert auch nicht selten unter Laub und Steinen und kommt in den ersten Frühlingstagen wieder zum Vorschein. Herr Frey er und Herr Schmid aus Laibach erzogen diese Art aus dem Ei, Ersterer er- nährte die jungen Räupchen im April mit Löwenzahn, bis die Blätter der Apfelbäume entwickelt waren, die sie dann der früheren Nahrung vorzogen. Ende Mai traten sie bereits ihre Verwandlung an, lagen aber zwei volle Mo- nate, ehe sie sich verpuppten (Treitschke, V., 2., pag. 400 und X., 2., p. 107). Dr. Rössler und Kaplan Fuchs legten den jungen Räupchen Schlehen-, Mirabellen- und Salweidenblätter vor, an welchen sie begierig nagten. Herr G. Weymer aus Elberfeld erzog die Raupen, welche Hr. Assessor v. Hagens in Mehrzahl in den Nestern von Formica fuliginosa am Fusse einer Buche fand, und ernährte sie mit Buchenblättern (Stett. ent. Zeit. 1865, pag. 113). 75. Calymnia ambusta, Hb. Herr Dahl entdeckte 1823 im Mai eine bedeutende Anzahl dieser Eulenraupen auf dem wilden Apfelbaume, mit des- sen Blättern er sie auch fütterte. (Treitschke, V., 1., pag. 78.) — Die zwi- schen zusammengesponnenen Blättern sich verpuppende Raupe liefert den Schmetterling im August. 76. Cosmia pyralina, SV. Eine grüne Raupe mit fünf w^eisslichen Längslinien und weisslichen Punkten auf dem Rücken, von Treitschke auf Birken und Birnbäumen, von Hering und Viehweg auf Eichen beobachtet, soll nach Schmidberger auf Obstbäumen sehr gefrässig sein und in Ge- sellschaft der Geometra brumaria leben. (Kollar, Naturgesch. d. schädl. Ins., pag. 214.) Auf Apfelbäumen ist sie jedoch noch nicht mit Sicherheit ent- deckt worden. 77. Diphthera ludifica, L. Die in Deutschland seltene, daher wohl nirgends schädliche Raujie lebt nach Treitschke von Juni bis August auf Eichen, Weiden, Ebereschen, Schlehen und Kirschen; Frey er fand sie auf Apfel- und Birnbäumen (Freyer, Beiträge, XL Heft, pag. 46), Kandidat Richter im September und October auf Ebereschen (Entoniolog. Zeitung, HI. Jahrg., pag. 165), 78. Acaena (Urapterix) sambuearia, L. (Vergl. Prunus.) 79. Croeallis elinguaria, L. (Vergl. Prunus, Genista.) 80. Eugonia erosaria, SV. (Siehe Tilia.) 81. Selenia lunaria, SV. (Siehe Prunus.) 82. Eugonia alniaria, L. Der Erlen spann er. Die über 2 Zoll grosse Raupe lebt nach Treitschke auf Erlen, Birken, Ulmen, Haselstauden. Weissbuchen, Linden, Aepfeln, Birnen und fast allem Steinobst (Treitschke, VI., pag. 224). Man findet sie nach Borkhausen Ende Juni und Anfangs Juli erwachsen. Sie gehört hier zu den Seltenheiten und ist wohl nirgends Kosengewiichse, Rosaceae. 189 merklich schädlich. Ihr natürlicher Feind ist nach Brischke eine Schlupf- wespe: Pimpla angens Gr. (Ratzeburg, die Ichneum. der Forst-Ins. , III., pag. 102.) 83. Rumia crataegata, L. Die im Colorit veränderliche Raupe lebt nach Knoch und Borkhausen im Sommer auf Weissdorn, Pflaumen, Schlehen, Aepfeln und Birnen. (Treitschke, VI., 1., pag. 41.) — Die Ver- wandlung erfolgt in einem dichten Gespinnst ; der Schmetterling erscheint im Juli und im Mai des nächsten Jahres. Ziemlich häufig. 84. Amphidasis pilosaria, SV. (Siehe Prunus.) 85. Amphidasis prodromaria, SV., steht auch im Verdacht, ihre Brut an Obstbäumen abzusetzen; doch wird sie von mehreren und dazu sehr aufmerksamen Gärtnern mit Stillschweigen übergangen, was wohl einige Be- denken gegen etwaige Anschuldigungen hervorzurufen im Stande ist. 86. Amphidasis pomonaria, Hb. Die Raupe lebt im Juni und Juli hin und wieder vereinzelt auf Hainbuchen (Carpinus) , Eichen, Haselbüschen und den meisten Obstbäumen. — Die Verwandlung geht in einer Erdhöhle vor sich; der Schmetterling, dessen Weibchen flügellos ist, entwickelt sich im nächsten Frühling. (Treitschke, VI., 1., pag. 249.) 87. Amphidasis betularia, L. (Siehe Tilia.) 88. Boarmia rhomboidaria, HO. — gemmaria, Br/ch. (Siehe Prunus.) 89. Aeidalia (Chimatobia) brumata, i. Der kleine Frostspanner. Die Raupe dieses sehr schädlichen Spanners wird fast auf allen Laubhölzern angetroffen, liebt besonders Obstbäume: Aepfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen, Schlehen, Mispeln, geht auch auf Eichen, Buchen, Linden, Ulmen und Hain- buchen, nach Hegetschweiler sogar an Haseln, Faulbaum (Rhamnus fran- gula), Wallnüsse. Das Schmetterlingsweibchen ist ungeflügelt und besteigt die Kronen der Bäume, um daselbst die Eier abzulegen. Die Räupchen er- scheinen gewöhnlich Anfangs Mai, sollen jedoch nach Pouche auch schon bei warmen März- und Apriltagen die Knospen anbohren und ausfressen (Naturgesch. d. schädl. und nützl. Garten-Ins. pag. 100). Nach Diakonus Schmidberger besteht ihre erste Nahrung aus den feinen Spitzen der Laubknospen und Blüthendecken ; später greifen sie die Blumen an und beis- sen sich in die Blumen- und sich entwickelnden Laubknospen ein. Beide kleben und spinnen sie sorgfältig zusammen, so dass sie sich nicht entfalten können. Auch die jungen Früchte bleiben nicht verschont, die sie bis zum Kernhaus und Stiele verzehren. Zuletzt geht's an^ die entwickelten Blätter, von denen sie sich besonders Nachts bis zur Verpuppung ernähren. Sie lassen sich dann an Fäden von den Bäumen herab und gehen in die Erde, wo sie sich Ende Mai bis Mitte Juni verpuppen. (Kollar, Naturgesch. d. schädl. Ins. pag. 219.) — Der Schmetterling erscheint im October und November, sogar noch im Winter bei Schnee und Frost. — Campoplex pugillator Gr., Perilitus ictericus Ns., Microgaster ater Etsb. und Microgaster albipennis Ns., welche vorzüglich den Raupen des Frostspanners nachstellen, werden als des- sen gefährlichste Feinde bezeichnet. 90. Fidonia (Hibernia) defoliaria, i. Der grosse Frostspanner, Lindenspanner. Die pantophage Raupe wird im Mai und Juni auf verschiedenen Obst- und Waldbäumen, als : Kirschen, Aepfeln, Schlehen, Weissdorn, Eichen, luö Klasse I. Zweisamenblättrige Pflanzen. Linden, Buchen, Ebereschen, Rosen, Haseln, Weissbuchen, Uhnen, Birken und Erlen gefunden. Sie ist braunroth, an jeder Seite mit einem breiten schwefel- gelben Streifen geziert, in welchem auf jedem Gelenk ein rothbraunes Strich- lein steht. — Das flügellose Weibchen erklimmt mit Leichtigkeit die höch- sten Baumzweige, wo es seine Eier an die Knospen oder Zweige legt. Die bereits im April ausschlüpfenden Räupchen verbergen sich zwischen den Blüthenknospen und beissen sich in dieselben ein. Später sitzen sie frei auf den Blättern , ihrer gewöhnlichsten Nahrung , und fressen hauptsächlich bei Nacht. Im Juni oder Juli gehen sie in die Erde zur Verwandlung und lie- fern Ende October und im November den Schmetterling , w^elcher meist Abends und Nachts in Obstgärten und Wäldei'n fliegt. In hiesiger Gegend fast eine Seltenheit. 91. Cidaria psittaeata, SV. Die Raupe lebt nach Treitschke auf Apfelbäumen, Kirschen, Linden, Eichen und wilden Rosen. Sie erscheint in zwei Generationen, im Mai und Ende Juli bis August. Ihre Verwand- lung erfolgt in der Erde oder zwischen Rindenspalten in leichterem Gewebe. Der überall in Deutschland einheimische Schmetterling fliegt im Mai und zum zweiten Mal im August und September. In hiesiger Gegend sehr vereinzelt in Gärten. (Treitschke, VI., 2., pag. 94 u. 96.) 92. Eupitheeia rectangularia , L. Die im Herbste das Ei verlas- sende Raupe überwintert in Baumritzen und erreicht im nächsten Mai oder Juni ihre ganze Grösse. Sie ist dann apfelgrün, verkältnissmässig kurz und dick, spindelförmig, mit einem kleinen braunen Kopf und ziemlich tiefen Ringeinschnitten. Die Brustfüsse sind dunkelbraun, über den Rücken geht ein breiter Purpurstreifen, der mitten auf jedem Ringe breiter wird. Ihre Nahrung findet sie auf Kern- und Stein-Obstbäumen, doch zieht sie Apfel- und Birnblätter deii übrigen vor, Sie verbindet gewöhnlich die äussersten Rän- der eines solchen Blattes durch Fäden und verzehrt dann nur die obere glatte Haut, ohne ein Loch zu machen. Sehr häufig erwählt sie sich zum Aufenthalte eine Blüthe, die sie aushöhlt und meist zerstört. Die Verwand- lung erfolgt ebenfalls in einem zusammengezogenen Blatte zwischen leichtem Gewebe, Avoraus nach 14 Tagen der Schmetterling hervorgeht. (Treitschke, VI., 2., pag. 99, und Nördl. pag. 328.) In hiesiger Gegend gerade keine Seltenheit, doch auch nie merklich schädlich. 93. Eupitheeia consignata, BrkJi. Die Raupe lebt nach Wilde im Juni auf Pyrus und Prunus und verwandelt sich in der Erde. Die über- winterte Puppe liefert den Falter im April, Mai. 94. Nemoria aestivaria, SV, — fimbriata, Hfn. (Siehe Prunus.) 95. ÜSTephopteryx roborella, SV. (Vergl. Quercus.) Eppelsheim erzog diesen Falter wiederholt aus Raupen, die in seinem Garten auf dem Kernobst (Aepfeln und Birnen) frassen. 96. Teras eontaminana, Hb. Die Raupe dieses Wicklers, von Treitschke und Madame Lienig im Mai auf wilden Apfel- und Birnbäu- men entdeckt, soll auch zwischen zusammengesponnenen Blättern der Eber- esche, Schlehe, Pflaume und Eiche wohnen, doch wegen ihres sporadischen Auftretens der Obstbaumzucht keinen erheblichen Schaden zufügen. (Treitschke, VIIL, pag. 250, und Isis 1846, pag. 261.) RosongawäcUso, Rosaceao. IJl 97. Teras Abildgaardana, Fb. Ein schöner Wickler, dessen Raupe nach Treitschke im Juli zwischen zwei zusammengeleimten Blättern auf Apfel-, häufiger noch auf Birnhäumen, nach Madame Lienig und Diakouus Fr. Schläger im Juli und August auch an Haseln und Ulmen lebt. (Treitschke, X., 3., pag. 137, und Isis 1846, pag. 263.) A. Schraid aus Frankfurt er- hielt den Schmetterling aus Puppen, welche sich unter getrockneten Linden- blüthen fanden. — Der Schmetterling fliegt bei Frankfurt a. M. Mitte Juli und Anfangs August ; hier fängt man ihn nicht selten nebst der Varietät Teras nyctemerana noch im September. 98. Teras Lipsiana, SV. Die ersten Stände dieses schönen Wick- lers sind nur sehr mangelhaft bekannt. Die grüne Raupe soll swischen den Blättern der Birke, nach Treitschke auch im Juli in Mehrzahl auf dem wilden Apfelbaume leben. (Treitschke, X., 3., pag. 138.) Der Schmetterling fliegt hier Ende September und in den ersten Frühlingsmonaten in Laubholz- walduugen. 99. Tortrix cerasana, Hb. (Siehe Prunus.) 100. Tortrix (Seiaphila) nubilana, Hb. (Vergl. Prunus.) 101. Tortrix xylosteana, L. (Siehe Lonicera.) 102. Tortrix variegana, Tr. — eynosbatella, L. (Siehe Prunus.) 103. Tortrix heparana, Tr. Die Raupe dieses Wicklers findet sich auf verschiedenen Laubhölzern: Fischer von Rösler stamm nennt Sal- weiden (Salix caprea), Birken, Buchen und Eichen, Madame Lienig noch Linden, Ulmen und Apfelbäume (Isis 1846, pag. 218); letztere werden auch von Schmidberger als Nahrungspflanze erwähnt; Oberlehrer Zeller hat sie auf der Ochsenzunge (Anchusa officinalis) gefunden, deren Blätter sie naah Wicklerart zusammenrollt und verzehrt. — Nach Ratzeburg sind bis jetzt 4 verschiedene Schmarotzerwespchen, welche Jagd auf diese Raupe machen, mit Sichei-heit bekannt geworden. (Ratzeburg, die Ichneum. d. Forst-Ins., p. 260.) 104. Tortrix diversana, Hb. Die Raupe von Herrn Moritz bei Treitschke (Bd. X., pag. 65) beschrieben, soll zuweilen häufig und dann in Gärten auf Obstbäumen. Geissblatt (Lonicera) und spanischem Flieder (Sy- ringa vulgaris) sogar schädlich sein. Genauere Angaben über Lebensweise und Nahrungspflanze würden sehr erwünscht sein. — Tortrix xylosteana, L. wird ebenfalls beschuldigt, ihre Eier an Obstbäumen abzusetzen, doch fehlen auch hier noch genauere Beobachtungen 105. Tortrix laevigana, W.V. Die Raupe dieses gemeinen Wicklers findet sich nach Madame Lienig (Isis 1846, pag. 219) im Mai und Juni an Aepfeln, Ulmen, Weiden, Traubenkirschen (Prunus padus), Birken, wilden Rosen, Himbeeren, Haseln und Johannisbeeren , Treitschke (Bd. VIII., p. 62) nennt noch Linden, Zitterpappeln und Weissdorn. Sie lebt jung gesellschaft- lich in einem 'ausgebreiteten Gespinnste, später einsam in zusammengezogenen Blättern. Die Verwandlung findet im Juni oder Anfangs Juli in ihrer mit Unrath erfüllten Wohnung, die Entwicklung des Schmetterlings Mitte Juli statt. Herr Professor Ratzeburg führt in seinem mehrerwähuten schätz- baren Werke (Die Ichneum. d. Forst-Ins., Bd. III., pag. 260) nicht weniger als 20 verschiedene Ichneumonen auf, welche auf die Vertilgung der Raupen 192 Klasse I. Zweisameublättrige Pflanzen. und Puppen dieses Wicklers ausgehen und so dem Landwirthe und Forst- manne in ihren Culturen wichtige Dienste leisten. 106. Tortrix Holmiana, L. Das auf Bim- und Apfelbäumen lebende Wicklerräupchen ist einfach gelb, mit röthlichem Kopf, schwarzem Nacken- schild und warzenförmiger Erhöhung auf dem achten Ringe. Der Schmetter- ling, in hiesiger Gegend keine Seltenheit, fliegt im Juli und Anfangs August an Obstbäumen und Einfriedigungen von Wiesen und Gärten. Herr Reissig erzog mit dem Schmetterling auch den Feind, Pteromalus dilutipes Btzb., aus Raupen vom Weissdorn. (Ratzeb., die Ichneum. d. Forst-Ins., II., pag. 206.) . 107. Tortrix ribeana, Hb. Die Raupe dieses gemeinen Wicklers lebt nach Nördlinger (Die kl. Feinde der Landw. 1855. pag. 353) im Mai und Juli in schön gerollten Blättern der Birke, Treitschke (Bd. VIII. pag. 67, und Supplem. X., 3., pag. 61) gibt noch Ebereschen und Linden, West wo od Stachelbeer-, Johannisbeer- und Berberissträucher als Nahrungs- pflanzen an. Der Schmetterling erscheint Ende Juni und Anfangs Juli. Sein Feind ist Cryptus assertorius Mtzb. 108. Penthina ocellana, Hb. — luseana, Fb. Die Raupe dieses kleinen Wicklers ist im Mai und Juni auf den verschiedensten Bäumen und Sträuchern anzutreö"en. Nach dem Wiener Verzeichniss (pag. 30 u. Anhang pag. 318) lebt sie auf der Weissbuche (Carpinus Betulus); Herr Moritz (Treitscke, X., 3., pag. 51) erzielte eine hellere Varietät des Wicklers aus Raupen der Eberesche; in Brandenburg wurden die Puppen einer braunen Varietät nur auf Erlen gesammelt. Ich fand die Raupe am 22. Mai in Menge auf Weissdorn, Ebereschen und wilden Aepfeln ; Schmidberger (Kollar, Naturgesch. d. schädl. Ins., pag. 240) beobachtete sie häufig auf Apfel- und Birnbäumen. Sie ist braun, mit schwarzem Kopf und Nacken- schild und nur mit einzelnen Härchen auf den gleichfarbigen Rückenwarzen besetzt. Das sehr behende und schlanke Räupchen bewohnt gewöhnlich die Gipfeltriebe der Zweige, die sie unter der Spitze an- oder gar durchbeisst und zum Verdorren veranlasst. Sie selbst hält sich in den knäuelartig zu- sammengesponnenen, welkenden und eintrocknenden Blatt- und Blüthen- büscheln versteckt, greift später auch die benachbarten gesunden Blätter und Früchte an und frisst das Blattgrün bis auf die Epidermen der Unter- seite, wohl auch ganze Blattstücke. — Nach Schmidberger beisst sie sich in der ersten Jugend in die Blüthen- und Laubknospen des Apfelbaumes ein, die mit ihr ungeachtet der Verwundung fortwachsen; doch gehen auch viele darüber zu Grunde. An Zwerg-, besonders kleinen Apfel- und Birnbäumen in Baumschulen stiftet die Raupe oft bedeutenden Schaden , indem sie fast immer die oberste Knospe des ein- oder zweijährigen Pfroflings zerstört. — Die Verpuppung findet in der mit trockenem Koth erfüllten Wohnung statt. — Der Schmetterling erschien mir in der letzten Hälfte des Juni und An- fangs Juli; in Oesterreich fliegt er schon Ende Mai. Ratzeburg (Bd. III., pag. 260) nennt 7 verschiedene Feinde dieses schädlichen Wicklers aus der Familie der Ichneumonen. 109. Penthina variegana. Hb. — poecilana, Froel. Herr Schmid- berger traf die Räupchen häufig von April bis Mai in den Blüthen- und Laub- knospen des Apfelbaums; Madame Lienig (Isis 1848, pag. 211) fand sie Rosengowächse. Rosaceae. loö auf Ebereschen, Fischer von Röslerstamm (Treitschke, Bd. X., 3., p. 48) auch zwischen den Blättern der Birke. Der weibliche Schmetterling legt an je eine Laub- und Fruchtknospe nur ein Ei. Aus dem Ei gekrochen beisst sich das Räupchen in die Knospe hinein, ehe sich diese zu entfalten anfängt, klebt die Spitzen der Blüthendecken oben zusammen und frisst nun, geschützt gegen Sonnenschein und Regen, eine Blüthenknospe nach der andern weg, so dass nur selten noch eine Blüthe entsteht und Frucht ansetzt. Die Laub- knospen der Apfel-, Ptiaumen- und Birnbäume werden von der Bewohnerin ganz aufgezehrt, so dass sich daraus weder ein Schoss noch Tragholz mehr bilden kann. Eine einzige Knospe genügt zur Ausbildung der Raupe, welche sich auch gewöhnlich darin zur Puppe verwandelt und nach 14tägiger Puppen- ruhe den Wickler liefert. — Um Aachen ziemlich häufig. 110. Carpocapsa Woeberiana , W.V. Die gelbgrüne rothköpfige Larve wohnt unter der Rinde lebender Obstbäume, vorzüglich Kirschen-, Pflaumen-, Aprikosen- und Mandelbäume, doch geht sie auch an Apfelbäume, in welche sie Gänge frisst , die an dem ausgestossenen Holzgeschabsel leicht entdeckt werden. (Vergl. auch Prunus.) 111. Carpocapsa pomonana, SV. Der Obstwickler. Die Larve lebt nach übereinstimmenden Beobachtungen im Juli und Angust ir\ den Früchten verschiedenen Kernobstes, besonders in Aepfeln und Birnen, deren Samen sie bis zur Vollwüchsigkeit ausfrisst, dann Gänge durch's Frucht- fleisch gräbt und sich an einem Faden herablässt. Hier bringt sie unverwan- delt den Winter an geschützten Orten in Rindenspalten, zwischen Brettern unter dichtem Gespinnt zu und verpuppt sich erst im folgenden April oder Mai. Mitte Juni und Anfangs Juli erscheint der Schmetterling, dessen Weib- chen die Eier einzeln an die jungen Früchte — nach Schmid berger in die Blüthengrube des Fruchtknotens (Kollar, Naturgesch. der schädl. Ins., pag. 235.) — legt. Herr Schmidberger will zwei Generationen dieses Wicklers beobachtet haben, was Ratzeburg und Nördlinger dem milderen Klima Oesterreichs zuschreiben, da im nördlichen und mittleren Deutschland stets nur eine Brut stattfindet. Bei weitem das meiste frühreife Obst, wel- ches nach einem heftigen Sturme unter Apfel- und Birnbäumen gefunden wird, ist wurmstichig und fast nur in Folge dessen abgefallen, woraus der bedeutende Schaden zu ermessen, den dieser kleine Schmetterling verursacht. Zwei Ichneumonen wurden bis jetzt mit Sicherheit als Feinde der Raupe er- kannt : Pachymerus vulnerator Ps. und Phygadeuon brevis Gr. (Ratzeburg, die Ichneum. d. Forst-Ins. Bd. IL, pag. 86., Bd. I., pag. 146.) Obgleich auch in hiesiger Gegend viele wurmstichige Aepfel gefunden werden, so fängt man den Schmetterling doch nur höchst selten. Demnach mögen seiner Ver- mehrung wohl noch andere als jene genannten Feinde hinderlich sein. 112. Cerostoma (Harpipteryx) scabrella, X. — biflssella, W.V. Die äusserst lebhafte Raupe ist sehr scheu , springt , schnellt und lässt sich bei der leisesten Erschütterung an einem Faden herab. Sie ist nach von Tisch er schön grün mit einem breiten weissen Längsstreifen über dem Rücken und kleinen schwarzen Punktwärzchen. Der Kopf ist ebenfalls grün und hat ganz kleine schwarze Punkte. Alle Füsse sind grün, die hinteren beim Sitzen gespreizt. (Treitschke, Bd. IX., pag. 191.) — Man findet sie im Mai Kalten bach, Pflanzeufeincle. 13 194 Klasse I. Zweisamenblättrigo Pflanzen. und Anfangs Juni ziemlich selten auf Pflaumen-, nach Madame Lienig auch auf Apfelbäumen (Isis 1846, pag. 214). Zur Verwandlung fertigt sie sich ein nachenförmiges Gehäuse; der Schmetterling erscheint Ende Juni. 113. Cerostoma asperella, L. Hb. Die spindelförmige Raupe lebt nach Treitschke am liebsten Ende Mai und Anfangs Juni auf verschie- denen Obstbäumen, als: Pflaumen, Birnen (Treitschke, IX., 2., pag. 4), nach Madame Lienig auch auf dem Apfelbaum (Isis 1846, pag. 278). Sie ist hellgrün mit zwei weissen Längsstreifen zu beiden Seiten des Rückens. Zur Verwandlung spinnt sie sich ein seidenartiges, fast nachenförmiges Ge- webe und liefert den seltenen Schmetterling Ende Juni oder Anfangs Juli. Eine zweite Generation wird vermuthet, da man die Schabe auch wieder im October gefunden hat. 114. Hyponomeuta variabilis, Zell. — padella, Rizh. Fb. L. Die Raupe dieser gemeinen Schabe lebt nach Zell er Ende Juni gesellig auf Schlehen, Weissdorn, Ebereschen, (Isis 1844, pag. 214), nach Ratzeburg auch auf Mispeln (Mespilus). Westwood nennt noch den Apfelbaum, Hof- gärtner Bouche Crataegus-Arten als gewöhnlichste Nahrungspflanzen, die von ihren Gespinnsten oft ganz überzogen sind und nicht selten entblättert dastehen. Ich selbst sah Garten-Einfriedigungen von Weissdorn, welche meh- rere hundert Nester enthielten und wie verdorrt aussahen. — Wenn Hypo- nomeuta Padi und Evonymi schon die Sträucher entblättert haben, ist sie noch ganz jung und ihre Gespinnste noch zu klein, um leicht in die Augen zu fallen. Die Verpuppung erfolgt Anfangs Juli in besondern weissen spin- delförmigen Cocons, die sie im gemeinsamen lockeren Gewebe in senkrechter Richtung anfertigen. So hängt die ganze Gesellschaft, oft einen grossen Raum einnehmend, zerstreut, seltener zusammengedrängt über- und neben- einander. Die Schmetterlinge erscheinen Ende Juni bis Mitte Juli. Das Weibchen legt die Eier ohne Ordnung in schmalen Haufen auf die zarten Zweige in der Nähe der Blattwinkel. Die daraus hervorgehenden Larven entwickeln sich in günstigen Jahren zum zweiten Mal zum vollkommenen In- sekt; die meisten überwintern in Kanälen, welche sie in den Spalten und Zweiggabeln des Baumes anlegen. Ihrer allzu grossen Vermehrung setzt die Natur selbst die wirksamsten Gegenmittel entgegen, indem unzählige Schma- rotzerwespen ihnen unausgesetzt nachstellen und sie ihrer Brut zur Beute überliefern. Herr Ratzeburg nennt über 30 verschiedene Schmarotzer- wespen, welche theils auf die Raupen, theils auf die Puppen dieser und der folgenden Art Jagd machen (Die Ichneum. d. Forst-Ins., Bd. III., pag. 259). 115. Hyponomeuta malinella, Zell. Die Raupe dieser sehr ver- breiteten Schabe lebt im Mai und Juni gemeinschaftlich auf Apfelbäumen, nach Dalbom in Schweden auch auf Elzbeeren (Crataegus torrainalis), deren Zweige und Blätterbüsche sie stellenweise mit Gespinnst weitläufig zusammenspinnt. Sie nährt sich vom Blattfleisch , das sie bis auf die Epidermis